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Surround-Set für Dolby Atmos : Bei Teufel kommt alles Gute von oben

  • -Aktualisiert am

Die Atmos-Variante (Preis um 3500 Euro) sieht dem LT-5-Set fast zum Verwechseln ähnlich und signalisiert die Verwandtschaft auch mit ihrem Namen: Sie heißt LT 5 licensed by Dolby Atmos. Was aber ist mit den Decken-Lautsprechern? Dolby schreibt sie für das Wohnzimmer nicht zwingend vor, sondern erlaubt auch Boxen, die nach oben gegen die Decke strahlen. Der Hörer nimmt dann den reflektierten Schall wahr und wähnt die Schallquelle über dem Kopf. Es gibt bereits eine Reihe einschlägiger Lösungen, etwa in Form von Lautsprecher-Aufsätzen für konventionelle Surround-Lautsprecher. Teufel aber wollte es eleganter machen und baut die „up-firing Speaker“, wie sie im Heimkino-Jargon heißen, oben in die schlanken Säulen ein, und zwar in alle vier Exemplare. Die Schreibweise der Gesamt-Konfiguration lautet folglich 5.1.4 - also: Die „5“ steht für drei Frontkanäle plus zweimal Surround, die „1“ steht für den Subwoofer, die „4“ für die Atmos-Schallquellen.

Komplizierte Parameter für den Frequenzgang

Die Integration der Atmos-Lautsprecher war für die Teufel-Ingenieure keine so ganz triviale Angelegenheit. Zum einen sollen sie schräg nach oben strahlen, ohne dabei Direktschall an den Hörer zu schicken. Eine kleine Kunststoff-Barriere versperrt folglich den direkten Weg. Zum anderen schreibt Dolby komplizierte Parameter für den Frequenzgang vor: Die Idealkurve sieht aus wie ein Mittelgebirge, was zum einen dem frequenzabhängigen Reflexionsverhalten üblicher Zimmerdecken Rechnung tragen soll. Zum anderen soll die eigenartige Übertragungskurve auch gewisse, eigentlich vom Außenohr verursachte Prägungen verstärken, an denen das menschliche Gehör erkennt, dass der Schall von oben kommt.

Dies alles lässt sich mit passiven Filter-Bauteilen kaum bewerkstelligen. Teufel steuert die Atmos-Lautsprecher deshalb mit kleinen Platinen im Fuß der Säulen aktiv über digitale Signalprozessoren an. Die nötigen Verstärkerstufen, besonders rauscharme Exemplare im klassischen AB-Betrieb, brauchen nicht mehr als 45 Watt zu leisten. Sie kommen deshalb auch mit Stromversorgungen aus, die in externen Steckernetzteilen sitzen und die Energie über dünne, unauffällige Kabel zu den Boxen führen. Die übrigen Chassis in den Klangsäulen, je zwei Tief-, ein Mittel- und ein Hochtöner, werden über passive Frequenzweichen vom Heimkino-Receiver mit Tonsignalen versorgt.

Das Dreiwege-System hat beste HiFi-Qualitäten

Erfüllt das komplette Sextett nun den Traum vom Raum? Zunächst einmal: Die Familiengene des vom LT-5-Set abstammenden Systems sind vom Feinsten. Denn die tonale Abstimmung der Dreiwege-Systeme hat beste HiFi-Qualitäten, hinzu kommt aber, nicht zuletzt durch die Wucht und den ungeheuren Tiefgang des Subwoofers, eine saftige Dynamik, wie man sie für Kino-Sound mit Gänsehaut-Option einfach braucht. Die Ortungsschärfe, mit der die Klangsäulen jedem Geräusch seinen exakten Platz im Raum zuweisen, fasziniert nicht minder.

Wenn dann aber die Atmos-Tonspuren den ganzen Raum über dem Hörer öffnen, wird die Illusion perfekt - ganz gleich, ob wilde Papageienschwärme kreischend ihre Runden durch eine Dschungelszene drehen oder ob Aliens aus ihren Raumschiffen auf Mutter Erde feuern. Das ist Heimkino in einer Qualität, von denen so manches Lichtspielhaus bisher nur träumen kann.

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