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MP3-Kopfhörer : Ohrhörer schmeicheln dem Gehörgang

  • -Aktualisiert am

Größte Annäherung an die Welt des Idealen: Shure SE420 Bild: Hersteller

Mit den mitgelieferten Standard-Kopfhörern macht das Musikhören mittels MP3-Player nur halb so viel Spaß. Für besseren Klang sorgen „In-Ear“-Ohrstöpsel. Sie steigern - ob für 50 oder 320 Euro - den Hörgenuss. Wir haben drei Produkte miteinander verglichen.

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          Im Urlaubsgepäck zählt der MP3-Player zu den Unentbehrlichkeiten. So richtig veredelt der tönende Knirps die Sonnentage des Lebens aber erst, wenn er seine Klänge über adäquate Kopfhörer entlässt. Und das bedeutet in vielen Fällen: Die vom Hersteller mitgelieferten Schlicht-ohrstöpsel bleiben besser zu Hause und überlassen ihren Platz feineren Alternativen. Wir haben drei interessante Varianten ausprobiert, die alle dem In-Ear-Prinzip folgen, das heißt: Sie verschließen den Gehörhang mit weichen Silikonpolstern luftdicht und schicken den Ton auf kürzestem Weg ans Trommelfell. Solche Konstruktionen haben zwei Vorteile: Zum einen blenden sie lästige Umweltgeräusche aus, zum anderen erlauben sie echte Basswiedergabe - eine Eigenschaft, die jenen Modellen, die nur locker in der Ohrmuschel sitzen, zumeist versagt bleibt.

          Unser preisgünstigster Testkandidat heißt Panasonic RP-HJE500E (um 50 Euro). Seine winzigen Hörkapseln, kaum größer als Erbsen, stecken in silbrigen Aluminiumgehäusen, denen weiße Anschlusskabel entwachsen. So gerät das Utensil beinahe zu einem Schmuckstück. Panasonic liefert dazu, wie auch die übrigen Anbieter, Silikonpolster in verschiedenen Größen. Man sollte geduldig mit ihnen experimentieren, denn der optimale Sitz im Gehörgang hat erheblichen Einfluss auf das Klangergebnis.

          Anspruchsvolle Technik im High-End-Gerät

          Der zweite Hörer, Kostenpunkt um 100 Euro, stammt vom Lautsprecher- und HiFi-Spezialisten Bose. Die etwas größere Bauweise des Tripod IE genannten Modells hat eine besonders aufwendige Anpassung an den Gehörgang zur Konsequenz: Bose liefert anatomisch geformte Silikonelemente, die für besonders guten, kaum spürbaren und sicheren Sitz sorgen.

          Musiziert beachtlich: Panasonic RP-HJE500E
          Musiziert beachtlich: Panasonic RP-HJE500E : Bild: Hersteller

          Der dritte Hörer im Bunde heißt SE420, kommt vom amerikanischen Traditionsunternehmen Shure und weist sich mit einem stolzen Preis von rund 320 Euro als High-End-Gerät aus. Der Tarif erklärt sich mit anspruchsvoller Technik: Jede Hörkapsel des Shure arbeitet mit zwei separaten Schallwandlern für Bässe und Höhen, als echtes Zweiwegekonstrukt also.

          Schon der günstige Panasonic musiziert beachtlich, mit einer ausgewogenen Klangbalance und einer Feinzeichnung hoher Frequenzen, die dem Klang Leben und Klarheit verleihen. Das schaffen die meisten Serienhörer der MP3-Player nicht annähernd so gut. Nur in den tieferen Basslagen könnte er etwas kräftiger mitspielen.

          Luftigkeit und Impulstreue

          Bose ist mit Abstand der basskräftigste Ohrhörer, den wir bisher kennengelernt haben. Davon profitieren auch die tieferen Grundtöne: Instrumente und Stimmen tönen kräftig und geerdet - mit einem Volumen, das in der Welt der mobilen Musik überrascht. Feine Obertonspektren allerdings zeichnet der Bose nicht immer klar genug nach. Mehr Frische in diesen Regionen, und der Bose-Wicht wäre perfekt.

          Die größte Annäherung an die Welt des Idealen schafft das Modell von Shure. Es bearbeitet das gesamte Tonspektrum mit vorbildlicher Neutralität, bildet also Klangfarben wunderbar natürlich ab, bis hin zu schlanken, aber durchaus noch soliden Bässen. Gleichzeitig sorgen Luftigkeit und Impulstreue für eine beeindruckende Verbindung von Leichtigkeit und Präzision: Da strahlt die ganze MP3-Sammlung wie frisch poliert und in schönster Ferienstimmung.

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