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Amazon Fire TV im Test : Blitzschnell und überzeugend einfach

Bild: Andreas Brand

Es ist ein Frontalangriff gegen Apple. Amazon bietet mit Fire TV eine Set-Top-Box für Video-Streaming an, die sogar mehr kann. Spracherkennung zum Beispiel. Wir haben das neue Angebot von Amazon getestet.

          6 Min.

          Das Fernsehen der Zukunft ist endgültig in Deutschland angekommen. Die amerikanischen Unternehmen Amazon und Netflix bieten ihre Streaming-Dienste nun auch in Deutschland an. Damit haben Film- und Fernsehfreunde eine noch größere Auswahl an Anbietern von Online-Videotheken. Denn mit Maxdome, Watchever oder iTunes gibt es bereits drei etablierte Dienste.

          Netflix hat in den letzten Woche kräftig für seinen deutschen Ableger geworben. Dabei bietet das Unternehmen nicht viel mehr als bestehende Dienste wie Watchever auch. Lediglich bei den Serien kann Netflix ein Auswahl anbieten, die die Konkurrenz so vielfältig nicht hat. Fire TV ist hingegen - nicht nur in technischer Sicht - ein echter Fortschritt in Sachen Video-on-Demand und dürfte der Konkurrenz das Leben schwer machen.

          Kistchen oder App

          Grundsätzlich muss man bei Streaming-Diensten unterscheiden zwischen reinen Software-Lösungen und solchen, die eine eigenen Hardware mitliefern. Den Zugang zu Watchever, Maxdome oder Netflix findet man am einfachsten über den Smart-TV-Bereich des Fernsehers. Sollten die TV-Hersteller eine dieser Apps nicht integriert haben, gibt es die Möglichkeit, sie über Spielekonsole, Tablet oder Computer zu nutzen.

          Elegant und komfortabel sind die Lösungen von Apple und Amazon. Knapp 100 Euro kostet eine kleine schwarze Kiste, die per HDMI-Verbindung und W-Lan-Modul das Fernsehgerät mit Inhalten versorgt. Google spielt ebenfalls in diesem Markt mit und hat vor ein einigen Monaten mit Chromecast eine ähnliche Lösung vorgestellt. Es ist ein etwas dickerer USB-Stick, der nur 35 Euro kostet.

          Ein Vorteil der externen Lösung: Mit den Kistchen lässt sich die Hardware des Fernsehers aufrüsten. Denn selbst wenn ein TV-Gerät die App eines Video-Streaming-Dienstes bereitstellt, könnte der schwache Prozessor immer wieder den eigentlich flüssigen Ablauf des heimischen Kinoerlebnisses stören.

          Flatrate oder Einzelabruf

          Alle Hardware-Anbieter versuchen zunächst ihre eigenen Inhalte zu vermarkten. Auf Apple TV kauft man Filme bei iTunes, auf Chromecast Filme bei Google Play und auf Fire TV Titel von Amazon. Der Online-Versandhändler geht nun einen entscheidenden Schritt weiter. Mit Fire TV hat man beides: Eine Online-Videothek, in der jeder Filme eine Leihgebühr kostet und die Filmflatrate, deren Verfügbarkeit an die Primemitgliedschaft von Amazon gekoppelt ist. Das sind 49 Euro im Jahr.

          Zum Vergleich: Mitgliedschaften bei Watchever oder Netflix kosten mindestens 96 Euro jährlich. Die Kombination aus Einzelabruf und Flatrate kann man sich übrigens nachbauen. Nutzt man die Apps der Pauschalanbieter auf Apple TV oder Chromecast, hat man auch beide Abrufmöglichkeiten. Weil Amazon mit Fire TV jedoch ein Angebot aus einem Guss liefert und technisch auf neuestem Stand ist, führt für Filmfans an diesem Angebot kein Weg vorbei. Eine Alternative ohne zusätzliche Hardware wäre noch Maxdome. Dort gibt es sowohl einen Festpreis ab 8 Euro monatlich als auch den Einzelabruf.

          Sprechen oder Schreiben

          Der Weg zur ersten Ausleihe bei Amazons Fire TV ist kurz. Kiste per HDMI mit dem Fernseher verbinden, ins heimische Netzwerk integrieren und mit Amazon-Daten anmelden. Schon jetzt kommt eine Funktion ins Spiel, die den Umgang mit Fire TV so bequem macht. In der Fernbedienung steckt ein Mikrofon, um die Software per Sprache steuern zu können. Knopf drücken, „Pulp Fiction“ sagen, Vorschlag auswählen und schon erscheint der Film. Man kann auch Regisseure, Schauspieler oder Themen wie „Actionfilm“ suchen.

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