https://www.faz.net/-gy9-6k0qn

Panasonic Lumix TZ10 : Himmel, wo war das noch mal?

  • -Aktualisiert am

Mit GPS-Puckelchen und Stereo-Mikro für HD-Video: Lumix DMC-TZ10 Bild: Pardey

Die Lumix-TZ-10 von Panasonic, mit GPS-Empfänger und HD-Video aufgerüstet, ist prototypisch geworden für die besonders kompakte Reisekamera: ein großer Brennweitenbereich zum In-die-Tasche-Stecken. Doch taugt die Kamera etwas?

          2 Min.

          Die Lumix-TZ-Baureihe von Panasonic trägt ihre Bestimmung in der Typenbezeichnung: TZ wie Traveller Zoom. Diese Kameras, als deren aktuelles Modell die TZ10 mit GPS-Empfänger und HD-Video aufgerüstet ist, sind prototypisch geworden für die besonders kompakte Reisekamera: ein großer Brennweitenbereich zum In-die-Tasche-Stecken.

          Diese Tasche muss Platz für rund 220 betriebsbereite Gramm - samt dem nicht üppig bemessenen 895 Milliamperestunden-Akku, der SDHC- oder SDXC-Speicherkarte sowie Handschlaufe - und Raum in den gerundeten Maßen 10,5 × 6 × 3,5 Zentimeter bieten. Das schafft schon die Brusttasche des Oberhemds. Der Kamerakörper in Metallfinish ist zum Hineinflutschen gerundet, bietet aber mit seiner Griffnase vorn und einer richtig plazierten Daumenablage hinten - dem Rechtshänder - guten Halt. Das bei früheren Modellen sehr leichtgängige - und sich daher gern unbeabsichtigt verstellende - Betriebsarten-Wahlrad rastet kräftig ein.

          Und obwohl dicke Daumen gelegentlich ihre Mühe beim Betätigen der arg puppig geratenen Cursor/Menu/Set-Tasten haben und der rote Punkt für die Direktwahl des Videomodus eigentlich immer im Weg ist: Diese Taste wurde so flach und ein wenig versenkt gestaltet, dass sie sich schlechterdings nicht ungewollt betätigen lässt. Genauso ist es mit dem Knöpfchen für Einzel-Standbilder während des Filmens, wohingegen die nach rechts unten gewanderte Taste fürs „Quality-Menü“, sprich die Schnellanwahl der wichtigsten Einstellungsmöglichkeiten, gut tastbar ein wenig herauslugt, aber ein wenig prominenter plaziert sein könnte.

          Vollautomatik und rund 30 Motiv-Programme

          An diesem Punkt offenbart sich wohl etwas vom Zwitter-Charakter dieser Reisebegleiterin: Für den an Technik weitestgehend uninteressierten Touristen soll einerseits alles vollautomatisch erledigt werden. Trotzdem wird dem mit mehr Anspruch Fotografierenden doch Zugriff auf alle Kameraeinstellungen geboten. So gibt es einerseits eine Vollautomatik und rund 30 Motiv-Programme, bei denen noch der Name des Haustiers eingegeben oder die Gesichtserkennung auf das Wiedererkennen von bis zu sechs Personen trainiert werden kann. Zwei der Motiv-Programme kann man aufs Betriebsartenwahlrad legen - anders wäre das Heraussuchen ja auch zu umständlich. Andererseits lassen sich zahlreiche Einstellungen individuell zurechtschneidern und für drei Nutzer getrennt abspeichern - allerdings nur aus einem Menü „Benutzerspez.“ herauszufischen.

          Die TZ10 (Listenpreis rund 400 Euro, das Schwestermodell TZ8 ohne GPS und HD-Video sowie mit kleinerem Display rund 330 Euro) liefert mit ihrem 1/2,33-Zoll-CCD-Sensor 12 Millionen Bildpunkte. Die Empfindlichkeitseinstellung reicht von ISO 80 bis 1600, ein Hochempfindlichkeitsmodus schließt bis ISO 6400 an. Das Leica DC Vario-Elmar mit Anfangslichtstärken von 3,3 bis 4,1 bildet Bildwinkel entsprechend den Kleinbildbrennweiten von 25 bis 300 Millimeter ab und stabilisiert das Bild optisch. Die Bildqualität ist gut, beim Standbild genauso wie beim AVCHD-Lite-Video mit Stereo-Ton (1280 × 720 Bildpunkte). Gefallen hat der weich einsetzende und leise arbeitende Zoom bei Videoaufnahmen, bei denen auch mit dem „iAuto“- Modus gearbeitet werden kann, der Motive beurteilt und selbsttätig Einstellungen vornimmt - mit ziemlich guter Trefferquote.

          Und das GPS? Das sagt einem, sofern aktiviert, zum Beispiel, dass man sich im Kreis Offenbach befindet, und schlägt als „Sehenswürdigkeit“ beim Durchfahren eines gesichtslosen Dorfs dessen Bahnhof vor. Denn es speichert nicht nur die dürren Ziffern der geografischen Koordinaten am Ort einer Aufnahme in deren Exif-Daten, sondern spricht Klartext. Diese Angaben - 500 000 Sehenswürdigkeiten aus 73 Staaten sollen in der Kamera stecken - beruhen auf Navteq Maps und den POIs von Zenrin. Und die Betriebsanleitung listet seitenlang auf, dass die TZ10 etwa Cameroon anzeigt, wenn sie Kamerun meint, wofür wie etwa auch für die Insel Jan Mayen „keine Wahrzeichen“ verfügbar“ sind. Mit der beiliegenden Software Photofunstudio 5.1 HD kann man seine Bilder nach Aufnahmeorten sortieren. Und in flickr oder mit Google-Maps kann man gleich zeigen, wo man war. Was wurde vermisst? Am meisten ein einfacher Durchblicksucher, wenn bei strahlendem Urlaubssonnenschein auf dem Drei-Zoll-Monitor trotz aufgedrehter Helligkeit und 460 000 Bildpunkten praktisch nichts mehr zu erkennen war.

          Weitere Themen

          Studium digitale

          Serie „Digitale Bildung“ : Studium digitale

          Viele Unibibliotheken haben ihre Türen wieder geöffnet. Immer wichtiger wird aber vor allem, was sie Studenten digital zu bieten haben. Denn die suchen Lektüren und Fachaufsätze zunehmend im Netz.

          Topmeldungen

          Mateusz Morawiecki und Ursula von der Leyen am Donnerstag in Brüssel

          EU-Gipfel in Brüssel : Fast alle gegen Polen

          Der Streit über die Rechtsstaatlichkeit in Polen geht auch auf dem EU-Gipfel weiter. Ministerpräsident Morawiecki will nicht nachgeben. Sein Land werde nicht „unter dem Druck von Erpressung“ handeln.
          Wegen der Cum-Ex-Aktiendeals musste Olaf Scholz im April vor einem Untersuchungsausschuss in der Hamburger Bürgerschaft aussagen.

          „Cum-Cum“ : 140 Milliarden Euro Beute durch Steuertricksereien

          Die „Cum-Ex“-Deals sind inzwischen bekannt. Doch auch mithilfe anderer Modelle sollen Banken dem Fiskus Geld aus der Tasche gezogen haben – weit mehr als bisher gedacht. Möglicherweise dauert das auch immer noch an.
          In sieben Wochen Kanzler? Kurz nach Nikolaus will sich Olaf Scholz vom Bundestag wählen lassen.

          Ampel-Koalition : So wollen SPD, Grüne und FDP verhandeln

          300 Unterhändler machen für SPD, Grüne und FDP die Einzelheiten des Koalitionsvertrags aus. In 22 Arbeitsgruppen ringen sie um Kompromisse. Doch die harten Nüsse müssen die Parteichefs selbst knacken.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.