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„Photokina 2008“ : Nicht nur für Afrika ist Format gefragt

Micro Four thirds: Panasonic Lumix G1 Bild:

Wie unter einer großen Sammellinse konzentrierte sich die ganze Welt des Bildes in den vergangenen Tagen auf der Photokina in Köln. FAZ.NET hat in der Menge herausragende Neuheiten für ambitionierte Amateure und Profis gesucht.

          Größere Sensoren für mehr Bildqualität, das war in starker Verkürzung die Botschaft der am Sonntag zu Ende gegangenen Photokina 2008. Diese Entwicklungsrichtung lässt sich auf unterschiedlichem technischen und preislichen Niveau bei den führenden Herstellern erkennen, wenn man die immer noch zu Megapixel-Rekorden stürmenden Knipskameras beiseitelässt. Nur den völlig anspruchslosen Gelegenheitsfotografen mag man noch mit einem Megazoom und Millionen Bildpunkten jeweils im zweistelligen Bereich und Software wie einer „Blinzelautomatik“ in einem mehr als kompakten Gehäuse ködern.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Hans-Heinrich Pardey

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Nikons, sagen wir ruhig: „Partykameras“, erkennen menschliches Lächeln, geschlossene und blutrot erscheinende Augen und unternehmen sofort etwas: lösen aus oder machen eine zweite Aufnahme. Die ernsteren Absichten dienenden Apparate aus demselben Hause gehen ganz andere Wege. Denn in Umkehrung dessen, wie sich die Analogtechnik von großformatigen Negativen und entsprechend gewaltigen Kameras zur handlichen Kleinbildtechnik entwickelte, kommt die Digitalfotografie eben erst so richtig bei diesem Format an.

          Keine Fortschritte jenseits von sechs Megapixel

          1924 fällte Ernst Leitz II die kühne Entscheidung, die zehn Jahre zuvor von Oskar Barnack konstruierte „Liliput-Kamera“, die spätere Leica, auf den Markt zu bringen (siehe „Leicahistorie“ auf der folgenden Seite). Das Kleinbildformat von 24 × 36 Millimeter brauchte noch eine Menge Erfahrung der Fotografen, emulsionstechnische Fortschritte und bis über die Zeit des Zweiten Weltkriegs hinaus, um sich als Standard-Bildformat durchzusetzen. Für dieses wurde dann aber in zuvor kaum gekannter Vielfalt entwickelt - beispielsweise eine Unzahl von Objektiven. In der Digitalkamera, die für jedermann vor nur ungefähr 15 Jahren erstmals angeboten wurde, ersetzte ein lichtempfindlicher Sensor den Film.

          Probeschuss: Auf der Photokina posieren Models auch für Amateure

          Um die Kameras kompakt zu halten und vor allem auch aus Kostengründen, blieben die elektronischen Bilderfänger im Vergleich zum Kleinbildformat geradezu winzig. Und das, obwohl die Bildqualität aus optischen und elektrischen Gründen bei kleinerer Sensorfläche abnimmt. Stattdessen wurde die Packungsdichte der Sensorelemente auf den Chips immer mehr forciert und der Kundschaft eingebleut, die Millionenzahl der Bildpunkte (die sogenannte „Auflösung“) für ein Qualitätskriterium zu halten - bis sich allmählich herumsprach, dass bei den gängigen Sensorgrößen in Kompaktkameras jenseits von sechs Megapixel keine Fortschritte, sondern eher eine deutlich abfallende Bildqualität zu erwarten sei.

          Der Sensor im Kleinbildformat bringt viele Vorteile

          Digitalkameras mit einem „Vollformatsensor“, also einem Chip von 24 × 36 Millimeter Kantenmaß, galten hingegen als teure Ausnahmeerscheinung für den Profi-Einsatz. Die erste Canon mit einem Sensor im Kleinbildformat war 2004 die EOS 1Ds Mark II mit 16,7 Megapixel für 8000 Euro. Ein Jahr später folgte die EOS 5D im semiprofessionellen Segment für 3400 Euro. Die ganz überwiegende Mehrzahl der Spiegelreflexkameras beschied sich aber bis jetzt mit Sensoren im kleineren APS-C- (24 × 16 Millimeter) oder Four-Thirds-Format (17,3 × 13 Millimeter). Das wird nun anders werden. Die Spiegelreflex mit Vollformatsensor war das Thema schlechthin auf der Photokina . Den Auftakt hatte Nikon mit der D700 gemacht (2600 Euro, F.A.Z. vom 2. September), nun ziehen Canon, Sony und andere mit gleichermaßen spektakulären Geräten zu einem erschwinglichen Preis nach.

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