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Elektronik-Neuheiten : Spaßmaschinen setzen Technik-Trends

  • -Aktualisiert am

Der DVD-Festplattenrekorder Panasonic DMR-EH52 sorgt für scharfe Bilder Bild:

JVC und Panasonic, zwei der großen Unterhaltungselektronik-Hersteller, haben ihre Neuheiten für die Sommer-Saison enthüllt. Wir werfen einen Blick darauf.

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          Videogeräte, Bildschirme, Kamkorder und Soundmaschinen, kurz: sämtliche Utensilien der Unterhaltungselektronik haben in diesem Jahr gleich zwei starke Auftritte: die Cebit im März und die Funkausstellung Anfang September.

          Nicht alle Hersteller halten es bis dahin aus, ihre Technik-Highlights unter Verschluß zu halten: JVC und Panasonic haben die Decke der Diskretion schon mal ein Stück weit für die Fachwelt gelüftet, andere Hersteller werden folgen. Welche Pläne haben die Großen der Zunft - welche Trends werden sie setzen?

          Daten-Sandwich mit 33,5 Gigabyte

          Beide Japan-Unternehmen, stellvertretend für die komplette Konkurrenz, rüsten sich für die Zukunft der hochauflösenden Bilder. JVC hat dafür sogar einen neuen Datenträger entwickelt, der nun den einschlägigen Gremien zur Standardisierung vorgelegt werden soll. Der Hersteller, Parteigänger jener Fraktion, die einen potentiellen DVD-Nachfolger namens Blu-ray Disc favorisiert, hat eine Scheibe aus drei Datenschichten konstruiert. Die oberste entspricht der Blu-ray-Norm, faßt also 25 Gigabyte. Darunter liegt sozusagen eine Dual-Layer-DVD, also ein doppelstöckiges DVD-Medium mit einem Speichervermögen von 8,5 Gigabyte.

          Das 33,5 Gigabyte fassende Daten-Sandwich soll den Übergang von der DVD- in die Blue-ray-Ära erleichtern. Ob es wirklich so kommt, wissen die Digital-Götter, aber bemerkenswert ist, daß sich der Hersteller traut, ein dreistöckiges optisches Medium in Angriff zu nehmen. Diese Technik, für diese Prognose muß man kein Prophet sein, wird eine bedeutende Zukunft haben.

          Schneiden mit der Fernbedienung

          Andere Neuerungen wirken auf den ersten Block trivialer, weisen aber ebenfalls in die Zukunft hochzeiliger High-Definition-Bilder: Sowohl bei JVC als auch bei Panasonic erscheint noch in diesem Jahr eine ganze Reihe von Geräten mit der Schnittstelle HDMI, sozusagen dem digitalen Nachfolger der Scart-Buchse. Sie hat sich praktisch schon jetzt als Standard-Anschluß für alle Gerätschaften durchgesetzt, die hochauflösende Signale handhaben können. Dazu zählen die HDTV-tauglichen Flachbildschirme ebenso wie die Top-Modelle unter den Heimkino-Receivern, etwa der siebenkanalige Bolide RX-D701 von JVC, der alle Video-Signale für die digitale Signalverarbeitung und den HDMI-Transport konvertiert und der auch in seiner Ton-Sektion komplett digital arbeitet. Digitale Endstufen, auch das ist ein Trend der Saison, setzen sich in der Heimkino-Technik immer mehr durch - ganz einfach, weil sie mit wesentlich kompakteren Baugruppen auskommen.

          Die neuen DVD-Rekorder der beiden Hersteller arbeiten noch ohne HDMI-Anschluß, warten aber mit anderen interessanten Neuerungen auf. Das Modell DR-DX7 von JVC etwa kombiniert einen Festplattenrekorder, eine DVD-Brenner-Abteilung und ein DV-Kassettenlaufwerk, mit dem sich selbstgedrehte Videos komfortabel überspielen und mit der Fernbedienung schneiden lassen. Dieses Gerät kann auch, ebenso wie die meisten anderen neuen DVD-Rekorder des Hauses, Platten der Typen DVD+R und DVD+RW wiedergeben. Die JVC-Maschinen, bisher zur Aufnahme und zur Wiedergabe auf die Formate DVD-RAM, DVD-R und DVD-RW festgelegt, spielen nun also Medien aller fünf DVD-Standards ab.

          Neuer Geschwindigkeitsrekord

          Panasonic, bisher ausschließlich der DVD-RAM und der DVD-R verpflichtet, öffnet sich jetzt ebenfalls jener Formatvielfalt, mit der uns die Industrie überflüssigerweise beglückt hat: Der nagelneue Festplatten-DVD-Rekorder DMR-EH52 kann auch die bis bisher inkompatiblen Scheiben DVD+R und DVD-RW bespielen, wiedergeben kann der Generalist zusätzlich sogar die DVD+RW. Damit nicht genug: Dieses Modell stellt einen neuen Geschwindigkeitsrekord auf. Zum Start einer Festplatten-Aufnahme braucht er nur noch eine Sekunde.

          Bisher benötigten Maschinen dieses Typs stets eine Kunstpause, bis ihre Festplatte auf Touren kam. Mindestens ebenso begrüßenswert ist ein neuer Bildschärfer, der den Langspielmodus, bisher eher eine wenig attraktive Veranstaltung mit recht flauen Bildern, nun mit deutlich klareren Konturen aufpeppt. Und weil dieser Rekorder jetzt als einer der ersten mit einem elektronischen Programmführer aufwartet, der besonders elegantes Programmieren erlaubt, sollte man sich seinen Namen vormerken.

          Panasonic setzt auf die Festspeicher-Chipkarte

          Für Hobby-Filmer hat JVC eine besonders spannende Neuheit parat: den Kamkorder Everio GZ-MC500. Dieser Videoknirps geriet deshalb so kompakt, weil er statt einer DV-Kassette eine 4 Gigabyte große Microdrive-Wechselfestplatte als Aufnahme-Medium verwendet. Die füllt er entweder mit Bewegtbildern nach dem Standard MPEG-2 oder mit Digitalfotos, die er immerhin mit 5 Megapixel rastert. Das reicht für Ausdrucke im A4-Format. Dazu arbeitet die Aufnahme-Optik mit einem besonderen Trick: Um Videos mit guter Farbdifferenzierung und geringem Rauschen zu erzielen, setzt der Kamkorder, wie viele seiner neuen Artgenossen, auf einen Dreichip-Sensor mit je 1,3 Megapixel. Den Chip für die Farbe Grün montierten die Everio-Entwickler seitlich und in der Höhe um ein halbes Pixel versetzt. So gewinnt das Rasterauge zusätzliche Informationen, die es erlauben, die Standbilder auf 5 Megapixel hochzurechnen. Panasonic setzt in einigen seiner neuen Kamkorder-Modelle auf denselben Trick.

          Was die fernere Zukunft der Kamkorder betrifft, so hat Panasonic allerdings andere Visionen als JVC: Statt den allmählichen Abschied von der DV-Kassette mit einem Festplatten-Medium anzupeilen, setzt man bei Panasonic eher auf die Festspeicher-Chipkarte SD. Die soll in diesem Jahr auf die Kapazität 4 Gigabyte anwachsen. Damit wäre sie bereits groß genug für bewegte Bilder in Fernseh-Auflösung - man darf gespannt sein, was für Aufnahmegeräte diese Strategie hervorbringen wird.

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