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Lautsprecher Nubert nuPro A-300 : Ein feines Schnäppchen unter den Aktivboxen

Die nuPro A-300 mit ihren 125 Watt Leistung pro Chassis Bild: Hersteller

Die kompakten Lautsprecher A-300 aus der neuen nuPro-Serie von Nubert können es klanglich mit teuren Standboxen aufnehmen. Zudem lässt sich fast jedes Quellgerät direkt anschließen.

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          Lautsprecher-Spezialist Nubert hat die beliebte nuPro-Serie neu aufgelegt und erweitert. Die aktiven Lautsprecher A-10 und A-20 werden von den neuen Boxen A-100 und A-200 abgelöst. Ergänzt wird die Serie durch die A-300, die wir getestet haben. Die drei neuen Modelle unterscheiden sich äußerlich nur in ihren Maßen, im Innern durch die unterschiedliche Leistung der Verstärker. Das A-100-Modell macht sich gut auf dem Schreibtisch als Computer-Zubehör. Die A-200 hat genug Kraft hat, um ein kleines Wohnzimmer zu beschallen. Die A-300 mit ihren 125 Watt Leistung pro Chassis konkurriert letztlich mit mächtigen passiven Standboxen inklusive Verstärker, weil sie laut aufspielen kann, ohne zu verzerren. Und der Preis läuft außer Konkurrenz: Der ist nämlich mit 1050 Euro für das Paar geradezu unschlagbar.

          Günther Nubert und sein Team haben die nuPro-Serie neu konzipiert. Dafür haben sie sich über zwei Jahre Zeit genommen. Elektronik und Chassis wurden noch exakter aufeinander abgestimmt. Aber auch bei Design und Zubehör gibt es sinnvolle Erweiterungen. So kann man die Membranen hinter einer Frontabdeckung verstecken, die sich einfach per Magnet am Gehäuse festhält. Eine kleine, scheckkartengroße Fernbedienung liegt bei, über die man die Eingänge und Lautstärke wählen kann. Und damit der Kunde wirklich nichts außer einem Zuspieler braucht, legt der Direktversender aus Schwäbisch-Gmünd entsprechende Kabel dazu.

          Mit Fernbedienung und Display

          Das Gehäuse aus MDF-Holz gibt es in schwarzer oder weißer Ausführung. Es wirkt in seiner seidenmatten Lackierung sehr sauber verarbeitet und hochwertig. Die Längskanten sind - auch aus klangtechnischen Gründen - gefällig abgerundet. Vier kleine Gummifüßchen sorgen dafür, dass Vibrationen der Standfläche den Klang nicht beeinflussen.

          Das großzügige Display unterhalb des Mitteltieftöners

          An der Front, unterhalb des Tieftöners, ist ein großzügiges Display angebracht. Die Anzeige lässt sich per Navigationskreuz oder Fernbedienung bedienen. Einstellungen lassen sich sogar speichern, sodass man je nach Stimmung und Art der Musik etwa mehr oder weniger Bass im Raum verbreiten kann. Bestückt ist die A-300 mit einem 18 Zentimeter großer Mitteltieftöner, dessen Kunststoffmembran gefertigt ist. Die Hochtonkalotte ist 25 Millimeter groß und wird von einem Metallgitter geschützt. An der Rückseite findet man ein Reflexrohr, das die tiefen Frequenzen passiv unterstützt.

          Einen Eingang findet fast jedes Gerät

          Die Elektronik der A-300 gehört ebenfalls zum Feinsten. Die Signalverarbeitung ist durchgehend digital. Erst wenn die Endstufen den Membranen den gehörigen Schwung verleihen sollen, wird das Signal in ein analoges gewandelt. Ein Mikrocontroller nimmt sich die eingespeisten Signale und verwaltet sie unverzüglich. Analoge Signale werden direkt in digitale umgewandelt. Wer sich also die A-300 zulegt, braucht nur noch einen Zuspieler wie CD-Player, Netzwerkspieler, Computer oder Smartphone anzustöpseln. Den Rest übernimmt die vollaktive Box. Einen Eingang findet jedes Gerät.

          Es stehen zur Verfügung ein analoger Cinch-Eingang. Dieser hat sogar eine automatische Empfindlichkeitsanpassung. Dadurch bekommen auch leise Quellgeräte eine entsprechende Lautstärke. Die S/PDIF-Schnittstelle hat eine optischen und elektrischen Eingang. Die A-300 nimmt dort Signale mit einer Abtastrate mit bis zu 96 Kilohertz und 24 Bit Wortbreite an. Und es gibt auch die Möglichkeit, die Musik in Datei-Format über USB zuzuführen. Allerdings funktioniert die Übertragung nur bis 48 Kilohertz und 16 Bit Worttiefe. Die USB-Schnittstelle arbeitet synchron, die A-300 hat somit keinen eigenen Taktgeber (Clock). Flac-Dateien und andere hochauflösende Formaten werden dann vom Computer vorher verlustbehaftet heruntergerechnet.

          Nahezu jeder Zuspieler findet einen Eingang

          Der Klang der A-300 lässt sich über Einstellungen am Display beeinflussen. Das ist praktisch, weil man den Sound räumlichen und situativen Gegebenheiten anpassen kann. Wenn die Lautsprecher nahe einer Wand stehen, sollte man den Bass etwas herausnehmen. Hört man leise Musik, kann es sinnvoll sein, diesen etwas zu verstärken. Die Pegel für den Mittel-Hoch- und Tieftonbereich lassen sich um bis zu 12 Dezibel verändern. Und dies mit einer feinen Abstimmung: Die Frequenzgrenze der Filter lassen sich in Abständen von 10 Hertz verschieben. Dies geschieht aufgrund der aktiven Filtertechnik linear, sodass sich diese Anpassung nicht auf den gesamten Klang negativ auswirkt.

          Souveräner und vornehmer Klang

          Wie immer gilt: Was zählt, ist der Klang. Und der ist bei nuPro A-300 von erhabener Schönheit. Die Nubert-Boxen klingen unglaublich sauber, unaufgeregt neutral und unheimlich differenziert. Es ist schon erstaunlich, wie souverän diese Lautsprecher mit der Musik umgehen. Der äußerst tief gehende, deutlich konturierte Bass (hinunter bis 30 Hertz bei +/- 3 dB) hält im Keller absolute Ordnung während im Dachgeschoss kleine, feine Räume entstehen, die wohltuend ausgeleuchtet, aber niemals zu hell sind. Der mittlere Bereich ergänzt sich mit den beiden anderen perfekt. So sind etwa Stimmen weder aufdringlich noch zurückhaltend.

          Kritik setzt auf hohem Niveau ein: Aufgrund ihrer neutralen Abbildung wird einigen Rock- oder Popsongs der Groove entzogen. Manche Gitarre wünscht man sich kräftiger und dominanter, der Bass könnte mitunter mehr Wumms haben. Ihn mit der Klangregelung anzuheben, würde allerdings nicht zu dieser vornehmen Box passen.

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