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iPod-Modelle aufgefrischt : Apples einzige Überraschung heißt Steve Jobs

Der erste Auftritt nach seiner Krankheit: Steve Jobs Bild: AP

Rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft hat Apple seine iPod-Reihe erneuert. Dass Steve Jobs persönlich die Produkte in San Francisco vorstellte, war eine Überraschung. Letztlich konnte der Apple-Chef aber nur eine interessante Innovation präsentieren: Die Wandlung des iPod Nanos zur Videokamera.

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          Es war schon lange kein Geheimnis mehr, was Apple auf diesem Event in San Francisco vorstellten wollte. Es blieb lediglich ein Geheimnis, ob Steve Jobs selbst die Neuigkeiten verkündet. Denn Apple verschickte vorab Presseeinladungen unter dem Motto „It's only rock an roll, but we like it“. Die grafische Aufbereitung des Logos verriet genug: Im Hintergrund tanzt eine Frau mit einem iPod in der Hand. Apple hatte zudem kurz vor der Veranstaltung die iPod-Preise (für die nun alten Geräte) gesenkt.

          Marco Dettweiler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Wer sich im Vorfeld informiert hatte, wusste zudem, welche Funktion der neue iPod haben wird. Denn auf der IFA in Berlin stellte Hersteller Hama Zubehör wie Schutzhüllen für neue iPods vor. Verräterisch daran war eine kleine Auslassung, die einem kleinen Objektiv freien Blick gewährt. Also schloss man daraus, dass die neuen iPods eine Kamera eingebaut haben könnten. Und so ist es auch - beim Nano.

          Nano jetzt mit Video

          Um es jetzt schon vorweg zu nehmen: Steve Jobs ist zurück auf der Bühne. Obwohl sein Auftritt erwartet wurde, war er dennoch eine Überraschung. Die Produkte, die „His Steveness“ im üblichen Rollkragenpulli-Jeans-Look präsentierte waren ebenfalls erwartet worden. Sie sind eher eine Enttäuschung. Weil man wusste, was kam und weil man weiß, dass mehr Innovation kommen müsste.

          Nun ist der iPod-Nano auch noch eine Videokamera
          Nun ist der iPod-Nano auch noch eine Videokamera : Bild: AP

          Der neue iPod nano sieht fast genauso aus wie der alte. Sein Display ist etwas größer geworden. (2,2 Zoll, 5,58 Zentimeter Diagonale). Der Grund dafür ist sicherlich, dass Amateurfilmer dadurch die neue Videofunktion besser nutzen können. An der Rückseite des Nano hat Apple eine Kamera installiert. Sie nimmt auf in H.264-Video, mit 640 x 480 Pixel, bis zu 30 Bilder pro Sekunde. Der Ton wird im Apple-üblichen AAC-Format kodiert. Dieses neue Feature ist nett, eine Sensation ist es nicht. Der Nano ist allerdings ein hartes Konkurrenzprodukt für Hersteller von kleinen Videokameras. Denn Käufer hätten mit dem kleinen iPod einen sehr guten MP3-Spieler und - vorausgesetzt die Qualität der Bilder stimmt - eine gute Videokamera in einem Gerät, das sehr klein und handlich ist.

          Den Flashspeicher gibt es in den Größen 8 (139 Euro) oder 16 Gigabyte (169 Euro). Das polierte Alu-Gehäuse ist weiterhin in die acht verschiedenen Bonbon-Farben getaucht. Was nicht fehlen darf, ist die bei Kompaktkameras mittlerweile übliche Funktion, die aufgezeichneten Videos direkt auf Youtube hochzuladen, wobei hier der Umweg über den Mac gegangen werden muss. Auch neu: Der iPod Nano kann UKW-Radio empfangen. „VoiceOver“ ist eine Funktion, die er vom Shuffle geerbt hat: Der iPod sagt auf Anfrage, was er gerade spielt. Die Erweiterung mit diesen Funktionen ist konsequent. Besitzer des alten Nano werden sie allerdings auch nicht vermissen.

          Beim Kleinsten und Größten aus der iPod-Familie gab es kaum Veränderungen. Den Shuffle gibt es in fünf verschiedenen Farben. Er kann immer noch sprechen und entweder 2 (55 Euro) oder 4 Gigabyte (75 Euro) Musik speichern. Der iPod Touch, also das iPhone ohne Telefon, ist noch etwas schlanker, ausdauernder, schneller und billiger geworden. Mit einem 32 Gigabyte-Speicher kostet er nur noch 279 Euro. Für 369 Euro bekommt man nun 64 Gigabyte Flashlaufwerk. Und was ist mit dem nächsten Verwandten des eigentlichen iPods? Den gibt es immer noch. Beim iPod Classic wurde die Festplatte noch einmal aufgestockt. Für ordentliche 160 Gigabyte bezahlt der Apple-Fan jetzt 219 Euro. Der Rest des Classic bleibt wie bekannt.

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