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Lumix DMC-GM1 von Panasonic : Liebling, sie haben Micro-4/3 geschrumpft

  • -Aktualisiert am

Nur durch den Größenvergleich ist gut zu erkennen, wie klein die Lumix GM1 ist Bild: Pardey

Panasonic präsentiert mit der Lumix DMC-GM1 eine vollwertige Micro-4/3-Kamera, die äußerlich wie eine Kompaktkamera wirkt. Kleiner als diese Kamera geht es wohl kaum mehr.

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          Als Mitte des Jahres 2008 von Panasonic und Olympus der mittlerweile von etwa zwanzig Herstellern unterstützte Micro-Four-Thirds-Standard präsentiert wurde, waren zwei der Eckpfeiler des Konzepts das Objektivbajonett mit dem Kommunikationsprotokoll und das Auflagemaß von 19,62 Millimeter. Diese Entfernung zwischen dem Sensor im Gehäuse und der Auflage der Wechselobjektive an der Kamerafront bestimmte das Tiefenmaß der Kameras mit, und das Bajonett tat mit seinem Durchmesser das Gleiche bei der Höhe der Gehäuse. Nun hat Panasonic mit der Lumix DMC-GM1 eine vollwertige Micro-4/3-Kamera präsentiert, die äußerlich wie eine Kompaktkamera wirkt.

          Das Gehäuse der GM1 ist exakt so hoch wie der Außendurchmesser des Bajonetts. Und sechs der 19,62 Millimeter liegen als Ring vor dem Gehäuse, das dadurch mit seiner übrigen Tiefe die Proportionen einer schlanken Kompaktkamera wahrt. Die GM1 ist mit Gehäusemaßen von 99 × 55 × 30 Millimeter und einem betriebsbereiten Gewicht von 272 Gramm etwa so dick wie eine Lumix TZ-41 - aber um etwa eine Kleinfingerbreite schmaler. Und doch hat außer WiFi ein Miniblitz (Leitzahl 4 bei ISO 100) Platz gefunden, der 3-Zoll-Touchscreen kann aber einfach nicht kippbar sein.

          Mit der so ziemlich aufs Äußerste geschrumpften Micro-4/3-Kamera hat Panasonic ein besonders kompaktes Standard-Zoomobjektiv präsentiert, das G Vario 1:3,5-5,6/12-32mm Asph. OIS (mit optischer Bildstabilisierung entsprechend 24 bis 64 Millimeter Kleinbildbrennweite). Die Hersteller-Preisempfehlungen für dieses Kit und das, bei dem außerdem das „Pancake“ 1:1,7/20 mm sowie der Handgriff HGR1 dabei sind, lauten 699 und 999 Euro; im Internet sind die Kits nur rund 50 Euro günstiger.

          Fangen wir mit dem Zoom-Objektiv an: Es hat genau den gleichen Außendurchmesser wie der Bajonettring vor der Gehäusefront und muss entriegelt werden. Dabei fährt es um etwa 2,5 Zentimeter aus. Schade, dass sich mit diesem Vorgang nicht das Einschalten der Kamera verbinden lässt, da könnte man einen Handgriff schneller schussbereit sein. Und noch ein Punkt zur Handhabung: Der schmale Ring, an dem man das Objektiv beim Hinein- oder Herausschrauben anfassen muss, könnte auch eine partielle Riffelung vertragen. Man landet immer wieder auf dem schön griffigen Ring fürs Zoomen und Entriegeln und entriegelt oder zoomt ungewollt oder schraubt das Objektiv nicht weit genug hinein, weil man den Verriegelungsknacks für das Einrasten im Bajonett hält.

          Die Bildqualität der GM1 ist jeder Kamera ähnlicher Gehäusegröße - unter Vernachlässigung des abnehmbaren, allerdings nicht völlig verschwindenden Objektivs wäre etwa an die Sony RX100 mit Ihrem 1-Zoll-Sensor zu denken - überlegen. Das ist dem 17,3 × 13 Millimeter großen LiveMOS-Sensor geschuldet, der im Format 4:3 maximal 4592 × 3448 Pixel große Bilder liefert. Man kann auf die Bildformate 3:2, 16:9 und 1:1 umschalten und hat bei Full-HD-Videos die Wahl zwischen MP4- und AVCHD-Aufzeichnung. Schön, dass sich der Videoknopf unmittelbar neben dem Landeplatz des haltenden Daumens deaktivieren lässt. Apropos Bedienung: So groß wie das prachtvoll hart rastende Rädchen zur Wahl der Betriebsart, der Motivprogramme, Effektfilter und benutzerspezifischer Einstellungen ist der Ring um die Funktionstaste auf dem Gehäuse geraten. Die drei Autofokus-Betriebsarten, zwischen denen man da wählen kann, hätten einen weniger prominenten Platz verdient. Es gäbe Wichtigeres, an das man nicht so schnell herankommt.

          Denn so klein die GM1 ist, so komplex ist sie - falls man das möchte. Es geht mit dem Lumix-typischen „iA“ auch vollautomatisch. Abgesehen von einem Sucher hat sie alles, was man sich zur Bildgestaltung von einer Kamera wünschen kann. Eine Fülle erstklassiger Fremd-Optiken lässt sich an ihr nutzen - der Größe nach wedelt dann der Schwanz mit dem Hund. Zuletzt noch etwas Stilistisches: Die orangefarbene Belederung der Front ist nostalgischer Chic; dass das Gehäuse hinten in der gleichen Farbe gespritzt ist, wirkt billig.

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