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Funkkopfhörer : Drahtlos unterwegs

  • -Aktualisiert am

Strippenlos für den MP3-Player: Merlin 232 von AKG Bild:

Endlich kann auch der Jogger ohne Kabelsalat mit Musik seinem Sport fröhnen, denn es gibt nun den ersten Funkkopfhörer für den mobilen Einsatz mit sauberem Klang.

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          Auf dem weichen Sofa gibt es sie längst - die kabellose Freiheit, mit der Kopfhörer-Träger dem Ton vom Fernsehgerät oder vom CD-Spieler ohne physische Bindungen lauschen können. Die tapferen Jogger aber, die sich bei Wind und Wetter zu den Rhythmen anspornender Musik um körperliche Fasson bemühen, blieben von solchem Komfort bisher systematisch ausgeschlossen. Diese Diskriminierung hat nun ein Ende: Der österreichische Kopfhörer-Spezialist AKG hat eine Merlin 232 genannte Ausrüstung ersonnen, die den MP3-Player strippenlos mit dem Kopfhörer vernetzt - einfach per Funk. Den unvermeidlichen Sender ließen die AKG-Ingenieure hierzu so stark schrumpfen, daß er den Bewegungsdrang noch weniger behindert als der zierliche Musiklieferant: Ganze 37 Gramm wiegt die Funkstation, die mit ihren Abmessungen jede Streichholzschachtel deutlich unterbietet, und ein mitgeliefertes Klettband verschnürt sie auf Wunsch mit dem MP3-Player zu einem Komplett-Paket für die Hosentasche. Den Audio-Kontakt stellt der Sender mit einem 3,5-Millimeter-Klinkenstecker her, der an einer flexiblen, gegen Biegungen unempfindlichen Zuleitung sitzt. Drei Kanäle im 864-Megahertz-Band stellt das kleine Sender-Kästchen zur Auswahl. Eine Akku-Zelle im zierlichen AAA-Format sorgt für die nötige Stromversorgung.

          Der passende Kopfhörer geriet deutlich korpulenter, als man es von Mobilhörern gewohnt ist. Kein Wunder: Er muß in seinen Hörkapseln Platz genug bieten, um den Funk-Empfänger unterzubringen und außerdem noch zwei Mini-Akkus, ebenfalls im AAA-Format, die selbst nach stundenlangem Einsatz nicht schlappmachen. Das unentbehrliche Elektronik-Aufgebot schlägt sich auch im Gewicht nieder: Immerhin 180 Gramm bringt der Hörer auf die Waage, für Musikfreunde auf dem Trimm-dich-Pfad nicht eben wenig. Maßvollen Bewegungsdrang vorausgesetzt, sitzen die Hörkapseln allerdings sicher: Dafür sorgt die relativ starke Andruckkraft, die der Bügel ausübt, um das Gerät an den Ohrmuscheln zu fixieren.

          Ob das alles so sinnvoll ist, darüber mögen Sportsfreunde streiten. Wir haben versucht, uns einer Antwort über Hörvergleiche zu nähern. Die zeigten auf Anhieb, daß die üblichen leichtgewichtigen Mobilhörer - besonders jene, die wie Ohrstöpsel direkt im Gehörgang sitzen - gegen die Klangqualität des AKG-Modells keine Chance haben: Das in Wien erdachte Funkmodell spielt mit seinen druckvollen, kompakten Bässen, seinen frischen Obertönen und seinem weiten Stereo-Panorama in einer ganz anderen Klasse. Musikgenießer, die auch unterwegs nicht auf klare, kraftvolle HiFi-Klänge verzichten wollen, haben damit eine echte Alternative - zum Beispiel zu den mitgelieferten Schlicht-Hörern, mit denen selbst teure Digitalplayer bisweilen ihre musischen Stärken kaschieren. Auch die Funkübertragung konnte den guten Klangeindruck nicht relativieren: Sie enthielt sich praktisch vollständig störender Rauschkulissen, selbst dann, wenn der Winzigsender die Musik ein paar Meter entfernt in den Äther schickt.

          Verwegene Leibesübungen würden wir mit dem Merlin-Hörer eher nicht empfehlen. Aber zum Beispiel die akustische Unterhaltung in der Bahn oder den DVD-Genuß im einsamen Hotelbett: In solchen Einsatzszenarien entfaltet das Gerät sein ganzes Talent. Und wenn es zwischendurch ins Reisegepäck muß, so fügt es sich solchen Zwängen klaglos: Dank eines pfiffigen Scharniers läßt sich der Kopfhörer-Bügel so geschickt zusammenfalten, daß der komplette Kopfschmuck selbst im engen Rucksack-Fach neben dem Notebook noch ein Plätzchen findet.

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