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Hifi-Anlage Ceol von Denon : Technik-Premiere zur Traditionsfeier

  • -Aktualisiert am

Mehr als nur ein digitaler Generalist: Denons Kompaktanlage Ceol Bild: Hersteller

Denons schmucke Anlage Ceol ist fit für Airplay. Sie hat eine Online-Abteilung, die drahtlos über WiFi oder Ethernet-Kabel das Universum der Internet-Radiostationen anzapft. Gut gefallen hat uns zudem der Klang der kleinen Anlage.

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          Sie ist zierlich, schneeweiß und aus Sicht des Herstellers eine Jubiläumsausgabe: Die HiFi-Anlage Ceol zählt zu jenen Neuheiten, die Denon im vergangenen Herbst anlässlich des 100. Unternehmensgeburtstags seinem Publikum kredenzte. Wir nehmen uns den Festbeitrag vor allem deshalb vor, weil er sich von Ende Januar an mit einer Software-Aktualisierung aufwerten lässt: Dann zählt die kompakte Musikzentrale (Preis mit Lautsprechern: um 850 Euro) zu den ersten Geräten, die eine Funktion namens Airplay beherrschen. Apple baut damit eine direkte Luftbrücke zwischen iPhone, iPod Touch oder iPad und entsprechend ausgerüsteten Wiedergabekomponenten. Die Mobilspieler können ihre Musik unmittelbar an die Stereoanlage funken. Die pfiffige Funktion umfasst noch etliche weitere Details - aber der Reihe nach.

          Die kompakte Anlage befindet sich, trotz ihres knorrigen Stammbaums, auf der Höhe des 21. Jahrhunderts. Denn in ihrer schmucken Behausung befindet sich eine Online-Abteilung, die drahtlos über WiFi oder Ethernet-Kabel das Universum der Internet-Radiostationen anzapft. Über das Heimnetzwerk kann sie auch Musikarchive von Computern oder Netzwerkfestplatten einspielen. Und auf ihrem Oberdeck sitzt ein Docking-Anschluss für den iPod oder das iPhone; alle neueren Modelle (iPods von der fünften und iPhones von der dritten Generation an) kommen mit diesem Anschluss zurecht.

          Um den Nachweis der Modernität komplett zu machen: Ein USB-Anschluss auf der Vorderseite des Geräts nimmt auch noch mit Musik beladene Speichersticks als Tonträger entgegen. Als digitale Tonformate kommen MP3, das in der iTunes-Welt übliche AAC, Windows Media Audio (WMA), unkomprimierte WAV-Dateien und die verlustfreie Kodierung FLAC in Frage.

          Auch analoger Senderfang

          Es gibt aber auch Ingredienzien nach Art des vorigen Jahrhunderts: Ein Radiotuner für UKW und Mittelwelle geht, wenn er soll, auf analogen Senderfang. Und ein optisches Laufwerk spielt nach alter Väter Sitte CDs ab, natürlich auch selbstgebrannte Silberscheiben mit Musikdateien in MP3 oder WMA. An der Rückseite des Elektronikbausteins können über zwei analoge und einen optischen digitalen Eingang zusätzliche Mitspieler andocken. Ein spezieller Subwoofer-Ausgang kann außerdem einen aktiven Mono-Bass ansteuern, um die beiden zur Anlage gehörenden Zweiwegeboxen mit Tiefenwirkung zu unterstützen.

          Das Software-Update für die Airplay-Funktion bekommt man über die Hersteller-Webseite (www.denon.de). Leider sind dafür 49 Euro fällig; Apple dürfte kräftig mitkassieren. Aber die Sache lohnt sich: Netzwerkfähige Gerätschaften wie der iPod Touch, das iPhone oder das iPad geben dann auf denkbar komfortable Weise den Sender fürs private Wunschkonzert (Voraussetzung: Die Apple-Knirpse brauchen dazu das jüngste Betriebssystem iOS 4.2.1.). Computer können ihr iTunes-Archiv ebenfalls über Airplay an die Denon-Anlage funken; ab iTunes-Version 10 klappt die Sache. Dank einer speziellen App funktionieren iPhone oder iPad auch als Fernbedienung, wenn es gilt, durch das Schallarchiv auf dem PC zu manövrieren. Aber auch die Infrarot-Fernbedienung der Denon-Anlage kann die Musikauswahl in der iTunes-Sammlung steuern. Das alles setzt ein paar Konfigurationsschritte voraus, die aber rasch erledigt sind. Danach macht die neue Art der Gerätevernetzung jede Menge Spaß.

          Gut gefallen hat uns zudem, was die kleine Anlage klanglich leistet - eine Disziplin, die man angesichts der Fülle an digitalen Extravaganzen nicht vergessen darf. Das Format der Boxen ist ja eher auf die Fächer eines Billy-Regals zugeschnitten, was keine urgewaltigen Basskräfte erwarten lässt. Dennoch: Die kleinen, sehr neutral abgestimmten Schallwandler klingen überraschend gut - mit kräftigen, farbstarken Mitteltönen, einem zwar schlanken, aber doch überzeugenden Tiefton-Fundament und klaren, feinen Obertönen, die dem Klangbild angemessene Transparenz und Luftigkeit verpassen. So kommen selbst Klassikfreunde durchaus auf ihre Kosten.

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