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Mobil-Kopfhörer : Musikalische Begleiter für unterwegs

  • -Aktualisiert am

Geschlossene Kapseln: Beyerdynamic T50p Bild: Hersteller

Da mittlerweile jedes Handy oder Smartphone Musik in guter Qualität abspielen kann, sollte man sich den Sound nicht durch billige Ohrhörer verderben lassen. Drei interessante Mobilhörer ganz unterschiedlicher Bauart, Philosophie und Provenienz.

          2 Min.

          Ob Pad, Pod, Phone oder Artgenossen: Die Unterhaltungselektronik wird zunehmend mobil. Das bleibt nicht ohne Folgen für das Angebot an kongenialen Kopfhörern: Es wächst fast im Wochentakt, und wir haben Mühe, der Chronistenpflicht nachzukommen. Zumindest exemplarisch möchten wir ihr genügen. So haben wir drei besonders interessanten Neuheiten gelauscht - Mobilhörern ganz unterschiedlicher Bauart, Philosophie und Provenienz.

          Nummer eins stammt vom Heilbronner Spezialisten Beyerdynamic, hört auf den Namen T50p und kostet um 250 Euro. Der Preis ist plausibel: Es handelt sich um einen Hörer nach bewährten HiFi-Rezepten, mit veritablen, ohraufliegenden Hörkapseln, ordentlichen Polstern und einem flexiblen Stahlbügel. Allerdings gerieten die Kapseln, ein Zugeständnis an die Mobilität, deutlich kleiner als für die stationäre HiFi-Welt. Der T50p zählt zur Spezies der geschlossenen Hörer, die den Vorzug haben, vor Umgebungslärm zu schützen. Eine Schatulle fürs Reisegepäck gehört zum Lieferumfang.

          Neuheit Nummer zwei zählt zu den „Inear“-Hörern, die man direkt in den Gehörgang steckt, um auf diese Weise ebenfalls Lärm auszublenden und tiefe Frequenzen ungeschmälert ans Trommelfell zu transportieren. Vom Bauprinzip kündet auch das Kürzel IE2, das zugleich signalisieren will: Es handelt sich um die zweite einschlägige Modellgeneration von Bose, Preis: 98 Euro. Als Headset-Variante mit einem winzigen Mikrofon am Kabel heißt der Hörer MIE2 und kostet 30 Euro mehr; Bose ergänzt diesen Typ um passende Adapterkabel für die Winzigbuchsen mancher Smartphones.

          Geflügelte Ohranpassung: Bose IE2

          Das Klangerlebnis von Ohrhörern dieses Typs steht und fällt mit dem Sitz der Silikon-Anpassstücke im Ohr. Bose liefert deshalb gleich Versionen in drei verschiedenen Größen mit, an denen zudem noch kleine, flexible Flügel sitzen: Sie sollen die Hörer selbst beim Joggen sicher in der Ohrmuschel halten.

          Schweizer Manufaktur Phonak

          Der dritte Hörer im Bunde kommt aus der Schweizer Manufaktur Phonak, Kennern vor allem bekannt als Konfektionär medizinischer Hörgeräte. Auch er zählt folglich zu den „Inear“-Hörern, und was die Ansprüche des Herstellers an die akustischen Resultate betrifft, so gibt der vollständige Name Aufschluss: Er lautet Audéo PFE 012 Perfect Bass. Phonak spielt damit auf spezielle, in den Schallkanal eingebaute Akustikfilter an. Der Preis liegt bei 79 Euro, einschließlich der mitgelieferten Silikon-Anpassstücke in drei verschiedenen Größen. Eine Headset-Variante mit einem Mikrofon am Kabel ist für 99 Euro zu haben.

          Und wie klingt das Hörer-Trio? Das Modell von Beyerdynamik musiziert kraftvoll und mit realistischer Dynamik, definiert ein kräftiges, sauberes Bassfundament und erfreut seinen Zuhörer auch mit brillanter, strahlender Höhenwiedergabe bis hin zu den höchsten Obertönen. Glasklar, so ist der erste Eindruck. Allerdings wirkt das Klangbild eher kompakt und nicht so weiträumig, wie man es von größeren HiFi-Hörern kennt, und mittlere Frequenzen, etwa von Stimmen und Instrumenten, wirken ein wenig überbetont. Beides könnte am Bauprinzip liegen: Relativ kleine, geschlossene Hörkapseln sind gewiss eine akustische Herausforderung.

          Breitbandige Abbildung des ganzen Frequenzumfangs

          Auch im Fall Bose machte uns die Bauweise ein wenig Sorgen: Wir fanden es ziemlich knifflig, die Anpassstücke perfekt in den Gehörgang zu bugsieren, aber das ist eben immer auch eine Frage individueller Anatomie. Jedenfalls haben wir das Potential des Hörers, eine breitbandige Abbildung des ganzen Frequenzumfangs und eine schöne räumliche Auflösung, sicherlich nicht ausschöpfen können: Mangels perfektem Sitz erschienen uns Bässe viel zu wenig ausgeprägt, aber das könnten andere Lauscher durchaus ganz anders empfinden.

          Wunderbar dagegen kamen wir mit dem Audéo PFE 012 zurecht, der dem Beinamen Perfect Bass alle Ehre macht: Tief und staubtrocken reproduzierte der Winzling düstere Lagen - als Fundament für ein erstaunlich ausgewogenes Klangbild mit wohldosierten mittleren Frequenzen und glitzernden, filigranen Obertönen. Klangfarben von Stimmen und Instrumenten mischte der Audéo so naturnah und differenziert, dass wir diesen zierlichen Schallwandler als Mitreisenden wärmstens empfehlen.

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