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GPS-CS 3 von Sony : Bilder nachträglich „verorten“

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Genial fanden wir dafür das handlich kleine GPS-Gerät Sony GPS-CS 3 für zirka 120 Euro Bild: Hersteller

„Geotaggen“ sollte man seine Bilder vorsorglich schon heute. Das geht auch automatisch. Genial fanden wir dafür das handlich kleine GPS-Gerät Sony GPS-CS 3 für zirka 120 Euro. Es „stempelt“ Koordinaten auf die Fotos.

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          Kannst du dich noch erinnern - damals am Großglockner? Oder bei Alicante am Meer? Vielleicht bloß in der Podbielskistraße in Hannover. Gute Erinnerungen sind leicht zu finden, im Kopf, vielleicht im Herzen. Hat man zudem Fotos gemacht, so sieht man die förmlich noch vor sich. Aber wo sind sie auf der Festplatte, dieser sogenannten 108-0898_IMG.JPG oder P1090015. JPG? Wäre es nicht am einfachsten, seine Bilder nach dem Aufnahmeort zu finden - sofern man nicht gerade ein Studiofotograf ist? Programme dafür gibt es schon, etwa Norbert Doerners und Andreas Becherers CD-Finder oder -Winder (Apple oder Windows, ab 29 Euro).

          „Georeferenzieren“

          Geotaggen, deutsch selten spröde „georeferenzieren“ geheißen, sollte man seine Bilder vorsorglich schon heute. Sie bekommen dann in ihren JPG-Kopfeintrag („Exif-Daten“) nicht nur Belichtungszeit und Kameramodell eingetragen, Tag und Uhrzeit der Aufnahme, sondern auch den genauen Aufnahmeort in Längen- und Breitengraden. Dann kann man in Webalben den Weg der Bilder nachverfolgen, weiß, wo was war, selbst wenn der Fotograf nicht mehr sicher ist, ob das nun der Canale Grande von Santa Maria della Salute oder vom Campo San Vio aus war. In der Wikipedia stehen inzwischen bei allen Orten rechts oben die Koordinaten.

          Ein paar Kameramodelle können selbst geotaggen: Sie haben einen eingebauten oder aufsteckbaren Satellitenempfänger (GPS) und schreiben die Koordinaten unsichtbar mit ins Bild. Bessere Handys haben GPS. Für alle Navigationssysteme und elektronischen Wanderführer ist das System unerlässlich. Das Problem: Die GPS-Signale von den 20.000 Kilometer hohen Satelliten sind schwach (Sendeleistung zirka 50 Watt), die Empfänger brauchen deshalb viel Strom, Batterie oder Akku sind schnell leer. Das tun sich einfache Fotoapparate nicht an. Also müssen die Ortsdaten später ins Bild. Mit Googles Picasa macht man das, indem man den Ort auf einer Landkarte bestimmt. Google Maps kennt die Podbielskistraße in Hannover, man präzisiert noch die Hausnummer, gibt OK, und schon sind sie drin, die Koordinaten. Allerdings muss man sich Bild für Bild diese Mühe machen. Sollen die Daten in der eigenen Bilddatei stehen, sollte man mittels einer Bildänderung Picasa das Zurückschreiben auf die Festplattenbilddatei nahelegen.

          GPS-Gerät Sony GPS-CS 3 für zirka 120 Euro

          Automatisch geht Taggen auch. Genial fanden wir dafür das handlich kleine GPS-Gerät Sony GPS-CS 3 für zirka 120 Euro. Nur 8 × 6 × 2 Zentimeter groß und samt AA-Batterie 88 Gramm schwer, steckt man es morgens vor der Besichtigungstour durch Venedig in die Tasche, schaltet ein, und es merkt sich viertelsekundengenau den ganzen Tag lang, wo man wann war, notfalls 720 Stunden lang. Beim Essen kann man es ja ausschalten. Tracking statt Trekking. Am Abend, wenn man zwecks Sicherung am Laptop seine SD-Karte aus dem Fotoapparat nimmt, schiebt man die SD-Karte in das Sony-Kästchen. Bild für Bild sieht es nach, wann es aufgenommen wurde, und fügt die Ortskoordinaten ein. Danach nimmt man die fertig geokodierte SD-Karte heraus. In der Praxis empfiehlt es sich, vorsichtshalber die Bilder zuvor schon einmal auf dem PC zu sichern, der kleine Sony verschluckt sich zuweilen beim Taggen. Bei mehr als 60 Bildern geht das nur portionsweise, die Bedienung ist noch ein bisschen kryptisch, laufend geht das Licht aus - Erziehung eher mangelhaft.

          Der Haken? Die Uhrzeit im Fotoapparat sollte stimmen, Sommerzeit nicht vergessen. Der GPS-Empfänger holt sich die Zeit von den Satelliten. Dann klappt das Zuordnen. Und der Batterieverbrauch! Die eine AA-Zelle im Sony GPS-CS 3 reicht für vielleicht 15 Stunden Wegaufnahme; also zwischendurch ausschalten und dann nicht vergessen, wieder einzuschalten. Das Gerät hat noch einen Kabelausgang zum PC, Software, aber das hat uns alles nicht interessiert, geht es doch so ganz ohne Strippen wunderbar einfach, dieses Geotaggen. Nur nicht vom Flugzeug aus, das fliegt zu schnell.

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