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Kamkorder im Vergleich : Youtube-Kamera oder Hightech-Maschine?

Wer Filme drehen will, sollte wissen, was er tut: Mit 1000 Euro teuren Hightech-Maschinen ambitionierter Hobby-Regisseur spielen, oder doch nur mit dem Pocket-Kamkorder für 200 Euro Youtube befüllen. FAZ.NET hat beide Geräteklassen getestet.

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          Solange sich noch ein paar vergilbte Blätter an dürren Ästen festkrallen, verdrängen wir es gern. Die Wahrheit aber ist: Knecht Ruprecht und seine rotbemützten Freunde wetzen schon längst die Kufen für ihren saisonalen Großeinsatz, und wir als ihre Ausführenden müssen uns wie stets um diese Zeit fragen, worüber sich unsere Liebsten denn besonders freuen würden. Wie wäre es mit einem neuen Kamkorder zum Fest? Illuminierte Christbäume und strahlende Kinderaugen liefern schließlich Motive satt, und familiäre Erlebnisdichte an den Weihnachtstagen verlangt einfach nach Konservierung.

          Marco Dettweiler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Aber welches Modell ist das richtige? Kamkorder führen ja heute ein technisches Multikulti-Dasein: Speichermedien, Digitalformate, Pixelauflösungen – alles existiert in verwirrender Vielfalt nebeneinander. Und das omnipräsente Kürzel HD signalisiert, dass selbst Einsteiger-Winzlinge schon mit der Pixelfülle eines großen Flachbild-Fernsehers filmen, bis hin zum Bildpunktraster 1920 × 1080. Eingrenzung der Auswahlkriterien ist also das Gebot der Stunde, und so haben wir uns auf zwei Geräteklassen konzentriert: einerseits auf den Kamkorder-Hochadel, der neben überbordendem Digitalkomfort extreme High-Definition-Schärfe bis in die letzten Lachfältchen verspricht, andererseits auf jene Knirpse, die wie ein Handy aussehen, nur ein Taschengeld kosten und auf schnelle Schüsse aus der Hüfte zugeschnitten sind.

          Die vier Pocket-Kamkorder im direkten Vergleich als interaktive Flash-Animation

          Die Kodak Zi8 macht die besten Bilder
          Die Kodak Zi8 macht die besten Bilder : Bild: Hersteller

          Die Top-Klasse unter den Kamkordern

          Zunächst zur Top-Klasse: Zu den günstigen Maschinen dieser Liga zählt der handliche Samsung HMX-106, ein Apparat ohne Ecken und Kanten, der schon zum Kampfpreis um 750 Euro mit einem eingebauten Festspeicher gigantischen Kalibers aufwartet: 64 Gigabyte können seine Halbleiterzellen laden, das reicht für gut neun Stunden High-Definition-Aufnahmen in der höchsten Qualitätsstufe und für rund zwei Tage in konventioneller Fernsehauflösung mit 576 Zeilen. Das Gerät zählt damit zu jener Kategorie, die ganz ohne mechanische Speicher auskommt: Band, Festplatte, optische Scheibe – all das zählt unter den modernsten Videokameras zum alten Eisen. Der Samsung nimmt im Format MPEG-4 mit der Kodierung H.264 auf, einem in der digitalen Welt gängigen Universalformat (siehe Kasten am Ende des Textes).

          Zur Bedienung tippt man einfach auf den sechs Zentimeter großen Touchscreen-Sucher und stellt dabei fest: Dieser Kamkorder ist für den mühelosen Einstieg konzipiert. Die Menüs führen rasch zu den wichtigsten Funktionen, allzu Kompliziertes wurde einfach weggelassen. Die Funktionen des optischen Bildstabilisators, der Blitz-Zuschaltung und einer narrensicheren „Easy“-Generaleinstellung erreicht der Filmer sogar über echte Tasten. Gut für Innenaufnahmen: Der zehnfache Zoombereich des Samsung schließt recht breite Weitwinkelperspektiven ein. Auch seine Bildqualität überzeugt: Er fängt Farben mit natürlichen Tönen ein, zeichnet Details sauber und bildet, dank eines sicheren Autofokus und eines ordentlichen Bildstabilisators, auch auf großen Mattscheiben alles in gebührender Schärfe ab. Das gilt ebenso für die Fotos, die der Kamkorder mit knapp 5 Megapixel Auflösung schießen kann. Nur in extremen Tele-Einstellungen lässt die Schärfe etwas nach, und wenn das Aufnahmelicht zur Neige geht, zeigt sich deutliches Rauschen. Aber leider: Der Autofokus sucht oft zu lange nach der richtigen Linsenposition. Das verzögert auch die Foto-Auslösung: Manchmal klickt der Knirps erst zwei oder gar drei Sekunden nach dem Abdrücken.

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