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Receiver von Denon : Muskeln und Hirn in Heimkino-Diensten

  • -Aktualisiert am

Saft und Kraft: 7-Kanal-Receiver Denon AVR-1912 Bild: Hersteller

Denons Receiver AVR-1912 kommt mit opulenter Ausstattung zum Einsteiger-Preis. Airplay für den Musikfunk ist auch an Bord. Der AVR-1912 gehört auf den Einkaufszettel.

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          Manche Gerätschaften der Unterhaltungselektronik schaffen es nur mühsam in den Fokus der Berichterstattung, weil sie einfach nicht sexy sind. Dem Charakter nach Arbeitspferde, der Form nach kantige Klötze, der Gewichtsklasse nach eher balkenbiegend - da fliegt ihnen die Aufmerksamkeit nicht so leicht zu wie einem schlanken Tablet-PC mit seinen mobilen Kunststücken.

          Aber wir sind offen für Ausnahmen, und das können wir auch begründen. Im konkreten Fall geht es um einen Denon AVR-1912, der zur Gattung der Heimkino-Receiver zählt. Er weckte unsere Aufmerksamkeit zunächst durch ein spektakuläres Verhältnis von Preis und elektrischer Leistung: Der mit schwarzem oder silbernem Gehäuse erhältliche Apparat verspricht, den Mehrkanalton digitaler Medienkonserven mit sieben Verstärkerkanälen von jeweils 125 Watt aufzubereiten, und für diesen Kraftakt verlangt der Händler derzeit gerade einmal 400 Euro. Das muss jeden Gründer einer soliden Heimkino-Anlage einfach reizen, und so haben wir eruiert, was der Apparat sonst noch alles kann. Mit einem üppigen Park an Zuspielern jedenfalls nimmt er es locker auf: Sechs HDMI-Eingänge, samt und sonders 3D-tauglich, halten sich für die Einspeisung von Bild und Ton bereit. Die Dekodierung aller gängigen Surround-Formate, darunter auch die verlustfreien Kodierungen von Dolby und DTS, ist Ehrensache. Sogar Dolby Pro Logic IIz, eine Dekodierung, die den üblichen 5.1 oder 7.1-Surround-Anordnungen noch zwei weitere Kanäle zur Definition der Raumhöhe hinzufügt, gehört zum Repertoire des Receivers. Damit die beteiligten Lautsprecher im Ensemble-Spiel ihr Bestes geben, hilft ein automatisches Einmess-System beim Einpegeln. Das hierzu nötige Messmikrofon gehört zum Lieferumfang.

          Modern: Ethernet-Schnittstelle fürs Internet

          Natürlich kann der Kraftklotz auch schlichtes Stereo - und das gleich doppelt: Zwei Zuspieler dürfen gleichzeitig musizieren und so, wenn es denn sein muss, zwei Räume mit individuellem Programm beschallen. Nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass ein eingebauter UKW-Empfänger nach alter Väter Sitte Radioprogramme zum multimedialen Gesamtangebot beisteuert. Moderner geht aber auch: Der Receiver kann sich über eine Ethernet-Schnittstelle mit dem Internet verbinden und dort ein ganzes Radio-Universum anzapfen, von Denon sinnvoll vorsortiert.

          Der Netzwerkanschluss erlaubt zudem, Musiksammlungen von Computerfestplatten abzuspielen. Mehr noch: Die eingebaute Airplay-Funktion erlaubt dem iPod, dem iPhone oder dem iPad, die gespeicherte Musik an den Receiver zu funken. Wer lieber auf eine Drahtverbindung vertraut, kann Apples Jukeboxen aber auch mit einem USB-Kabel anstöpseln.

          Zur Bedienung seiner vielfältigen Funktionen bietet das Gerät Menüs auf einem angeschlossenen Bildschirm an; wer mag, kann auch eine App einsetzen, die das iPhone in eine interaktive Fernbedienung verwandelt. Vier Kurzwahltasten fassen zudem markante Nutzungsszenarien zusammen, um die Bedienung zu vereinfachen. Trotzdem haben wir eine Weile üben müssen, um das komplexe Gerät zu beherrschen und alles Nötige für einen Hörcheck vorzubereiten. Denn schließlich wollten wir wissen: Hält auch der Klang, was der übrige Zuschnitt dieses Receivers verspricht?

          Die Antwort ist eindeutig: Der kleine Denon - er ist im Sortiment des Herstellers die Einsteiger-Maschine - tönt sowohl im Surround-Einsatz unter voller Last als auch im Stereobetrieb ausgezeichnet: zupackend, kraftvoll, dynamisch und doch ausgesprochen sauber und detailfreudig, mit straffen, konturierten Bässen und glitzernden Höhen. Das trifft sogar auf den für kräftige Lautstärken ausgelegten Kopfhörerausgang zu. Also, Heimkino-Gründer: Der AVR-1912 gehört auf den Einkaufszettel.

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