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Olympus XZ-1 im PT-050 : Ein Taucheranzug für die Kompaktkamera

  • -Aktualisiert am

Passgenau: Die Olympus XZ-1 im geöffneten Unterwassergehäuse PT-050 Bild: Hans-Heinrich Pardey

Die Digitalkamera gehört im Urlaub dazu, auch an Plätzen, für die nicht jede gemacht ist: am oder im Meer. Kaum im Unterwassergehäuse, lässt sich die Olympus XZ-1 wie gewohnt bedienen und liefert die erwartete Bildqualität.

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          Man sieht sie in jeder Saison an zahllosen Stränden und Pools: Digitalkameras, die von ihren Benutzern voller Vertrauen durch den Sand geschleift und sogar in das Wasser mitgenommen werden, obwohl sie dafür nicht ausgestattet sind. Aber Kompaktkameras, denen fast nichts etwas anhaben kann, sei es Sturz, Schnee, Sand, Regen oder Seewasser bis 10 oder 12 Meter Tiefe, haben so gut wie alle Hersteller im Angebot. Drei auf einen Streich bunt herausgegriffen: Die Canon PowerShot D10, die Panasonic Lumix FT3 oder die Pentax Optio WG-1 sind solche Outdoor-Spezialisten. Bei diesen Kameras fährt kein Objektivtubus aus, gezoomt wird im rundherum gedichteten Gehäuse. Aber wie es mit Kompaktkameras nun mal so ist, weil es anders kaum sein kann: Die Bildqualität bleibt begrenzt auf das in dieser Klasse Mögliche.

          Bei den Spiegelreflexkameras sind Gehäuse und Objektive mit professionellem Anspruch häufig so weit gedichtet, dass man mit ihnen in der Brandung Bikinimädchen fotografieren kann. Aber richtig ins Wasser gehen, das kann man beispielsweise mit einer Pentax K-5 doch nicht. Wer das und die damit erzielbare Bildqualität unter Wasser und in größerer Tiefe will, braucht ein druckfestes Gehäuse. Und er wird sich wundern, wie voluminös und (an Land und auf der Reise) schwer so ein speziell für eine bestimmte Spiegelreflex gebautes Gehäuse ist - von den Kosten einmal ganz abgesehen.

          Es funktioniert mittels eines simplen Reibrads

          Ein möglicher Mittelweg: eine erstklassige Kompaktkamera, angemessen verpackt. Damit sind hier allerdings nicht die wasserdicht verschließbaren transparenten Beutel mit Planglas-Frontscheibe gemeint, die es als universelle, in der Praxis aber nicht besonders überzeugende Lösung gibt. Der Haken dabei ist: Kleine Kameras vom Schlage einer Panasonic Lumix LX5 oder Canon PowerShot SX230 sind mit winzigen Bedienungsknöpfen übersät. Die lassen sich in der zähen, bis zehn Meter Tauchtiefe dichten Hülle häufig nur sehr ungenau bedienen. Einziger Vorteil der Universalbeutel, wie sie etwa Ewa-Marine in großer Vielfalt anbietet: Sie sind nicht teuer und passen mehreren ähnlichen Kameratypen.

          Schnorchlers Schnappschuss: In der Blauen Lagune vor Comino (Malta) mit der Olympus XZ-1 im PT-050

          Man benötigt also auch zu seiner kleinen, feinen Kamera ein spezielles Gehäuse, wenn alle ihre Funktionen bequem erreichbar bleiben sollen. In der Oberklasse der Kompakten werden von den Herstellern nicht eben billige dedizierte Kunststoffgehäuse angeboten, mit denen beispielsweise die Lumix TZ-Modelle oder Canons PowerShot SX230 und G12 bis auf 40 Meter Tauchtiefe gehen können. Gleiches gilt vom Gehäuse PT-050 (rund 350 Euro) zur rund 430 Euro im Internetversand kostenden Olympus XZ-1. Die hatte an Land schon mit ihrer Bildqualität überzeugt. Abgesehen davon besitzt sie mit dem Drehring um den Objektivtubus ein bedienungstechnisches Detail, von dem zunächst unklar erschien, wie das in einem Unterwassergehäuse funktionieren sollte. Kurzer Vorgriff: Es funktioniert - mittels eines simplen Reibrads.

          Der Verschluss ist narrensicher

          Alle Bedienelemente des vorderseitig schwarzen, nach hinten aber transparenten Gehäuses, das im Koffer zwar 285 Gramm leicht ist, aber mit den eher knapp angegebenen Maßen von rund 16 × 12 × 12 Zentimeter (Breite, Höhe, Tiefe) schon ein Eckchen Platz haben will, befinden sich da, wo man sie erwartet. Kein Wunder: Von den für einen Einsatz mit Handschuhen vernünftig vergrößerten Tasten führen in abgedichteten Kanälen kleine Stößel mit Gummikuppe genau zu den Tasten der Kamera. Einzige Ausnahmen: Die Zoom-Taste muss gegenläufig zur gewohnten Richtung gedrückt werden, und die Okay-Taste sitzt ein wenig aus dem Zentrum des Bedienrädchens versetzt. Dies ist auf seine Funktion als Vier-Wege-Wippe reduziert, aber das ändert an der Bedienung praktisch nichts.

          Die Kamera passt haargenau in die vordere Halbschale und wird im Gehäuse von Gummikanten und -noppen festgehalten. Apropos, Haar: Ausführlich belehrt die Bedienungsanleitung über alle Risiken für die Kamera wie Fremdkörper, namentlich ein Haar auf dem O-Ring, das dessen Funktion behindern könnte. Der Verschluss des PT-050 ist narrensicher. Kaum ist er geschlossen, lässt sich die Kamera über und unter Wasser wie gewohnt bedienen und liefert die erwartete Bildqualität. Ein großer Blitzdiffusor sorgt für weiche Ausleuchtung und ein UW-Spezialprogramm für gelungene Belichtungen. Mehr noch als die Standbilder haben uns die HD-Videos gefallen. Und die XZ-1 hat ganze Strandtage im PT-050 verbracht.

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