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Loewe-Fernseher Connect 55 UHD : Ein schönes Lebenszeichen mit Ultra HD

  • -Aktualisiert am

Flach, schön und nicht mehr ganz so teuer: der Connect 55 UHD von Loewe Bild: Hersteller

Loewe überlebte dank der Investoren. Doch was bleibt vom gewohnten Qualitätsniveau und von der Eigenständigkeit der Marke? Wir haben es exemplarisch hinterfragt am Beispiel des Modells Connect 55 UHD.

          Als Loewe im Oktober 2013 Insolvenz angemeldet hatte, blutete vielen Freunden der Marke das Herz. Denn das Unternehmen steht für ein bedeutendes Stück Industriegeschichte: Als die Brüder Loewe 1923 mit der Herstellung von Elektronenröhren starteten, steckte der Rundfunk noch in den Kinderschuhen. Und als sie 1929 mit der Fernsehentwicklung begannen, leisteten sie visionäre Pionierarbeit für das bis heute erfolgreichste Massenmedium. Als schließlich die smarten Fernseher Mode wurden, hatte Loewe schon zehn Jahre lang Erfahrungen mit seinen internetfähigen Geräten gesammelt. Obendrein standen die Modelle des Traditionshauses stets für herausragende Designqualität - allerdings auch für ein Preisniveau weit oberhalb fernöstlicher Großkonfektion.

          Aber zu einem Abgesang besteht kein Anlass. Denn Loewe lebt - mit neuen Kapitalgebern, einer erheblich verschlankten Fertigungsmannschaft am fränkischen Standort Kronach, einem gestrafften Geräteprogramm und mit Preisen, die nicht mehr ganz so große Löcher ins Haushaltsbudget reißen. Dazu trägt auch die Kooperation mit dem chinesischen Elektronik-Riesen Hisense bei. Was bleibt vom gewohnten Qualitätsniveau und von der Eigenständigkeit der Marke? Wir haben es exemplarisch hinterfragt am Beispiel des Modells Connect 55 UHD, das mit seinem 140 Zentimeter großen Bildschirm die gehobene Mittelklasse repräsentiert. Das Kürzel UHD steht für vierfache HD-Auflösung; sie zählt zur Ausstattung aller neuen Loewe-Fernseher, auch der kleineren Modelle mit 40 Zoll (102 Zentimeter) großen Bildschirmen.

          Rein äußerlich hat sich der neue Connect gegenüber seinem Vorgängermodell aus den Zeiten vor der Insolvenz kaum verändert: Geblieben ist das Loewe-Auge, ein rundes Kontrollelement unter dem Bildschirm, geblieben ist auch die farbige Lautsprecher-Verkleidung am unseren Display-Rand, die sich mit „Colour Kits“ wechseln lässt: Je nach Jahreszeit oder Tapetenwechsel kann man Farbakzente in Schwarz, Silber, Cappuccino oder Petrolblau setzen. Geblieben ist ferner, wenn auch ein weiteres Mal verfeinert, die Bedienoberfläche des Geräts. Sie gefällt mit vorbildlicher Klarheit ganz ohne Icon-Overkill: Links gibt es eine Navigationstaste, die mit unmissverständlichen Symbolen zu den Fernsehprogrammen, Video-Aufzeichnungen, Internet-Radiostationen und Musik, zu Fotos oder zum Web-Browser führen. Rechts finden sich die Symbole für die Lieblings-Inhalte aus allen Sparten, die man dort mit ein paar Handgriffen individuell arrangieren kann. Zur Steuerung dient nach alter Väter Sitte die Infrarot-Fernbedienung. Wer es moderner mag, kann aber auch die Smart Assist App auf sein Handy laden, um damit nicht nur zu zappen, sondern auch den Programmführer aufzurufen und Aufnahmen zu programmieren.

          Das technische Innenleben des neuen Connect hat allerdings mehr als nur ein Facelifting erfahren. So passt die Elektronik zu den Anforderungen des UHD-Bildschirms: Das Gerät hat einen Hardware-Decoder für den neuen Kompressionsstandard HEVC (H.265) an Bord, ist also fit für künftiges UHD-Fernsehen und Filme im neuen Super-Raster. Seine HDMI-Schnittstelle entspricht der Spezifikation 2.0, der dazu gehörige Kopierschutz HDCP trägt die Versionsnummer 2.2; auch diese Details stehen für Zukunftssicherheit. Besonders komfortabel ist die Ausstattung mit doppelten Tunern für die gängigen drei Übertragungswege. Praktisch bedeutet das: Man kann mit der eingebauten, 1 Terabyte großen Festplatte ein Programm aufzeichnen und gleichzeitig ein anderes sehen, oder man kann zwei verschiedene Sendungen gleichzeitig aufnehmen. In manchen Fällen klappt sogar die Doppel-Aufnahme, während man ein drittes Programm guckt - immer dann, wenn zwei der Wunschprogramme im selben Transportstrom übertragen werden. Ein weiterer Vorteil: Während der eine Tuner live empfängt, stellt sich der andere im Hintergrund schon auf die nächste Station in der Programmliste ein. Das macht das Umschalten besonders flott - etwa eine Sekunde dauert der Programmwechsel.

          Aufnahme-Timer lässt sich auch unterwegs programmieren

          Und noch ein paar weitere Extras verdienen Erwähnung, auch wenn sie schon zum Angebot früherer Gerätegenerationen gehörten: Mit der Funktion „Follow Me“ streamt der Fernseher aufgenommene Videos oder das Live-Programm (sofern es unverschlüsselt ist) an ein zweites Loewe-Fernsehgerät. Ein „Media Renderer“ kann Videos und Bilder aus dem Heimnetzwerk wiedergeben. Und der Aufnahme-Timer lässt sich via App auch unterwegs programmieren. Technisch raffiniert: Die Sache funktioniert über eine E-Mail an den Fernseher, klappt also ganz ohne komplizierte Port-Weiterleitung im Router und lässt sich zur Not sogar mit einem normalen E-Mail-Programm bewerkstelligen.

          Die Bildqualität des Connect passt zum Anspruch des Geräts: Der Schirm setzt gutes Material gestochen scharf in Szene, die Einstell-Vorgaben erlauben natürliche, leuchtende Farbwiedergabe, der neue Videoprozessor skaliert Fernseh- und Videobilder in HD-Auflösung überzeugend auf das feinere Raster des Bildschirms. Auch der Ton gefällt; natürlich entfalten die eingebauten Lautsprecher kein Bassgewitter, aber Musik klingt genießbar, Sprache bleibt stets verständlich. Mit seinem Preis von 3400 Euro ist dieser 55-Zöller immer noch kein Schnäppchen, aber technische Reife und die schöne Form verkörpern die Botschaft: Es ist ein echter Loewe.

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