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Online-Videotheken im Test : Auf dem Sofa einen Kinofilm ausleihen

Bild: F.A.Z.

Online-Videotheken haben einen enormen Zulauf. Jeder Dritte lädt seine Filme per Datenstrom zu Hause. Ein Vergleich zeigt, welche Internet-Portale eine Alternative zur klassischen Videothek bieten und warum.

          6 Min.

          Die Silberlinge leben noch. In Deutschland wurden im vergangenen Jahr 89,4 Millionen DVD und 23,1 Millionen Bluray-Scheiben verkauft. Es gingen 5,2 Millionen Deutsche in eine Videothek, um sich einen solchen Datenträger auszuleihen. Dennoch sind diese Medien vom Aussterben bedroht. Ihnen macht die digitale Konkurrenz im Internet zu schaffen. Ihr Feind ist das sogenannte Video-on-Demand (VoD). Mehr als 30 deutschsprachige Portale findet man im Internet, ein Dutzend davon sind für ein breites Publikum interessant. Wir haben uns iTunes, Maxdome, Watchever und Lovefilm genauer angeschaut.

          Der größte Unterschied zur klassischen Videothek liegt auf der Hand: Es gibt keine Öffnungszeiten. Doch wie im Verleih um die Ecke muss man sich anmelden und seine Kreditkartendaten hinterlegen. Man darf Filme länger behalten: bis zu 48 Stunden. Mit durchschnittlich vier Euro in SD-Qualität (DVD) und fünf Euro in HD-Qualität (Bluray) kosten sie damit weniger als in der Videothek. Neue Filme brauchen meist länger, bis sie in einer Online-Ausleihe zu sehen sind. Die digitalen Inhalte kann man auf ein Tablet herunterladen und mit auf die Reise nehmen.

          Welche DSL-Verbindung?

          Es müssen einige technische Voraussetzungen gegeben sein. Am einfachsten betritt man die Online-Läden über den Smart-TV-Bereich des Fernsehgeräts. Diese Funktionalität ist mittlerweile häufig integriert. Um sie nutzen zu können, muss man das Gerät mit dem Internet verbinden, indem man es ins heimische Netzwerk einbucht. Selbst wenn die Verbindung steht, ist kein entspannter Videoabend garantiert. Die Anbieter empfehlen ein DSL-Tempo von mindestens einem Megabit pro Sekunde (MBit/s) für Filme in SD-Qualität, für hochauflösende mindestens 3 MBit/s.

          Wer weniger hat, muss den Film je nach Bandbreite mehrere Stunden vorher auswählen und herunterladen. Solche Downloads - diese lösen sich nach 48 Stunden quasi wieder auf - bietet nahezu jede Online-Videothek an. Die Angaben der Anbieter sind aber zu optimistisch. Trotz 6-MBit/s-Verbindung hakelten einige Male Filme bei Maxdome und brachen sogar ab. Bei Watchever sprang der Film „Departed“ kurz vorm Showdown plötzlich an den Anfang zurück. Erst nach einigem Hin und Her ging es weiter. iTunes hingegen lief stets fehlerfrei.

          Sind die technischen Voraussetzungen erfüllt, kann man sich nur bei bestimmten VoD-Anbietern am Fernsehgerät anmelden. Der Hersteller der Hardware gibt eine Auswahl vor. Nutzer können ihren Smart-TV-Bereich nicht eigenständig erweitern. Neuerdings wird mehr als ein VoD-Angebot installiert. Das war nicht immer so. Auf neuen Sony-Modellen findet man beispielsweise Maxdome und Lovefilm. Wir wollten unseren Apparat austricksen und versuchten, uns über den Browser von Google-TV bei Maxdome anzumelden, weil die App nicht installiert war. Der Trick hat nicht funktioniert. Um Maxdome und Watchever nutzen zu können, muss man die (unbeliebte) Erweiterung Silverlight von Microsoft installieren. Das machte die Settop-Box mit ihrem Android-Betriebssystem nicht mit.

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