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Panasonic-Camcorder im Test : Hollywood lässt grüßen

  • -Aktualisiert am

Digitale Trickkiste und Ultra-HD-Auflösung: Camcorder von Panasonic Bild: Hersteller

Panasonic liefert einen Camcorder mit Kino-Ambitionen. Die Nachbearbeitungsfunktionen sind stark und die Bildberuhigung überzeugt.

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          Nicht nur in den großen Ferien beweist der bloße Augenschein: Es gibt ihn noch, den Hobbyfilmer, der seine Aufnahmemaschine am liebsten nach alter Väter Sitte in der geballten Faust hält. Mit anderen Worten: Der Camcorder lebt, auch wenn Smartphones und videotüchtige Fotokameras ihm heftig Konkurrenz machen. Was spricht, außer ergonomischen Vorlieben, sonst noch für ihn? Zum Beispiel Ausstattungsdetails, die speziell auf den Bedarf von ambitionierten Dreharbeitern abzielen. Das jüngste Topmodell von Panasonic, HC-VXF999 genannt, hat sie Bord.

          Aber zunächst ein paar Technikdaten zur Einordnung der Maschine: Das rund 1000 Euro kostende Modell filmt im Ultra-HD-Raster, also mit 3840 × 2160 Bildpunkten und 25 oder nach Kinomanier 24 Vollbildern je Sekunde. Bis zu 72 Megabit je Sekunde fallen dabei an, kodiert als Mp4-Daten nach dem Kompressionsstandard H.264. Natürlich filmt er auch in etlichen weniger üppigen Formaten, etwa in Full HD mit 50 Vollbildern und Datenraten bis zu 50 Megabit je Sekunde. Im Ultra-HD-Modus zoomt das Objektiv durch Brennweiten zwischen 30 und 630 Millimeter (auf Kleinbild umgerechnet), beginnt also mit einer eher moderaten, aber noch brauchbaren Weitwinkelperspektive.

          Scharfe, detailreiche und helle Bilder

          Als veritables Arbeitsgerät profiliert sich der nur knapp 400 Gramm schwere Camcorder mit anderen Details - etwa einem ausziehbaren elektronischen Sucher mit brauchbarer Augenmuschel, der mit seinen 1,5 Millionen Bildpunkten richtig scharfe, detailreiche und helle Bilder zeigt. In sonniger Umgebung ist er eine willkommene Alternative zum Touchscreen-Monitor. Auf dem Oberdeck gibt es, unter einer Klappe versteckt, einen stabilen Zubehör-Schuh für Leuchten oder Blitzgeräte. Und vorn auf dem Objektiv sitzt ein windgeschütztes Mikrofon, das den Ton mehrkanalig einfängt - zur Verarbeitung in Dolby Digital mit Mehrkanalstandard 5.1.

          Seine Ultra-HD-Fähigkeiten nutzt der Panasonic nicht nur, um moderne Großbildschirme mit angemessener Auflösung zu füllen: Sie sind auch die Basis für interessante Nachbearbeitungsfunktionen. Dazu gehört die nachträgliche Bildberuhigung. Zwar hat das Gerät einen hochwirksamen optischen Bildstabilisator, aber wenn das Motiv trotzdem über den Bildschirm zittert, kann Elektronik für Ruhe sorgen. Allerdings lassen sich die so stabilisierten Szenen nur in Full-HD-Auflösung abspeichern.

          Dasselbe gilt für verschiedene Ausschnitt-Funktionen: Ein Motiv lässt sich nachträglich digital heranzoomen oder in ebenfalls nachträglich generierten, schön gleichmäßigen Schwenks verewigen. Tobt zum Beispiel der familiäre Nachwuchs allzu schnell durch eine Szene, lässt er sich einrahmen, als Ausschnitt vergrößern und durch die Bildfläche verfolgen; die nachbearbeitete Sequenz wirkt dann, als hätten die Kameralinsen das Motiv ununterbrochen in der Bildmitte positioniert.

          Gut gefallen haben uns auch die Gestaltungsoptionen, die der Camcorder schon während der Aufnahme anbietet. So kann er im laufenden Dreh Zeitlupen- oder Zeitrafferfunktionen an- oder abschalten. Nützlich auch: Parallel zur Ultra-HD-Aufnahme kann das Gerät die Einzelbilder als Fotos mit immerhin 8 Megapixel Auflösung abspeichern; interessant, wenn es gilt, Bewegungssequenzen einzufangen oder aus einer Fülle von Standbildern das schönste auszusuchen. Einen reinen Fotomodus gibt es natürlich auch. In dieser Betriebsart schießt der Panasonic mit bis zu 26 Megapixel, die allerdings teilweise durch Interpolation zustande kommen.

          Das Bedienkonzept erlaubt unkompliziertes Arbeiten. Die Bild- und Tonqualität erreicht beinahe professionelles Niveau. Ultra-HD-Videos auf einem Großbildschirm sind einfach ein Genuss. Lediglich in sehr lichtschwacher Umgebung stört Rauschen; Abhilfe schafft der Umstieg auf das ebenfalls sehenswerte Full-HD-Raster.

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