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Panasonic Lumix GH2 : Gebändigter Funktionsreichtum

Lumix GH2 mit Touchscreen Bild: Pardey

„Full HD“-Videos drehen können ist heute nichts Ungewöhnliches mehr. Weder in dieser noch einer anderen Kameraklasse. Aber nicht nur als Videokamera hat die Lumix GH2 einiges zu bieten, die nähere Inaugenscheinnahme lohnt.

          Seit der Lumix GH1, die zusammen mit einem vorzüglichen Kit-Objektiv teuer angeboten wurde, ist das für Videoaufnahmen optimierte G-Modell häufig als das Flaggschiff der spiegellosen Baureihe von Panasonic betrachtet worden. Das mag man so sehen, auch wenn die - noch auszuprobierende - GF2 ohne den fest eingebauten elektronischen Sucher dem Ideal einer kompakten Systemkamera unserem Geschmack nach noch näher kommt. Die GH2 schaut wie die G2 einer ganz besonders kompakten Spiegelreflex ähnlich, wobei der Giebel des Suchers mit dem darauf sitzenden (und sehr gut arbeitenden) Stereo-Mikrofon die GH noch einen Hauch höher und voluminöser macht als die G.

          Hans-Heinrich Pardey

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          „Full HD“-Videos drehen können ist heute nichts Ungewöhnliches mehr, weder in dieser noch einer anderen Kameraklasse. Aber nicht nur als Videokamera hat die GH2 einiges zu bieten, die nähere Inaugenscheinnahme lohnt. Um es gleich zu sagen: Die - nicht ausschließliche - Touchscreen-Bedienung der Kamera gehört nicht dazu. Es ist zum Beispiel kein Vorteil zu erkennen, wenn man bei der Bildwiedergabe in seinen gemachten Aufnahmen dadurch blättert, dass man mit dem Finger über das Display schmiert.

          So etwas ist iPhone-Firlefanz. Dass die GH2 jedoch drei nach Wunsch belegbare Funktionstasten - von denen allerdings nur eine günstig liegt - hat, das ist ein echter Fortschritt. Wie überhaupt der Funktionsreichtum der Kamera sehr vernünftig erschlossen wird: mit knallhart rastenden Rädchen, Schiebeschaltern, Einzeltasten. Vernünftig sind auch zwei Verlegungen: die des roten Knopfs für Videoaufnahmen auf die Oberseite des Gehäuses hinter den Auslöser und die des Einstellrads auf die Rückseite.

          Unterschiedliche Bildformate unter Beibehaltung des Bildwinkels

          Die GH2 hat einen neuen 4/3-Sensor, der von seinen 18,3 Megapixel effektiv 16 Megapixel nutzt. Das erlaubt unterschiedliche Bildformate unter Beibehaltung des Bildwinkels. Die Empfindlichkeit reicht von ISO 160 bis 12 800. Vor allem aber ist derSensor schneller: Das kommt zum einen der HD-Videoqualität zugute - 1080p nun mit echten 60 Bildern/Sekunde. Das schnellere Auslesen des MOS-Sensors beschleunigt aber vor allem den Autofokus und vermindert im elektronischen Sucher (852 × 600 Bildpunkte) die Schlierenbildung. Messtechniker mögen etwas anderes herausfinden, in der subjektiven Praxis stellt die GH2 so schnell scharf wie eine Spiegelreflex.

          Die Qualität der stehenden wie der bewegten Bilder waren auch mit dem optisch stabilisierten Kitobjektiv G Vario 1:3,5-5,6/14-42 mm Asph. - das sicher nicht die beste verfügbare Micro-Four-Thirds-Optik ist - sehr gut. Die Automatiken, denen voller Zugriff auf alle Aufnahmeparameter sowie die Möglichkeit, drei flink aufrufbare und vielfach zu individualisierende Benutzerprofile gegenüberstehen, führen zu ausgewogenen Ergebnissen, die voll zufriedenstellen können. In der erprobten Zusammenstellung hat die GH2 einen Listenpreis von rund 1000 Euro. Das ist nicht wenig, erscheint aber der Leistung angemessen.

          Ein Wermutstropfen fällt auf die positive Bilanz: Im Bestreben, eine leichte Kamera zu bauen, hat Panasonic beim Gehäuse wie beim Objektiv vor allem Kunststoff verwendet. Die Verarbeitungsqualität stimmt, gar keine Frage, aber etwa das Geräusch beim Zoomen des 14-42 klingt nach billigstem Plastik. Schade, die GH2 ist viel besser, als sie sich anfühlt.

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