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Olympus vs. Pentax : Wer hat die kleinste Kompakte im ganzen Land?

  • -Aktualisiert am

Feine Glaswaren für den kleinen Sensor: Pentax Q-System Bild: Hersteller

Die Hersteller überbieten sich mit Neuheiten: Pentax hat mit dem Q-System eine „Systemkamera in Zigarettenschachtelgröße“ angekündigt und Olympus drei neue Pen-Modelle präsentiert. Erste Erfahrungen mit dem schnellen Autofokus der Pen E-P3.

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          „Kleinste und leichteste Systemkamera der Welt“ - das ist der Titel, um den es gerade geht. Werbende Ansprüche auf ihn versieht man am besten mit Datum und einem Sternchen: „Zum Zeitpunkt der Bekanntgabe“. Denn die Hersteller überbieten sich gerade mit Neuheiten in dem auch bei uns rasch, auf anderen Märkten aber geradezu beängstigend schnell wachsenden Segment leistungsstarker Kompaktkameras. Systemkamera meint vor allem: Es gibt Wechselobjektive.

          Nach der Sony NEX-3 und NEX-5, die hinter manchen ihrer Optiken wie ein eher zu vernachlässigendes Zubehör verschwanden, bibbert die Fan-Gemeinde bereits auf eine NEX-7. Von Panasonic kommt diesen Monat die Lumix GF3 in den Handel, die sich weiterhin mit dem Titel „kleinste Wechselobjektivkamera mit integriertem Blitz“ und der klitzeklein gedruckten Anmerkung „Stand 13. Juni 2011“ im Internet schmückt.

          Nun hat Pentax mit dem Q-System in Japan eine „Systemkamera in Zigarettenschachtelgröße“, allerdings mit 1/2,3-Zoll-Sensor und entsprechend puppigen Wechseloptiken auf den Markt gebracht, die es bei uns im Herbst geben soll. Und Olympus hat vergangene Woche gleich drei neue Pen-Modelle präsentiert: Die Pen E-P3 ist mit den Abmessungen ihres Metallgehäuses zwar eine gestandene Micro-Four-Thirds-Kamera wie ihre Vorgängerinnen. Sie beansprucht aber, mit Touchscreen-Bedienung und „Frequency Acceleration Sensor Technology“ (FAST AF) den „weltweit schnellsten Autofokus für Systemkameras“ zu haben. Anmerkung: „Stand Juni 2011“. Als Nachfolgerin der kompakt, aber etwas weniger komplex angelegten Pen-E-PL-Modelle wurde die Pen Lite (oder: E-PL3) mit neigbarem Display für den Herbst versprochen. Dann soll es auch die Pen E-PM1 (oder: Pen Mini) geben, die als „kleinste und leichteste Systemkamera“der Welt angekündigt wurde. Außerdem hatte Olympus bei der Vorstellung neue Wechselobjektive im Gepäck: das noch diesen Monat kommende M.Zuiko Digital ED 1:2/12 mm (entsprechend 24 Millimeter Kleinbildbrennweite für rund 800 Euro) und das M.Zuiko Digital 1:1,8/45 mm, das mit 90 Millimeter Kleinbildbrennweite als Porträtobjektiv von September an rund 300 Euro kosten soll.

          Flaggschiff: Olympus Pen E-P3

          Prachtvolle Kamera für „Streetphotography“

          Erste Erfahrungen in Form von genau 992 Bildern und etlichen Videosequenzen konnten mit der Pen E-P3 gesammelt werden, die von Anfang August an in Schwarz, Silber oder Weiß mit dem neu gestalteten Zoom 1:3,5-5,6/14-42 mm II R rund 850 Euro kosten soll. Dabei gefielen vor allem die Ergebnisse mit der neuen Weitwinkel-Festbrennweite. Die Abbildungsqualität des 130 Gramm wiegenden, in acht Gruppen aufgebauten Elf-Linsers verbindet sich aufs Beste mit dem tatsächlich sauschnellen 35-Feld-Autofokus, der nun auch ein Mess-Licht hat. Ein besonderes Detail: Durch Zurückschieben eines vordersten Objektivrings schaltet man blitzschnell auf manuelles Fokussieren um und kann wie in alten Zeiten anhand der Blenden-Markierungen die Schärfentiefe ablesen. Mit diesem Objektiv wird die Pen eine prachtvolle Kamera für „Streetphotography“, also den schnellen und unbemerkten Schnappschuss von Straßenszenen aus nächster Nähe.

          Die Geschwindigkeit, mit der die E-P3 das neue und andere Objektive scharfstellt, resultiert aus mehreren Faktoren, die alle der schnelleren Signalübertragung dienen: Zum einen hat die Kamera einen neuen 4:3-Live-MOS-Sensor (12,3 Megapixel, Empfindlichkeit bis ISO 12 800) erhalten. Den baut Panasonic nach Spezifikationen von Olympus, die sich vor allem auf eine höhere Auslese-Geschwindigkeit bezogen. Der Bildprozessor der Kamera ist ein TruePic VI. Er bringt außer mehr Tempo und weniger Rauschen auch zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten: Nun sind es zehn Art Filter (kamerainterne Bildbearbeitungs-Modi), und sie lassen sich zum Teil noch durch besondere Effekte modifizieren.

          Ein Fall für ganz besondere Liebhaber

          Bedienungstechnisch ist der berührungsempfindliche Dreizoll-Oled-Monitor (610.000 Bildpunkte) das Schmankerl der E-P3. Das gilt sicher nicht für jeden und hängt davon ab, wie man zu fotografieren gewohnt ist. Selbstverständlich passt an die Neue das gesamte System-Zubehör wie etwa der elektronische Sucher. Und im übrigen ist Detailpflege angesagt. Nur zwei Kleinigkeiten: Das Standard-Zoom hat frontal einen Abdeckring bekommen, unter dem das Bajonett für die Konverter sitzt. Das Griffpolster am Gehäuse lässt sich nun abschrauben und gegen Designer-Stücke austauschen. Auch Pen Lite und Pen Mini - die in ihrer Zierlichkeit sehr an die XZ-1 erinnert - profitieren vom neuen Bildprozessor. Aber für beide gilt: Auch ansatzweise steht richtiges Erproben noch aus. Die E-P3 jedoch räumt überzeugend den Haupteinwand gegen die Kontrastautofokus-Messung aus: Sie ist nicht langsamer als eine Spiegelreflex, sondern es gibt etliche mit Phasendetektion arbeitende Kameras, die sich schwerer als sie mit dem flotten Fokussieren tun.

          Beim Betrachten der bloßen Papierform stellen sich zur Pentax Q einerseits Erinnerungen ein und dann aber auch einige Fragen: 750 Euro soll sie im September mit dem Standard-Normalobjektiv 1:1,9/47 mm (KB-Äquivalent) kosten und satte 900 Euro, wenn außerdem ein Zoom 1:2,8-4,5/28-83 mm dem Kit beiliegt. Ferner wurden ein Fischaugen-Objektiv sowie eine weitwinklige „Toy Lens“ mit 35 mm und eine Spielzeuglinse mit Telecharakter (100 mm) angekündigt. Diese haben ein Kunststoffbajonett, die anderen beiden eines aus Metall. Aber wer außer Pentax wird wohl für das Q-Bajonett weitere Linsen anbieten? Damit ist die Erinnerung an die A110 da, die vor Jahrzehnten den Kassetten-Film mit Spiegelreflextechnik auszureizen suchte, wie es die Pentax Q nun mit dem 1/2,3-Zoll-Sensor tun muss. Warum nicht wenigstens eine Nummer größer? So wird die Pentax Q wohl wie die A110 ein Fall für ganz besondere Liebhaber werden.

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