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Messe Can Jam Europe : Drei Kopfhörer aus drei Schallwelten

Von 1000 bis 5000 Euro: Beyerdynamic T1, Hifiman HE-1000 und Stax SR-009 Bild: Hersteller

Auf der Messe Can Jam lassen sich Hunderte Kopfhörer testen – auch die besten und teuersten. Wir stellen drei Topmodelle vor, die mit unterschiedlichen Techniken Klang erzeugen.

          6 Min.

          Es ist wieder Zeit für Essen. Am nächsten Wochenende pilgern hungrige Musikliebhaber aus ganz Europa in die Stadt im Ruhrgebiet, um sich an den teuersten, mächtigsten, abseitigsten und gängigsten Kopfhörern der Welt sattzuschauen und sattzuhören. Wer auf der Messe Can Jam Europe (26.-27. September) im Essener Kongresszentrum aufmerksam einen Tag verbringt, darf sich danach zu den Kennern zählen. Denn dort warten zum Probehören sehr viele aktuelle Kopfhörer aus aller Welt, die eine Relevanz haben. Vor drei Jahren ist die Messe mit 60 Marken gestartet, jetzt verweist man stolz auf über 100.

          Als Besucher verliert man allerdings auch schnell den Überblick. Denn es gibt Kopfhörer von 50 bis 5000 Euro, In-Ear-Hörer und ohrumschließende Modelle, geschlossene und offene Varianten, bassfreudige und hell klingende Produkte sowie außengeräuschdämpfende mit Bluetooth-Empfang. Und nicht alle erzeugen mit der weitverbreiteten elektrodynamischen Technik die Schallwellen und somit den Klang für die Ohren.

          Schwer im Trend liegt das magnetostatische Verfahren. Kopfhörer elektrostatisch zu betreiben ist die dritte und seltenste Technik. Eigentlich baut diese nur ein Unternehmen aus Japan: Stax. Auf der Can Jam warten nun Topmodelle aus allen drei Bereichen, um dem Besucher zu beweisen, dass sie die besten ihres Faches sind. Wir stellen drei vor.

          Elektrodynamisch: Beyerdynamic T1

          Die meisten Kopfhörer, die man an den Ständen der Can Jam, in den Regalen der Elektronikmärkte und auf Internetportalen findet, sind elektrodynamische Modelle. Ein zu einer Schwingspule gewickelter Kupferdraht ist zentriert an einer runden Membran befestigt. Diese Spule erzeugt ein Magnetfeld, wenn Strom durch den Draht läuft. Weil neben ihr ein fester Magnet sitzt, wird die Schwingspule angezogen und abgestoßen. Die daran befestigte Membran bewegt sich deswegen ebenso und verdrängt dabei sehr schnell Luft. Schallwellen entstehen - und somit der Klang.

          Der neue T1 von Beyerdynamic ist einer der Besten unter den elektrodynamischen Topmodellen. Sein Klang ist mitreißend und kraftvoll.

          Der neue T1 von Beyerdynamic ist unter den elektrodynamischen Topmodellen einer der Besten. Sein Vorgänger kam bereits 2009 auf der Markt. Er gilt als einer der frühen Kopfhörer in diesem High-End-Bereich. Am Beispiel des neuen T1 lässt sich gut zeigen, wie wichtig das Gewicht der Schwingspule ist und wie diese den Klang beeinflusst. Ziel eines jeden Herstellers sollte es sein, das Gewicht möglichst zu reduzieren, weil nur so eine hohe Impulstreue und somit ein unverfärbter Klang erreicht wird. Beyerdynamic konnte beim T1 einen sehr dünnen Draht mit einem Durchmesser von nur 18 Mikrometern verwenden, was zu einem geringen Spulengewicht führt. Der dünne Draht hat allerdings auch mit 600 Ohm eine hohe Impedanz, was eigentlich ein Nachteil ist, weil solche Kopfhörer schwierig zu betreiben sind und von entsprechenden Verstärkern unterstützt werden sollten. Doch Beyerdynamic kann auf seine Tesla-Magneten setzen, die einen hohen Wirkungsgrad haben, so dass der T1 an jedem handelsüblichen Verstärker funktioniert.

          Das geringe Gewicht von Spule und Membran beeinflusst auch den Klang. Der neue T1, der sich im Grunde genommen nur durch eine leichte Klangmodifikation vom Vorgängermodell unterscheidet, überzeugt durch ein absolut präzises und natürliches Klangbild. Seine Impulstreue ist vorbildlich: Töne mit kurzem, kräftigem Ausschlag und geringem Nachschwingen bildet der T1 vom unteren bis oberen Frequenzbereich exakt ab. Das führt beim Hören dazu, dass man nach wenigen Sekunden vom Takt mitgerissen und die Musik nach vorn getrieben wird. Stimmen wirken nahe und kräftig, die Höhen sind äußerst differenziert. Es entsteht zwar keine besonders große Bühne wie etwa bei Sennheisers HD 800. Doch in puncto Neutralität und Natürlichkeit zählt der T1 zu den Besten, die es im elektrodynamischen Bereich gibt.

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