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HiFi-Anlage : Für die Generation der Heimnetzwerker

  • -Aktualisiert am

Komponenten einer Anlage:Raumfeld-Paket mit Mini-Lautsprechern Bild: Hersteller

Unter dem Namen Raumfeld tritt ein kleines Team an, die Netzwerk-Fraktion der HiFi-Szene mit eigenen Lösungen zu bereichern. Das Konzept aus Berlin ist komfortabel, praktisch und fein im Klang. Tondateien aller Formate werden verarbeitet.

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          Was fällt dem Kenner zu Namen wie Sonos, Logitech oder Philips ein? Richtig, all diese Hersteller haben auf ihre Art die HiFi-Anlage neu erfunden. Opas schwarze Stapelware, umringt von sperrigen Tonträgerregalen - das war gestern. Der moderne Medienadept lässt Festplatten schnurren, iTunes-Musiksammlungen verdrängen das Billy-Regal. Als kongeniale Mitspieler braucht der Homo digitalis natürlich Komponenten, die solche Schallarchive über ein Heimnetzwerk anzapfen können - entweder drahtlos über WLAN-Funk oder kabelgebunden über Ethernet.

          Jetzt gesellt sich zu den oben genannten Klassikern unter den einschlägigen Anbietern ein weiterer, diesmal aus der deutschen Hauptstadt: Unter dem Namen Raumfeld tritt ein kleines Team an, die Netzwerk-Fraktion der HiFi-Szene mit eigenen Lösungen zu bereichern. Dazu bringt das Unternehmen interessante Voraussetzungen mit: Seine beiden Gründer entstammen einer Hard- und Software-Schmiede für elektronische Musikinstrumente, außerdem arbeiten sie auf dem kleinen Berliner Dienstweg mit Adam Audio zusammen, einem bedeutenden Spezialisten für Studio-Lautsprecher. Das macht neugierig, und so haben wir das Paket 2Raumfeld, eine rund 1200 Euro kostende Basis-Ausstattung für die Musikwiedergabe in zwei Räumen, zum Ausprobieren geordert.

          Zu diesem Ensemble gehören folgende Einzelkomponenten: Im logischen Zentrum der Anlage steht ein schwarzes Kästchen mit dem programmatischen Namen Base. Über Ethernet oder WLAN-Funk stellt es Verbindungen in zwei Richtungen her: einerseits zum Internet, um Kontakte zu Webradio-Stationen oder Internet-Musikdiensten zu knüpfen, andererseits zur Geräteperipherie in den heimischen vier Wänden, also zu den Lautsprechern, zu den Festplattenarchiven im Heimnetz und zu weiteren Komponenten der Anlage. Die Base-Schachtel hat sogar eine 160 Gigabyte große Festplatte an Bord, die eigene Musikvorräte speichern und somit autark musizieren kann. So dürfen sich der PC, das Notebook oder die NAS-Festplatte ruhig einmal eine Pause gönnen. Über USB-Anschlüsse kann der Base-Baustein sogar noch zusätzliche Festplatten ins Komplettsystem einbinden.

          Brücke zwischen Heimnetzwerk und HiFi

          Eine weitere, noch zierlichere Elektronik-Schachtel hört auf den Namen Connector. Sie schlägt eine Brücke zwischen dem Heimnetzwerk und den Komponenten klassischer HiFi- oder Heimkino-Anlagen. So lassen sich die konventionellen Geräte zur Wiedergabe einsetzen; der Connector leitet ihnen die Musiksignale dazu analog oder über einen optischen Digitalausgang zu. Die Zusammenarbeit funktioniert aber auch umgekehrt: Ein CD-Spieler zum Beispiel kann seine Musik über Analoganschlüsse an den Connector schicken. Der macht daraus ein Digitalsignal und stellt es im ganzen Netzwerk als weitere Programmquelle zur Verfügung.

          Die beiden Lautsprecherpaare im Komplett-Set, Speaker S genannt, haben Idealmaße fürs Bücherregal. Größere Schallwandler wird es demnächst unter dem Namen Speaker M geben. Die Mini-Quader arbeiten aktiv, genauer: In jedem Stereo-Paar beherbergt eine der Boxen die Verstärker für beide Exemplare und zusätzlich noch die Netzwerk-Elektronik, die andere speist sich über ein normales Lautsprecherkabel aus den Einbauten ihrer Spielgefährtin. Der Controller schließlich steuert die ganze Anlage über ein elf Zentimeter großes, farbiges Touchscreen-Panel. Als einziges greifbares Bedienelement ziert ein Lautstärkeknopf das Steuerpult. Der Vollständigkeit halber: Die Anlage verarbeitet Tondateien in allen gängigen Formaten - von AAC bis WMA, und natürlich ist auch das verlustfreie Flac dabei. Ambitionierte Sammler werden vielleicht Apple Lossless vermissen, aber Raumfeld weiß Trost: Die gesamten Eigenschaften des auf Linux beruhenden Systems sind durch Software definiert, künftige Updates können also durchaus noch weitere Codecs enthalten.

          Winzige Tasten an Base und Lautsprechern

          Die Installation der Anlage ist beinahe ein Vergnügen: Man drückt winzige Tasten an Base und Lautsprechern, und schon erkennen die Komponenten einander automatisch. Wer seine Musikschätze auf Mac-Rechnern verwaltet, muss dort noch eine Zusatz-Software von Twonkymedia installieren; sie macht den Apple zum Server, der im Netz automatisch erkannt wird und den Controller befähigt, die Musikvorräte zur Auswahl anzuzeigen. Neuere Windows-Betriebssysteme enthalten diese Server-Funktion bereits. Der Controller macht seine Arbeit perfekt: Sein Display zeigt das gesamte verfügbare Repertoire so übersichtlich an, wie man es vom iPod Touch her kennt. Cover-Bilder erscheinen groß und bunt auf der Bildfläche, die Verzeichnisse der Internet-Radiostationen bieten eine lokale Seite mit dem Angebot aus deutschen Landen an.

          Und der Klang? Die beiden Lautsprecher musizieren sehr sauber - mit exakter Reproduktion der Klangfarben, mit bemerkenswert präziser räumlicher Abbildung des Klanggeschehens und mit jenem Quentchen Luftigkeit, das einen nur gewissenhaften von einem guten Lautsprecher unterscheidet - von einem Schallwandler, dem man gern lauscht. Gewiss, für konzertante Großeinsätze wären mehr Bassfundament und Pegelreserven wünschenswert, aber es muss ja auch noch Gründe geben, sich demnächst mit den größeren Boxen zu befassen.

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