https://www.faz.net/-gy9-7nm8p

Multiroom-System : Sonos’ neue Steuerzentrale

  • -Aktualisiert am

Mit der neuen App wird Sonos einfacher Bild: Hersteller

Sonos spendiert seinem digitalen Musiksystem eine runderneuerte Steuerzentrale. Wir zeigen, wie die Technik mit im ganzen Haus verteilten Lautsprechern funktioniert.

          3 Min.

          Seit ein paar Tagen sind wir Beta-Tester: Sonos, der kalifornische Spezialist für digitale Musik aus dem Netzwerk, hat seine Controller-App, die Steuersoftware zur Verwaltung tönender Schätze, generalüberholt. Journalisten und der harte Kern der Fan-Gemeinde dürfen das vorläufige amtliche Endergebnis schon mal ausprobieren. Wir ließen uns nicht lange bitten - und ergreifen zugleich die Gelegenheit beim Schopf, das in nunmehr sieben Jahren gereifte Gesamtkonzept des Hauses einer Inventur zu unterziehen.

          Ursprünglich nahm Sonos all jene maßvoll technikaffinen Zeitgenossen als Kundschaft ins Visier, die ihre Musik zwar längst in Archiven wie iTunes oder gar auf Netzwerkfestplatten horten, ansonsten aber den Computer lieber aus dem Wohnzimmer und möglichst auch aus den Kernzonen der Freizeitgestaltung heraushalten. Auch umständliche Konfigurationsarbeiten wollte der Hersteller seiner Gemeinde so weit wie möglich ersparen. Deshalb setzte er auf eine drahtlose Parallelwelt zum heimischen W-Lan, die nur über eine unscheinbare Hardware-Bücke mit dem Heimnetz verbunden ist. Die Vorteile: Alle zum Sonos-System zählenden Wiedergabegeräte geben sich ohne komplizierte Adressenvergabe untereinander zu erkennen. Und die musikalischen Datenströme fließen stets stotterfrei, denn sie kommen nicht den Bits und Bytes ins Gehege, die andere, über das Heimnetz verbundene Geräte miteinander austauschen.

          Die bunte Vielfalt der Komponenten

          Die Einrichtung einer Sonos-Anlage geht so: Die Controller-App - es gibt sie für mobile Android- und iOS-Geräte - registriert alle Musikvorräte, die im gesamten Heimnetzwerk greifbar sind, und stellt daraus eine eigene Datenbank zusammen, samt Plattencover und den üblichen Informationen über Titel, Alben, Interpreten und Genre. Stammt die Musik aus iTunes-Archiven, übernimmt die Controller-App sogar die dort gespeicherten Playlisten. Zur Wiedergabe müssen sich passende Elektronikbausteine bei der Steuersoftware anmelden. Dazu drückt man einfach eine Tastenkombination am Gerät, und der Fall ist erledigt. Die App will dann noch wissen, in welchem Raum die Musik spielt. Sie kann nämlich die Beschallung eines ganzen Hauses organisieren - entweder gleichzeitig mit identischer Musik oder mit unterschiedlichem Programm.

          Anfangs kamen als Wiedergabegeräte nur Streaming-Player in Frage - kompakte Komponenten, die entweder eine schon vorhandene HiFi-Anlage mit Musik beliefern oder die, dank eingebautem Verstärker, direkt mit den Lautsprecherboxen Kontakt aufnehmen. Es gibt sie heute noch, im aktuellen Sonos-Programm heißen die beiden Player-Arten Connect und Connect Amp. Mittlerweile aber hat der Hersteller sein System um eine veritable Großfamilie aus aktiven Funklautsprechern erweitert, die sich auf vielfältige Weise miteinander kombinieren lassen und automatisch erkennen, welche elektroakustischen Anpassungen die jeweilige Konfiguration verlangt. Die beiden kompakten Kaliber Play 3 und Play 5 zum Beispiel können autark als Einzellautsprecher musizieren und geben den Ton dann in Stereo wieder, sie können aber auch als Stereopaar auftreten und beschränken sich dann auf jeweils einen Kanal. Ganz ähnlich lässt sich die Mini-Klangsäule Play 1 einsetzen. Einziger Unterschied: Im Einzelauftritt beschränkt sie sich auf die Monowiedergabe - automatisch, versteht sich.

          Heimkino-Fans können den Sountrack zum Film der Playbar anvertrauen, einer zierlichen Lautsprecherzeile, die unter dem Flachbildschirm eine gute Figur abgibt. Ein Subwoofer namens Sub steuert, wenn er soll, ein saftiges Fundament zum Klangbild bei. Die Surroundkanäle können die Lautsprecher Play 3 oder Play 5 bestreiten. Auch hier gilt: Alle Spielpartner erkennen einander und passen ihre Wiedergabecharakteristik an ihre Rolle im Ensemble an. Wir haben die gesamte Sonos-Metamorphose immer wieder mit Hörtests begleitet und finden all diese Lösungen einfach überzeugend: Jeder der Lautsprecher leistet, gemessen an seiner Größe, Respektables; besonders gut hat uns die überraschend musikalische Playbar gefallen. Vor allem aber: Wie immer die möglichen Kombinationen ausfallen, alles passt zusammen.

          Und nun also hat Sonos die Software-Steuerzentrale modernisiert - zunächst nur die Android-Variante, die iOS-Version folgt in Kürze. Das neue, klarere Design macht die App noch übersichtlicher. Und eine interessante Funktion ist hinzugekommen, nämlich eine grenzüberschreitende Musiksuche. So spürt die neue Controller-App Wunschtitel oder Künstler nicht nur in den Archiven des Heimnetzes auf, sondern auch in all jenen Musikdiensten, die sich mit dem Sonos-System über das Internet anzapfen lassen. Allerdings: Ganz stabil läuft die Beta noch nicht. Auf unserem Nexus 7 hat sie sich ein paarmal irregulär verabschiedet. Aber das sehen wir ihr vorerst noch großzügig nach.

          Weitere Themen

          Das filigrane Dach

          Kathedrale der Wellen : Das filigrane Dach

          Die Kathedrale der Wellen auf dem Felsberg hat eine abenteuerliche Geschichte und eine avantgardistische Architektur. Jetzt wird ein tragfähiges Nutzungskonzept gesucht.

          Klasse Kombi-Flunder Video-Seite öffnen

          F.A.Z.-Fahrbericht Peugeot 508 SW : Klasse Kombi-Flunder

          Dem SUV-Trend zum Trotz bringt Peugeot seinen Kombi 508 in einer neuen, fast flunderartigen Version auf den Markt. Martina Göres hat ihn getestet und weiß, warum dieses Auto außen wie innen ein Schmuckstück ist.

          Topmeldungen

          Erledigen Sie die Spieler des gegnerischen Teams: Szene aus dem Handyspiel Call of Duty Mobile

          Anschlag von Halle : Vom Ballerspiel zum Mordanschlag

          Stephan B. wollte seine Attacke in Halle aussehen lassen wie ein Videospiel. Eine Spurensuche in einer Welt, in der alles nur ein Witz sein kann – oder bitterer Ernst.
          Solaranlage im niedersächsischen Stedebergen

          Internationale Energieagentur : Solarstrom auf der Überholspur

          In den kommenden Jahren dürfte die Erzeugung von Ökostrom laut Internationaler Energieagentur kräftig zulegen – vor allem in China. Doch in anderen Bereichen bleibt die Entwicklung hinter den Erwartungen zurück.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.