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MusicCast von Yamaha : Vernetzt in alle Ewigkeit

Eines von 23 neuen Produkten, die nun multiroomfähig sind: der AV-Receiver RX-AS710 Bild: Hersteller

Sonos hat mittlerweile viel Konkurrenz. Multiroom-Systeme liegen bei Herstellern und Käufern voll im Trend. Jetzt ist Yamaha mit MusicCast dran - und spielt einige Trümpfe aus.

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          In Deutschland ist viel Raum für Musik. Es reicht nicht mehr, ein definiertes Zimmer in Wohnung oder Haus zu haben, dessen Wände von einer HiFi-Anlage gepflegt beschallt werden. In jedem Winkel des Hauses soll Musik erklingen. Der Trend geht also weg vom Sessel, der bestplaziert vor zwei riesigen Standboxen steht. Er geht hin zur Hintergrundberieselung in Küche, Keller und Kaminzimmer. Multiroom-Systeme übernehmen dieses Multitasking. Sonos hatte vor einigen Jahren als erstes seine Produkte erfolgreich auf den Markt gebracht und führt diesen bis heute an.

          Inzwischen wollen alle am Geschäft teilhaben. Connected Audio ist der Liebling der Hersteller. Nach einer GFU-Studie konnten sie im ersten Quartal 2015 im Vergleich zum Vorjahr 73,3 Prozent mehr Geräte verkaufen. Ein anderer Trend der Unterhaltungselektronik kommt den Audioherstellern gelegen. Weil das Smartphone nicht mehr aus den Händen der Menschen zu denken ist, nutzen die Anbieter von Multiroom-Systemen das mobile Gerät als Steuerzentrale. Mit der entsprechenden App verwaltet der Nutzer bequem die Musik, weil er sein Handy ohnehin meist in der Tasche hat. Die Lautsprecher empfangen drahtlos die Signale und sorgen für den Sound.

          Die Konkurrenz und das Geschäft ist mittlerweile groß. Nun gesellt sich zu Pionier Sonos neben Samsung, Philips, Denon, Raumfeld, Geneva, Sony und vielen anderen auch Yamaha zu den Multiroom-Anbietern. Sie haben ihr System MusicCast getauft. Dass die Japaner so spät einsteigen, dürfte Kenner des Marktes nicht überraschen. Sie verhalten sich traditionell eher defensiv und abwartend, um sich dann mit hochwertigen und ausgereiften Geräten langfristig auf dem Markt zu etablieren.

          Doch im Falle von MusicCast waren sie eigentlich ganz früh dabei. Schon 2003 hatte Yamaha damit begonnen, das System zu entwickeln. Dann vernachlässigte man es jahrelang, um es in diesem Sommer 2015 mit voller Offensive auf den Markt zu bringen. Auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin feiern die Japaner die offizielle Premiere. Natürlich will man als vermeintlicher Spätstarter besser als die Konkurrenz dastehen. Und in der Tat bietet MusicCast in seiner Komplexität einige Funktionen, die Produkte anderer Hersteller nur vereinzelt haben.

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          Yamaha beeindruckt zunächst durch Quantität. Zum Start von MusicCast stellen die Japaner gleich 23 neue Produkte vor, die multiroomfähig sind. Darunter sind HiFi-Verstärker, AV-Receiver, kabellose Lautsprecher und Soundbars. Den Japanern geht es dabei um Nachhaltigkeit, denn von nun an sollen alle Yamaha-Produkte das MusicCast-Label tragen. Es ist also ein Versprechen für die Zukunft: Lieber Kunde, wenn du uns treu bleibst, kannst du zu Hause deine Musik immer vernetzt hören. Egal, ob du im Wohnzimmer deine HiFi-Anlage mit einem neuen Vorverstärker erweiterst oder in der Küche einen kabellosen Bluetooth-Lautsprecher aufstellst.

          Damit will Yamaha einerseits seine Stammkunden mit in die kabellose Zukunft des Musikkonsums nehmen, aus der „Multiroom“ zweifelsohne nicht mehr wegzudenken ist. Andererseits bieten die Japaner eine echte HiFi-Alternative zu den populären Geräten der Konkurrenz an, deren Angebot meist aus einem kleinen Sortiment von Lautsprechern besteht, die in der Wohnung verteilt und mit dem Smartphone gesteuert werden. Solche Lösungen sind wenig flexibel, der Klang ist nicht immer anspruchsvoll.

          Produkte sind auch Access Point

          Alle Yamaha-Geräte kommunizieren zunächst über W-Lan miteinander: Durch Knopfdruck wird der Receiver ebenso ins heimische Netzwerk eingebunden wie die Soundbar. Yamaha hat ein eigenes Netzwerkmodul entwickelt, dessen Software auf MusicCast zugeschnitten ist. Seine Funktionalität geht über das hinaus, was man von vielen anderen Herstellern kennt.

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