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Kamkorder : Die ersten Kamkorder-Zwerge mit Wechsel-Festplatte

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Winzling: Kamkorder GZ-MC200 Bild:

Zwei neue Kamkorder-Modelle von JVC sorgen für Furore: Sie sind mit einer winzigen Wechselfestplatte angetreten. Microdrive heißt das Zukunftsformat.

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          Seit der Videorekorder mehr und mehr der DVD-Aufnahmemaschine weicht, sind die Tage der Magnetband-Kassette gezählt. Das gilt neuerdings auch für ihre letzte Domäne, die Kamkorder; denn auch hier machen sich modernere Medien für die technische Übernahme fit. Welches Format allerdings das Rennen um die Nachfolge der bewährten DV-Kassette für sich entscheidet, ist offen, seit der vergangenen Woche sogar offener denn je. Seither nämlich sorgen zwei neue Kamkorder-Zwerge von JVC in Fachkreisen für Furore, vielversprechende Multitalente, die mit einer winzigen Wechsel-Festplatte antreten, mit ihren zierlichen Maßen in der geschlossenen Faust verschwinden und dennoch mindestens so scharf filmen sollen wie ausgewachsene DV-Modelle. Auf der Fachmesse Photokina, die am 28. September in Köln beginnt, kann das Publikum die Knirpse erstmals in Augenschein nehmen. Wir fanden ihr technisches Konzept so interessant, daß wir es schon jetzt vorstellen möchten.

          Alle bisherigen Alternativ-Kamkorder, die mit neuen Speichermedien wie der Festplatte oder der Chipkarte filmen, setzen auf Digitalformate, deren technische Eckdaten klarstellen, daß sie nicht das Niveau von DV-Aufnahmen erreichen. Da sorgt etwa der Kompressionsstandard MPEG 4 für begrüßenswert sparsame Datenmengen, aber auch für mindere Bildschärfe; Pixelraster in gröberem Format, als es unsere klassischen Standards hergeben, lassen bisweilen filigrane Details verschwinden.

          Die beiden JVC-Neulinge Everio GZ-MC200 und GZ-MC100 nehmen dagegen im MPEG 2 auf, dem Kompressionsstandard des Digitalfernsehens und der DVD, und zwar auf Wunsch mit Datenraten, die jene des Digitalfernsehens weit übertreffen, ja sogar an das DVD-Niveau heranreichen: Mit bis zu 8,5 Megabits je Sekunde filmen die beiden Maschinchen. Zum Vergleich: Die DVD speichert Bild und Ton mit maximal 9,8 Megabit je Sekunde, bei digitalen Fernseh-Ausstrahlungen reichen 4 bis 5 Megabit für prächtige Bilder.

          Selbst wer mit maximaler Datenrate filmt, kann immerhin eine halbe Stunde auf dem Speichermedium verewigen, einem nur 43 x 36 Millimeter großen Aggregat des Typs Microdrive mit einer Kapazität von 4 Gigabyte. Die Video-Daten lassen sich ohne umständliche Umkodierungen auf eine DVD brennen. Dazu wird der Kamkorder einfach über ein USB-2.0-Kabel an den Rechner angeschlossen, den Rest erledigt die mitgelieferte Software.

          Die beiden JVC-Modelle taugen auch für Digitalfotos. Ihre Sensoren fangen Standbilder mit 2 Megapixel ein, mit maximal 1600 x 1200 Pixel. Das reicht für scharfe Papierabzüge im DIN-A5-Format. Je nach Kompression passen zwischen 5600 und 10000 Bilder dieses Kalibers auf die winzige Wechselplatte - das reicht für einen ausgedehnten Urlaub.

          Mit reinrassigen Fotokameras können die beiden Gerätschaften auch dank ihrer Bauform konkurrieren: Das kleinere Modell GZ-MC100 geriet kaum üppiger als ein älteres Handy. Sein Hochkant-Gehäuse mißt nur 41 x 103 x 71 Millimeter, die größere Variante mit robustem Handgriff und drehbarer Objektiv-Sektion ist mit 74 x 56 x 94 Millimeter auch nicht viel korpulenter. Wie klar diese Mikro-Wichte die Welt tatsächlich ablichten - darüber berichten wir demnächst, wenn die ersten Seriengeräte verfügbar sind.

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