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Digitale Print-Dienste im Test : Saturn druckt am besten

  • Aktualisiert am
          2 Min.

          Wer seine digitalen Urlaubsbilder in handlichen Fotobüchern oder als Poster an der Wand sehen möchte, der hat die Qual der Wahl: Drogerieketten, Fotofachhändler, Elektromärkte, Lebensmitteldiscounter und reine Internetanbieter - überall dort gibt es digitale Print-Dienste. Die Stiftung Warentest nahm 13 von ihnen unter die Lupe. Der Sieger im Vergleichstest heißt Saturn: Ob Fotobücher oder Poster, der Elektronikmarkt überzeugt mit „guter“ Qualität. Schlusslicht im Test: fotokasten. Der Internetdienst ist teuer und erreicht nur ein „Ausreichend“, die Qualität der Fotobücher ist sogar nur „mangelhaft“.

          Fotobücher erinnern an Fotoalben. Das lästige Einkleben der Bilder entfällt jedoch. Der Besteller erhält sie direkt auf Papier gedruckt als gebundenes Buch. Saturn, Media Markt, Rossmann und snapfish liefern „gute“ Fotobücher: Ob Schärfe, Farbe oder Kontrast - die Qualität stimmt. Das ist leider nicht die Regel: Die meisten Fotobücher sind „befriedigend“, ein Album ist „ausreichend“. Die Bücher von fotokasten sind sogar „mangelhaft“: Sie fallen beim häufigen Durchblättern auseinander. Für teure 35 Euro ist das sehr ärgerlich und ein Fall für die Reklamation.

          Saturn macht die besten Poster

          Auch bei den Postern liegt Saturn vorn: Die Farben überzeugen, die Bestellung funktioniert problemlos, der Gesamteindruck ist „gut“. Ebenfalls „gut“ ist Foto Quelle. Knapp dahinter: Lidl, Schlecker und Pixelnet. Anders als Fotobücher, entwickeln die Labore Poster - wie Fotoabzüge - meist noch fotochemisch. Das liefert brilliantere Farben als der Druck, garantiert jedoch nicht automatisch die bessere Qualität. Beispiel: pixopolis. Die „mangelhaften“ Poster sind mit 13 Euro fast doppelt so teuer wie bei Media Markt, die Farben sind verfälscht, das Papier ist zu dünn und die Wartezeit lang - über drei Wochen dauert die Lieferung im Schnitt.

          Die Auswahl an Albenformaten ist groß: Der Nutzer kann zwischen verschiedenen Einbänden, Bindungen und Seitenzahlen wählen. Ebenso umfangreich ist die Preisspanne: Am günstigsten sind Aldi und Lidl: Die Discounter bieten A4-Fotobücher mit Hardcover für rund 21 Euro, inklusive Versand- und Bearbeitungskosten. Die „guten“ Fotobücher sind mit etwa 31 Euro deutlich teurer. Am meisten zahlt der Kunde bei fotokasten: 35 Euro verlangt der Online-Anbieter für ein Fotobuch. Poster sind insgesamt günstiger: Zwischen 7 und 17 Euro kostet ein Abzug im A2-Format.

          Viele Gestaltungsmöglichkeiten

          Das Zusammenstellen der Bilder übernimmt kein Dienst. Dafür gibt es spezielle Software. Die ist bis zu 130 Megabyte groß und bei allen Anbietern kostenlos. Die Installation ist einfach und funktioniert meistens sogar auf dem Mac - ganz im Unterschied zum letzten Test. Das Gestalten der Buchseiten funktioniert ebenfalls problemlos: Fotos drehen und vergrößern, Text einfügen, Hintergrundfarbe ändern - all das geht. Manche Programme beherrschen sogar noch mehr: Bilder aufhellen oder abdunkeln, zuschneiden und rote Augen entfernen. Anfänger sollten jedoch Zeit einplanen: Ungeübte Finger brauchen für ein Fotobuch bis zu acht Stunden. Wie Sie ein Fotobuch erstellen, erfahren Sie in den Tipps.

          Ist das Fotobuch gestaltet oder das Poster ausgewählt, folgt das Hochladen auf die Anbieterseite. Am schnellsten geht das bei Pixelnet: Ein 100 Megabyte großes Fotobuch sendeten die Tester in 5 Minuten zum Anbieter. Bei Lidl und pixopolis dauert das etwa dreimal so lange. Die Tester nutzten eine schnelle DSL-Verbindung. Die bietet einen Upload von bis zu 1024 Kilobit pro Sekunde. Ohne DSL ist das Hochladen mühselig und nicht zu empfehlen.

          Die meisten Anbieter liefern Poster innerhalb von drei bis vier Werktagen. Bei Fotobüchern dauert es im Schnitt etwas länger. Schnell sind Saturn und snapfish: Innerhalb von 3 Werktagen ist das Fotobuch zuhause. So schnell sind nicht alle Anbieter: Media Markt, Rossmann und der schnappschussverlag brauchen über eine Woche für die Lieferung, Lidl sogar 8 Werktage. Für ein spontanes Geburtstagsgeschenk dauert das zu lange. Trotzdem: Die „guten“ Print-Dienste sind zu empfehlen. Auch wenn digitale Fotos auf dem Monitor mit Größe punkten können - ein Fotobuch ist individuell und hat sehr viel mehr Charme.

          Schritt für Schritt zum Fotobuch

          Bilder Auswählen . Digitalkameras verleiten zum Knipsen. Wählen Sie Ihre schönsten Fotos aus und sortieren Sie sie, bevor Sie mit dem Erstellen des Fotobuches beginnen. Das spart Zeit.

          Software herunterladen . Für die Gestaltung der Fotobücher brauchen Sie eine spezielle Software. Die können Sie von der Webseite des Foto-Dienstes herunterladen. Nutzen Sie eine schnelle Internetverbindung wie DSL, Kabel oder Satellit, um die Software herunterzuladen.

          Installation . Die Installation ist in der Regel einfach und funktioniert mittlerweile meistens auch auf dem Mac. Folgen Sie den Installationsanweisungen des Programms Schritt für Schritt.

          Automatische Fotobucherstellung . Wenn Sie Ihr Fotobuch möglichst schnell erstellen möchten, nutzen Sie die automatische Fotobucherstellung. Diese Funktion bieten fast alle getesteten Dienste.

          Individuelles Design . Wenn Sie ein einzigartiges Design bevorzugen, müssen Sie mit einer leeren Vorlage beginnen. Damit sind Ihrer Kreativität kaum Grenzen gesetzt. Sie haben die Wahl: Von der Hintergrundfarbe bis zur Schriftart des Titels. Das kostet allerdings Zeit.

          Fotobuch hochladen . Im letzten Schritt müssen Sie nun das fertig gestaltete Buch auf den Server des Dienstes laden. Auch hier ist eine schnelle Internetverbindung wichtig. Mit schnellem DSL dauert das Hochladen eines durchschnittlichen Fotobuches zwischen 5 und 15 Minuten. Ohne Breitbandverbindung kann der Upload Stunden dauern.

          Darauf sollten Sie achten

          Bilder ausrichten . Alle Fotoprogramme im Test bieten ein Hilferaster. Richten Sie damit Ihre Bilder aus. So sind alle Fotos am richtigen Platz.

          Rechtschreibung prüfen . Eigene Fehler übersieht man leicht, zum Beispiel bei Bildüberschriften. Nehmen Sie sich deshalb Zeit für die Rechtschreibprüfung und lassen Sie jemanden Korrektur lesen, bevor Sie Ihr Fotobuch in Auftrag geben.

          Bilder bearbeiten . Die Fotobuchprogramme bieten viel Raum für Gestaltung. Trotzdem kann die Software an ihre Grenzen stoßen. Nutzen Sie deshalb vorab Bildbearbeitungsprogramme wie Photoshop oder die kostenlose Variante gimp, um Ihre Bilder zu bearbeiten.

          Voreinstellungen . Achten Sie auf Voreinstellungen - zum Beipiel auf die automatische Bildoptimierung. Wenn Sie mit Ihren originalen oder zuvor bearbeiteten Fotos zufrieden sind, deaktivieren Sie die automatische Optimierung der Bilder. Sie kann zu verfälschten Farben führen.

          Auf die Auflösung achten . Je höher die Auflösung, desto besser. Vor allem bei Postern sollten Ihre Bilder aus vielen Pixeln bestehen, sonst sieht das Ergebnis grobkörnig und unscharf aus.

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