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Kamkorder im Vergleich : Gegen diese HD-Filme sehen Fernsehbilder alt aus

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Aufrecht und edel: Sony HDR-TG3 Bild: Hersteller

Winzige Videoknirpse, riesige Bildschirme: High-Definition-Technik macht die kleinen Kamkorder zu perfekten Partnern. Wo die Stärken und Schwächen der Geräte liegen hat Wolfgang Tunze getestet.

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          An der Benzin-Zapfsäule ist die Qualität „Normal“ schon fast ausgestorben, auch unter den Kamkordern weicht sie zunehmend dem Besseren: High Definition wird immer mehr das Video-Format der Wahl. Denn die Bilder auf modernen Flachbild-Fernsehern sehen am besten aus, wenn sie das feine HD-Pixelraster 1920 × 1080 haben. Und die Entscheidung für High Definition bedeutet längst nicht mehr, dass ein Rucksack voll Technik mit auf die Reise muss. Gravierende Konto-Einbrüche sind auch nicht zu befürchten: Die jüngsten digitalen Videokameras bergen ausgereifte HD-Technik in verblüffend winzigen Gehäusen, die notfalls sogar in die Jackentasche passen. Und die Preise haben die 1000-Euro-Marke schon deutlich unterschritten.

          Wir haben uns drei der beliebtesten aktuellen HD-Modelle näher angeschaut: die Videozwerge Canon HF 100 (um 780 Euro), Panasonic HDC-SD9 (um 630 Euro) und Sony HDR-TG3 (um 750 Euro). Alle drei filmen nach dem jüngsten Standard AVCHD, der die hochwirksame Video-Kompression H.264 verwendet. Als Speichermedien dienen ihnen winzige Kärtchen, Canon und Panasonic setzen auf das gängige SD-Format, Sony arbeitet mit dem im eignen Hause entwickelten Memory Stick Pro Duo. Solche Medien bieten in der Speichergröße 8 Gigabyte Platz für mehr als eine Stunde HD-Video und kosten derzeit zwischen 40 und 60 Euro; Canon liefert eine 8-Gigabyte-SD-Card mit, Sony spendiert einen 4-Gigabyte-Memory-Stick.

          Von Korpulent bis filigran

          Die Bildarchivierung auf mechanikfreien Chipkärtchen ist der Schlüssel zur extrem kompakten Bauweise. Canon stellt unter den Winzlingen noch das korpulenteste Modell mit einem Einsatzgewicht von 424 Gramm. Der Kamkorder hat die konventionelle Bauform: Objektiv und Korpus bilden eine röhrenförmige Einheit, die man gut mit der Faust umgreifen kann. Das gilt auch für den kleineren Panasonic, der in einem eleganten, mit schwarzem Metallic-Lack veredelten Gehäuse steckt und nur 333 Gramm wiegt.

          Klein, schwarz, handlich: Panasonics HDC-SD9
          Klein, schwarz, handlich: Panasonics HDC-SD9 : Bild: Hersteller

          Der Sony weicht von diesem Konstruktionsprinzip demonstrativ ab: Mit dem HDR-TG3 ist der Hersteller zur Hochkant-Gehäuseform zurückgekehrt, mit der JVC vor einigen Jahren in der Kamkorder-Szene die Digitalära eröffnete. Und weil Sony seine Senkrecht-Maschine ganz besonders filigran gestaltete (Gewicht nur 291 Gramm), liegt auch dieser Apparat gut in der Hand. Mehr noch: Seine feine Titan-Verkleidung, farblich dazu passende dunkelbraune Kunststoff-Gehäusepartien und ein braunes, exquisites Ledertäschchen (Sonderzubehör) machen dieses Gerät zu einem Schmuckstück.

          Die üblichen, vielfältigen Möglichkeiten der Voreinstellung organisieren alle drei Geräte über brauchbar gestaltete Menüs. Canon und Panasonic bieten zum Manövrieren kleine Joysticks an; die Canon-Variate sitzt gut erreichbar am Monitor-Rand, beim Panasonic muss man, etwas weniger bequem, an die linke Gehäuseseite greifen. Noch besser gefallen hat uns die Sony-Lösung: Hier löst das Antippen des berührungsempfindlichen Bildschirms die Befehle aus.

          Mit wenig Aufwand zum Ziel

          Alle zum Filmen nötigen Bedienelemente lassen sich gut erreichen. So sitzen die Zoomhebel auf den Oberdecks von Panasonic und Canon genau an der richtigen Stelle, der Daumen findet die Auslösetaste von allein. Etwas gewöhnungsbedürftig sind die entsprechenden Bedienelemente beim Sony: Hier muss der Daumen auch den Zoom steuern; Sony hat hierzu ein Rädchen auf die Rückseite des Kamkorders gepflanzt. Die Monitore zur Aufnahmekontrolle haben in allen drei Fällen das Diagonalmaß 7 Zentimeter. Das Sichtfenster des Panasonic bringt ein feineres Pixelraster als die der anderen beiden mit, was etwas mehr Schärfe bewirkt. Die Helligkeit ist in allen Fällen zufriedenstellend; direkt einfallendes, grelles Sonnenlicht allerdings überstrahlt die Schirmchen.

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