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Lumix-G-Serie : Kompakt und kompakt ist mehr als zweierlei

  • -Aktualisiert am

Zweimal Lumix G: Ohne (links) und mit eingebautem Sucher und Kippdisplay Bild: Hans-Heinrich Pardey

Nur in einem Punkt sind die beiden Lumix-Kameras G3 und GF3 wirklich gleich: Sie haben dasselbe Bajonett. Kompaktheit definieren sie sehr unterschiedlich. Die Frage ist: Braucht man einen Sucher oder nicht?

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          Es ist das gleiche Kit-Objektiv Lumix G Vario 1:3,5-5,6/14-42mm Asph. mit optischer Stabilisierung, das der einen wie der anderen Kamera ins Bajonett nach dem Micro-Four-Thirds-Standard (MFT) gedreht wird. Doch dieses Zoom - es entspricht Kleinbildbrennweiten von 28 bis 84 Millimeter - lässt die zierliche Lumix GF3 von Panasonic wie vergewaltigt wirken und kippt den Schwerpunkt mächtig nach vorn. An der Lumix G3 hingegen ist der Eindruck völlig ausgewogen: Diese MFT-Kamera wirkt wie eine besonders kompakte Spiegelreflex.

          Das ist sie zwar nicht, doch pflegt sie mit dem fest eingebauten und wie ein Prismen-Giebel plazierten Sucher genau diese Anmutung - bis hin zum darüber und vor dem Stereomikrofon und dem Zubehörschuh hochspringenden Einbaublitz. Aus der ganz flach gerundeten Gehäuseoberseite der rot gewandeten GF3 ploppt auf Knopfdruck tatsächlich auch ein rechter Zwerg von Blitz (Leitzahl 6,3 bei ISO 160, G3: LZ 10,6) hoch: Einen Anschluss für einen elektronischen Sucher oder ein externes Blitzgerät gibt es nicht. Und das jeweils drei Zoll messende, berührungsempfindliche Display ist in der Rückwand der GF3 fest eingebaut, während es an G3 zum Drehen und Neigen aufgeklappt wird. So unterschiedlich können MFT-Kameras aus dem gleichen Hause sein.

          Anmutung wie Plaste und Elaste

          Es ist klar, nur in einem Punkt sind die beiden Kameras wirklich gleich: Sie haben dasselbe Bajonett, doch sie definieren Kompaktheit im Übrigen sehr unterschiedlich. Die GF3 (Listenpreis rund 550 Euro) versucht die kleinste ihrer Art zu sein, wird zu einer Kompaktkamera aber nur, wenn man ihr eins der beiden lichtstarken Pancake-Objektive (14 oder 20mm Brennweite, jeweils rund 400 Euro) ansetzt. Die G3 rangiert nicht nur preislich (rund 700 Euro Listenpreis) über ihr, sondern in jeder Beziehung: Ausstattung und Leistung genauso wie Abmessungen und mit einem Gewicht von 550 gegenüber 430 betriebsbereiten Gramm. Dass sie gegenüber der G2, ihrer Vorgängerin, kräftig geschrumpft wurde, lässt die GF3 noch kleiner erscheinen.

          Diese hat einen Live-Mos-Sensor mit effektiv 12 Megapixel, die G3 liefert maximal 16 Megapixel große Bilder. Beide Kameras haben einen wirklich schnellen Kontrastautofokus mit bis zu 23 Messfeldern, der sich mit einem Fingerstups aufs Display positionieren lässt. Der berührungsempfindliche Monitor fügt sich besser bei der GF3 ins Gesamtbild ein, denn mit der wird immer am gestreckten Arm fotografiert, während man die G3 mit ihrem 1,44-Megapixel-Sucher gern ans Auge nimmt. Beide Kameras können im AVCHD-Format Videos mit maximal 1920 × 1080 Pixel aufnehmen. Bei beiden ist die Taste zum Schnellstart der Videoaufnahme erfreulich flach gehalten, bei der G3 so gut, dass das Ausschalten manchmal Mühe machte.

          Die G3 glänzt mit hoher Serienbildfrequenz von bis zu 20 Bildern je Sekunde bei Reduzierung auf vier Megapixel, bei voller Ausschöpfung der Bildgröße liegen beide Kameras mit knapp vier Bildern je Sekunde ziemlich gleich auf. Beide können bis zu sieben Rohdaten-Aufnahmen hintereinander zur Speicherkarte schicken. Lässt man beide Kameras mit den Automatiken, die sich wie in Lumix-Modellen üblich mit „iA“ als intelligent ausgeben, und mit dem gleichen Objektiv gegeneinander antreten, dann hat die G3 die Nase hinsichtlich Bildqualität eindeutig vorn: Sie bewältigt vor allem schwierigere Belichtungssituationen besser, wobei sie jenseits von ISO 3200 nicht ungeschickt nachschärfend und glättend eingreift. Dass beide Kameras ein Aluminiumgehäuse haben, glaubt man der GF3 eher. Leider hat nach wie vor das 14-42er-Kitobjektiv eine Anmutung wie Plaste und Elaste.

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