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Fuji X100 : Sie sieht leider aus wie eine Leica

  • -Aktualisiert am
Der Doppelgänger vor dem aktuellen Original aus Solms: Sie haben  tatsächlich nichts miteinander zu tun
          1 Min.

          Wer sich die Fujifilm Finepix X100 kauft, weil er von einer digitalen M-Leica träumt, verdient aus einer ganzen Reihe von Gründen nur unser tief empfundenes Mitgefühl. Erstens sollte er einfach weiter sparen. Leica ist und bleibt Leica, kann nicht mehr als Leica und kostet dafür Leica. Zweitens: Der Ärmste wird fortwährend erklären müssen, dass die X100 eben doch keine Leica ist. Von Tante Hedwig, die keine Ahnung hat, bis zum sprichwörtlichen blinden Pfandleiher, der eine echte Rolex im Stockdunklen erkennt, hält jeder die X100 zunächst für eine Leica.

          Und zwar für eine M3 oder M4, denn die Fuji-Designer haben sich schon einige Hausnummern retro orientiert. Vor allem aber muss man diesen Ersatzkäufer aus folgendem Grund bedauern: Er handelt wie jemand, der nach einer Frau lechzt, weil sie aus zehn Meter Entfernung wie Halle Berry oder Kim Kardashian aussieht.

          Es gibt nur eine moralisch einwandfreie Haltung zur X100: Man will diese exzellente Kamera ihrer eigenen Werte wegen, bedauert aber ständig, dass sie in das Kleid einer Leica von gestern gesteckt worden ist. Die X100 sollte man - ganz egal, wie schnieke sie aussieht - nur deshalb wählen, weil man eine echte digitale Sucherkamera will: eine, die einem zunächst in ihrem Durchsichtsucher mehr zeigt, als aufs Bild kommt. Die Ränder des Bildfelds zu überblicken, etwas mehr zu sehen, als das Objektiv sieht, ist einer der Vorzüge, derentwegen Sucherkameras von Fotografen geschätzt werden.

          Die Fuji FX 100
          Die Fuji FX 100 : Bild: Frank Röth

          Nur ein Stups mit dem Finger, und die X100 zeigt mit der Kamera am Auge im Sucher das Bild so, wie es der Sensor sieht. Das kann keine Leica, auch keine andere Digitalkamera, die dem Fotografen einen Durchblicksucher bietet. Das ist einzig. Das Bild, das dabei leise entsteht, hat der hervorragenden 35-mm-Festbrennweite, des optimierten APS-C-Sensors und des EXR-Bildprozessors wegen eine Qualität, deren sich keine Spiegelreflex zu schämen brauchte.

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