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Bluetooth-Kopfhörer im Test : Bumms gegen Pieps

Zik 2 von Parrot

Der Zik 2 macht mit ähnlichen Eigenschaften auf sich aufmerksam wie der Beats. Das französische Unternehmen legt viel Wert auf das Aussehen seiner Produkte. So konnte man den Designer Philippe Starck als Gestalter für diesen Kopfhörer gewinnen. Die Formgebung des Zik 2 ist ebenso wie die seines Vorgängers geprägt durch die beiden Metallelemente, die den Bügel mit den üppigen Muscheln verbinden. Kein Kabel stört das Design, auch dieser Kopfhörer lässt sich per Bluetooth die Audiosignale zuspielen.

Selbstverständlich darf die aktive Rauschunterdrückung nicht fehlen, die auch hier nicht ganz leise vor sich hin arbeitet. In diesen Punkten funktionieren Studio und Zik also ähnlich: Mit dem Smartphone per Bluetooth koppeln, die Geräusche der Außenwelt werden aktiv ausgeblendet. Auch hier lässt sich der Kopfhörer an der äußeren Muschel bedienen, so dass man nicht in die Hosentasche greifen muss.

Den Zik 2 von Parrot gibt es in verschiedenen Farben, auch in klassischem Schwarz
Den Zik 2 von Parrot gibt es in verschiedenen Farben, auch in klassischem Schwarz : Bild: Hersteller

Hier zeigt Parrot, dass es eleganter geht. Die Außenfläche der rechten Muschel ist ein Touchpad, ohne dass man es als solches erkennt. Einmal Tippen bedeutet „Pause“ und mit einer zweiten Berührung spielt die Musik weiter. Nach vorn oder nach hinten wischen heißt zum nächsten Lied vorspringen oder zum Anfang des aktuellen zurück. Wischt man nach oben, wird die Musik lauter, leiser dreht man durch Wischen nach unten.

Man möchte es aufgrund der nahtlosen Lederoberfläche nicht glauben, aber es funktioniert. Hin und wieder interpretiert der Zik das Wischen als Tippen. Diese Fehlerquelle kann man nahezu komplett eliminieren, indem man einfach mit zwei Fingern wischt. Ebenfalls clever von Parrot gemacht: Sobald man den Kopfhörer abnimmt, hört er auf zu spielen, und fängt wieder an, wenn man ihn abermals aufsetzt. Darüber wachen Sensoren am inneren Rand des rechten Muschelpolsters. Eine enorm praktische Funktion.

Völlige Freiheit beim Einstellen

Selbst an eine komplexe App hat Parrot gedacht. Sie ist im Wesentlichen dazu da, dass Hörer den Klang individuell einstellen können. Der Equalizer lässt sich auf verschiedene Weise bedienen. Am einfachsten ändert man den Pegel von Frequenzen, indem man in einer verständlichen Animation der App einen Punkt mehr Richtung „Pop“, „Punchy“, „Club“ oder weiteren vorgegebenen Einstellungen zieht. Je nach Nähe des Punktes zur Einstellung ist dann der spezifische Sound mehr oder weniger ausgeprägt. Völlige Freiheit beim Einstellen gewährt der „Produzenten-Modus“. Zwischen 100 und 10.000 Hertz kann man an fünf unterschiedlichen Stellschrauben drehen. Und selbst an diejenigen, denen das zu kompliziert ist, hat Parrot gedacht. Es lassen sich „voreingestellte Funktionen“ von prominenten Musikern herunterladen und einrichten.

Das ist einerseits ein Service von Parrot, der bei kompetenter Bedienung den Klang des Kopfhörers durchaus verbessern kann, und daher zu loben ist. Andererseits sind wir kein Freund solcher Equalizer-Spielereien. Es gibt genügend hervorragende Kopfhörer, die keine Nachhilfe brauchen. Also haben wir den Zik 2 im Originalzustand gehört. Er packt die Lieder von der Seite, wo sie der Beats loslässt. Die Höhen sind leicht hervorgehoben, sie klingen differenziert und manchmal einen Hauch zu klingelig. Von ihrer Färbung passen sie allerdings gut zu den Mitten, die mitunter etwas grell erscheinen.

Bei Frauenstimmen hat man dann das Bedürfnis, den Pegel einige Dezibel nach unten zu ziehen oder den Ton mit mehr Volumen aufzublasen. So klang auch Mark Knopflers Gitarre gelegentlich etwas dünn und quietschig. Zudem hat man manchmal das Gefühl, dass sich der Zik bei sehr schnell gezupften Saiten etwas „überschlägt“, die Membran in ihrer Bewegung nicht ganz mithält.

Dennoch hält dieser Kopfhörer eher das, was Beats großmundig verspricht. Weil er neutral ist, hört man die Musik in etwa so, wie vom Künstler beabsichtigt. Doch für zirka 350 Euro würde man sich einen harmonischen Sound wünschen. Und liebe Eltern, die ihr einen Beats verschenken wollt: 380 Euro für einen Subwoofer inklusive Hochtöner sind zu viel.

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