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IFA 2007 : Für die neue Ära des medialen Scharfblicks

  • -Aktualisiert am

„Wie die beiden wohl von vorne aussehen?” Bild: dpa

Gab es schon Unterhaltungselektronik, bevor High Definition über uns kam? Wer seit Jahren die IFA besucht, könnte das jedenfalls glauben. HDTV ist überall. Doch nach wie vor steht auch Design im Vordergrund: TV-Geräte werden zu Skulpturen und Kopfhörer zu Schmuckstücken.

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          Seit dem vergangenen Freitag ist Berlin für sechs Tage die Hauptstadt der Multimedia-Welt: Die Internationale Funkausstellung zeigt in Sachen Fernsehen, Heimkino, Video und HiFi den Stand der Dinge.

          Gab es eigentlich schon Unterhaltungselektronik, bevor High Definition über uns kam? Wer sich in diesen Tagen unter das Messepublikum der Internationalen Funkausstellung mischt, hat nach kurzer Zeit Mühe, sich daran zu erinnern. Großbildschirme allenthalben, geschmückt mit dem jüngsten Technik-Kürzel "Full-HD", künden von einer neuen Ära des medialen Scharfblicks, auch wenn das real existierende Angebot an ad-äquaten Fernsehprogrammen nach wie vor hinter den Fähigkeiten der neuen Gerätegeneration hinterherhinkt.

          Blu-ray Disc oder HD-DVD

          Zum Glück gibt es längst probate Alternativen - etwa Filme auf den neuen optischen Datenträgern Blu-ray Disc und HD-DVD, die mit ihren extrem klaren Bildern Hollywood buchstäblich ins Wohnzimmer holen. Gibt uns die IFA, wie die Messe in zeitgemäßer Kurzform heißt, nun endlich Aufschluss darüber, welches der beiden Formate am Ende das Rennen macht? Zählt man zusammen, wie viele neue Player-Modelle für die Blu-ray Disc die Stände der Aussteller bevölkern, so ergibt sich eine eindrucksvolle Übermacht gegenüber dem HD-DVD-Lager. Beobachtet man aber, was die großen Hollywood-Studios treiben, so sieht die Sache nicht ganz so eindeutig aus. Zwar hat das Blu-ray-Lager mit Sony Pictures, Disney und Vox auch hier die Nase vorn.

          Kombimodell: Der Samsung BD-UP5000 läuft mit HD und Blu-ray

          Eindeutig zur HD-DVD-Gruppe hält nur Universal. Aber Warner, das Studio, das bisher auf beiden Formaten veröffentlicht, scheint in Richtung HD-DVD zu wackeln. Zumindest die Idee des Hauses, das High-Definition-Schisma mit einer Kombi-Scheibe zu lösen, die ihren Inhalt in beiden Techniken anbietet, liegt vorerst auf Eis. Die Korea-Fraktion der Gerätehersteller dagegen setzt weiterhin auf Hybrid-Lösungen: Nach LG im vergangenen Jahr präsentiert auf dieser IFA nun auch Samsung einen Kombi-Player, der beide Arten der HD-Videos abspielen kann. Das BD-UP5000 genannte Modell beherrscht sogar, anders als das Vorjahres-Highlight von LG, die interaktiven HD-DVD-Funktionen; im Grunde ist der Neuling damit der erste wirkliche Generalist.

          Verblüffende Vielfalt

          Wer angesichts des Format-Hickhacks vom Player-Kauf vorerst lieber ganz Abstand nimmt, der kann seine High-Definition-Werke einfach selbst filmen. Geeignete Gerätschaften bietet die IFA 2007 in geradezu verblüffender Vielfalt: Hatten High-Definition-Camcorder noch vor Jahresfrist den Status von Raritäten, so bevölkern diese Maschinen inzwischen die gesamten gehobenen Preisklassen ihrer Gattung. Sie stellen eine Fülle verschiedener Aufzeichnungsmedien zur Wahl: Von der Kassette über die bespielbare DVD und die eingebaute Festplatte bis hin zur SD-Speicherkarte reichen die Alternativen. Damit nicht genug: Hitachi zeigt auf der IFA ein erstes, BD70 genanntes Modell, das die hochzeiligen Bilder auf 8 Zentimeter großen, bespielbaren Blu-ray Discs aufnimmt. Die Lösung hat ihren eigenen Charme: Die so produzierten Scheiben lassen sich ohne weitere Nachbearbeitung in einem Blu-ray-Player abspielen.

          Wie gut die neuen Fernseher die selbstgedrehten Filme in Szene setzen, hängt nicht allein vom "Full-HD"-Etikett ab, mit dem die Größten unter den Flachen zum Ausdruck bringen, dass sie 1920 mal 1080 Bildpunkte darstellen können - also satte 2 Megapixel je Video-Einzelbild. Auch die eingebaute elektronische Signalverarbeitung leistet einen erklecklichen Beitrag zum Gesamtergebnis, und hier lauten die Zauberformeln der Saison 100 Hertz und 24p. Gemeint sind zwei Kunstgriffe, die auf die flüssige Darstellung von Bewegungsabläufen abzielen. 24p steht speziell für die Anpassung der Einzelbild-Folge an die Usancen der Blu-ray-Disc und der HD-DVD: Beide Medien arbeiten zumeist im Zeittakt des Kinofilms, der genau 24 Bilder in jeder Sekunde auf die Leinwand bringt. Erst wenn Player und Fernseher diesen Bildrhythmus perfekt unterstützen, kommen die Hochzeilen-Bilder ohne jedes Ruckeln auf die Mattscheibe.

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