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Picasa : Googles neues Fotoalbum

  • -Aktualisiert am

Bilder über Bilder: Picasa von Google kann mehr Bild: Google

Tante Erna in der Wandelhalle von Bad Pyrmont, Onkel Karl vor der Cheops-Pyramide: Im Internet werden Urlaubsfotos öffentlich. Verschiedene Anbieter bieten freien Speicherplatz. Googles Picasa macht die Fotoshow besonders leicht.

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          Man darf begeistert sein. Nicht nur von den eigenen Ferienbildern, sondern auch davon, wie leicht sie sich ins Web stellen lassen. Unsere Freunde murrten über unaufgefordert mit E-Mail zugesandte Bilder. Wir waren es leid, Fotos manuell und mühsam auf die eigene Website zu heben, vorher dafür eine spezielle Seite oder eine Diashow zu basteln. Das muß doch einfacher gehen. Und richtig: Es gibt im Netz zahllose kostenlose Klubs, wo sich Fotofreunde ihre edelsten Bilder zeigen („Foto-Community“) und die Schnappschüsse kommentieren - eine Augenweide, selbst für den Gast. Unsere vielen Feld-Wald-und-Wiesen-Schnappschüsse sollten ein paar Freunden gezeigt werden - und erst später der ganzen Welt, wenn überhaupt. Als populärster Bildplatzanbieter wird dafür „Flickr“ genannt. Wir gingen gleich zur neueren Konkurrenz, zu „Picasa Web Albums“ von Google. Picasa gibt es bislang nur als englische Version, dafür aber gleich als brillant clevere Bildverbesserungssoftware.

          Man bekommt bei Google 250 Megabyte Gratisplatz für seine Bilder. Das reicht für einen ordentlichen Versuch. Wir wählten aus unseren Herbstferien - rund 550 Originale mit insgesamt 450 Megabyte - genau hundert Fotos zum Zeigen aus und verbrauchten damit 75 Megabyte, also knapp ein Drittel des Freiplatzes. Wer mehr als bloß saisonaktuelle Andenken ins Web stellen will, soll für weitere 6 Gigabyte (6000 Megabyte) jährlich 25 Dollar zahlen - eine Option, die zur Zeit nur in Amerika geboten wird. Dann haben achteinhalbtausend Bilder Platz. Das mag zugleich Datensicherung sein. An eine externe Festplatte mit 250 bis 500 Gigabyte reicht auch das aber nicht heran.

          250 Megabyte gratis

          Für Googles Webalben muß man ein Google-Mailkonto haben, das man von anderen Teilnehmern auf Einladung leicht bekommt. Hat man sich dann „Picasa 2“ von Picasa.Google.com aus dem Netz geladen und installiert, so möchte sich das Programm erst einmal alle Bilder in seiner neuen Heimat, unserem PC, ansehen, und wenn das im Hintergrund Stunden dauert. Man lasse es geschehen. Damit entsteht nur eine zusätzliche lokale Struktur, schöne Bildordner nach Datum geordnet, übersichtlich (doch zunächst in ungewohnter, rein zeitlicher Reihenfolge) und gleich zum Bearbeiten anregend: anklicken und Bildunterschriften einfügen, die Picasa vorbildlich zum Schluß direkt in die JPG-Datei des Fotos schreibt (als unverlierbare „IPTC“-Eintragung, wie vom International Press Telecommunications Council empfohlen), Bilder geraderücken (mit Raster und anschließendem automatischen Beschneiden), drehen, Kontrast, Weißabgleich oder rote Augen korrigieren, alles so einfach, daß man sein bisheriges Bildbearbeitungsprogramm links liegenläßt. Picasa läßt einen die Änderungen dann auf Wunsch speichern - wobei automatisch immer eine Kopie der Originale gesichert wird. Sogar Rohdaten („raw“) kann Picasa (meist) bearbeiten. Man sollte sich Picasa so einstellen, daß es die aktuellen Ordner immer gleich nach neuen Bildern durchsucht.

          Chronologisch geordnete Bilder

          Sollen Bilder ins Web, so muß man sich eigens dafür anmelden, dann aber geht das in drei wählbaren Qualitäten. Wir fanden keinen Unterschied, weil Google später beim Betrachten die Bildgröße an den Beschauer anpaßt. Wer eine schmale Leitung hat, mag sich beim Betrachten den Browser auf nur einen Teil des Bildschirms kleinfahren. Die Fotos erscheinen dann auch kleiner und werden schneller geladen. Das Hochladen geht so problemlos, daß man in der Zwischenzeit bereits das nächste Bild aussuchen und bearbeiten kann. Später sind Online-Änderungen der Reihenfolge, Verschieben, Verwerfen von Bildern oder Korrigieren der Bildunterschriften vom Besitzer auf Klick und ohne Anleitung schnell gemacht. Kommentare sind nur von angemeldeten Betrachtern oder dem Bildbearbeiter selbst vorgesehen. Videos lassen sich zunächst nicht zusammen mit Fotos ins Web stellen, nicht einmal animierte Gifs, sondern nur lokal betrachten. Zahlt man jedoch die 25 Dollar Speichergebühr, so sind auch Videos perfekt hochladbar (und werden in der Diashow mit dem Flash Player wiedergegeben). Alternativ schickt man seine Filmchen an Googles Videosammlung und markiert sie dort als „ungelistet“, das kostet nichts. Wem man auf seine privaten Fotoalben Zugriff geben möchte, dem schickt man oder Picasa (auf Wunsch über Outlook) eine Nachricht mit einem speziellen Link, der leider unnötig lang ist - auf jeden Fall nicht zu erraten. Auch auf einzelne Bilder kann man mit einem ellenlangen Link hinweisen. Wer eine eigene Website hat, sollte sich lieber eine Umleitung einrichten. Dann sieht das Album schon in der Adresse persönlicher aus. Einfacher wird's bei Picasa, wenn die Bilder für alle zugänglich sind. Mit Picasa machen Bilder wieder richtig Spaß, lokal, auf CD oder im Netz: lokal, weil die Korrekturmöglichkeiten so praktisch sind, als CD zum direkten Weitergeben und im Netz, weil auch das wunderbar einfach geht. Nur ganz ausgefallene Korrekturen, Panoramen oder Parallaxenausgleich muß man noch vorher separat machen.

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