https://www.faz.net/-gy9-79em9

JVC-Camcorder : Sieht aus wie ein Fotoapparat

  • -Aktualisiert am

Camcorder GC-PX100 von JVC: Schnelle Elektronik, ansehnlichen Bilder Bild: F.A.Z.

Superzeitlupe, Weitwinkelaufnahmen und eine W-Lan-Verbindung, die vielfältig nutzbar ist. Der neue JVC-Camcorder GC-PX100 überzeugt aber auch mit der Qualität der Bilder.

          3 Min.

          Ein dickes schwarzes Objektiv-Rohr, quer dazu ein griffiger Korpus - das ist eigentlich der klassische Bauplan einer Fotokamera. JVC aber gefällt es, die Topmodelle seiner Camcorder nach diesem Prinzip zu zeichnen. Schon im Herbst 2011 brachte der Hersteller einen Apparat mit dieser Silhouette auf den Markt. Das GC-PX10 genannte Modell setzte sich auch mit anderen Eigenschaften vom Mainstream ab: Superzeitlupe, extrem schnelle Einzelbildfolgen, auf Höchstleistung gezüchtete Signalverarbeitung. Jetzt bringt der Hersteller ein Folgemodell auf den Markt, das auf den Namen GC-PX100 hört, um 1050 Euro kostet und bewährte Tugenden noch überbieten soll.

          Stichwort Superzeitlupe: Der Neue kann mit bis zu 500 Einzelbildern je Sekunde filmen, um sie im Normaltempo abzuspielen. So ergibt sich eine zehnfach verlangsamte Wiedergabe, allerdings nur in kleinem Format: Im Tempo 500 besteht das Video nur aus 320 mal 176 Bildpunkten; im Normalmodus dagegen ist volle HD-Auflösung von 1920 mal 1080 Pixel Ehrensache - 50 Mal in jeder Sekunde. Auch die Fähigkeit zu schnellen Schüssen hat der Camcorder geerbt: Bis zu 50 Bilder je Sekunde schafft der Apparat, immerhin noch mit über 3 Megapixel Auflösung je Schuss. Im normalen Fotomodus kann er die Welt mit 12 Megapixel ablichten. Braucht man solche Temporekorde? Wenn es gilt, sportive Höchstleistungen zu studieren, mögen sie hilfreich sein; ansonsten interessiert eher, wie gut die Kamera mit den Herausforderungen des Alltags zurechtkommt. Dazu bringt sie interessante Details mit, etwa ein Objektiv, das mit Lichtstärken von 1:1,2 bis 1:2,8 deutlich hellsichtiger ist als die meisten Linsensätze vergleichbarer Camcorder. Auch die Auslegung des Zehnfach-Zooms, auf Kleinbildverhältnisse umgerechnet reichen die Brennweiten von etwa 30 bis 300 Millimeter, gefällt. So sind, anders als mit vielen anderen Camcordern, echte Weitwinkelaufnahmen möglich.

          Steuerung per Smartphone

          Neben der narrensicheren Vollautomatik, die Aufnahmesituationen wie Makro-Distanzen, knifflige Lichtverhältnisse oder Gesichter erkennt und einstellt, gibt es die Möglichkeit, Blenden oder Belichtungszeiten von Hand vorzuwählen. Dazu hat der Hersteller ein praktisches Wahlrädchen auf einem speziellen Ausleger installiert, das sich blind bedienen lässt - eine gelungene Lösung. Ebenso einfach funktioniert die Schärfeeinstellung von Hand. Dazu dient nach alter Väter Sitte ein robuster Objektivring; der Knopf zur Abschaltung des Autofokus liegt in unmittelbarer Nähe. Zur Bildkontrolle dient ein 7,6 Zentimeter großer, schwenkbarer Touchscreen-Monitor, und wenn die Sonne allzu kräftig scheint, hilft ein aufsteckbarer elektronischer Sucher weiter.

          Als Aufnahmemedium dient eine SDHC-Karte; auf fest eingebauten Speicher hat JVC verzichtet. Videos legt das Gerät entweder als MP4-Datei oder in der AVCHD-Dateistruktur ab. In beiden Fällen werden die bewegten Bilder nach dem Kompressionsverfahren H.264 codiert. Mit einem USB-Kabel lassen sich die Aufnahmen an einen Computer übertragen. Über eine HDMI-Schnittstelle gelangen sie direkt auf den Fernseher. Darüber hinaus kommt auch die Luft-Schnittstelle W-Lan zum Zug. Die drahtlose Verbindung macht sich auf vielfältige Weise nützlich: Sie kann zum Beispiel ein iPhone oder ein Android-Smartphone als Fernsteuerung einbeziehen, entweder über eine Direktverbindung zwischen Kamera und Handy oder über den heimischen Netzwerk-Router. Sogar über das Internet funktioniert diese Art der Vernetzung. Die W-Lan-Verbindung aber kann noch mehr. Sie verschickt Videoclips per E-Mail, sendet automatisch eine Nachricht, wenn die Kamera als Webcam Wachdienst schiebt und sich jemand vor ihrer Linse bewegt oder funkt fertige Aufnahmen an einen Tablet-PC.

          Und wie sehen die Aufnahmen aus, wenn sie auf einem großen Fernsehschirm erscheinen? Mit unseren Probevideos waren wir mehr als zufrieden. Hohe Detailschärfe und kräftige Farben bestimmten das Mattscheibengeschehen, selbst dann, wenn die Sonne mal Pause hatte. Der in zwei Stufen zuschaltbare optische Bildstabilisator hatte in Teleaufnahmen sichtbar für Ruhe gesorgt, der Ton entfaltete sich mit schöner Stereobreite. Auch die Fotos gefielen. Und doch kann die Videomaschine eine Fotokamera nicht komplett ersetzen. Sie löst langsamer aus, erwischt deshalb flüchtige Motive nicht so sicher und braucht manchmal auch ein bisschen zu viel Zeit, um scharf zu stellen. Dennoch können wir die Maschine als vielseitigen Reisebegleiter empfehlen. Sie macht in den Bewegtbild-Disziplinen einfach eine gute Figur.

          Weitere Themen

          Gruß aus Hollywood

          FAZ Plus Artikel: Fahrbericht BMW iX3 : Gruß aus Hollywood

          Erst kam der i3, dann lange nichts. Für sein zweites Batterieauto hat sich BMW viel Zeit gelassen. Der iX3 basiert auf dem normalen X3, verfügt aber über die neueste Elektrotechnik.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.