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Dieter Burmester ist tot : Ein Leben für den feinen Klang

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Dieter Burmester ist tot. Bild: Burmester Audiosysteme GmbH

Bei Audiogeräten der High-End-Klasse gab Dieter Burmester den Ton an. Nun ist er nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben. Seine Edelmarke wird weiterleben.

          Dieter Burmester ist nicht mehr unter uns. Sein Name aber lebt fort – in schöner Schreibschrift auf schweren Chromfassaden von Musikalien der Güteklasse High End. Er wird uns schmerzlich fehlen. Denn er prägte, gemeinsam mit einer goldenen Generation audiophiler Mitstreiter, eine Szene, ein Lebensgefühl und, wenn man an die zum globalen Event aufgestiegene Fachmesse High End denkt, eine veritable Branche aus feinen, elitären Manufakturen. Ob es die High End heute ohne Burmesters Mitwirkung als Mann der ersten Stunde geben würde, wissen wir nicht. Sicher ist aber, dass sein einzigartiges Charisma half, sie als ein lebendiges Stück „Made in Germany“ in allen Wirtschaftsregionen der Welt bekannt zu machen.

          Wie kam es eigentlich dazu? Im Juli 1978 rollt in Japan Großserien-HiFi erstmals in Schwindel erregenden Stückzahlen und zu dramatisch sinkenden Preisen von den Fließbändern, in den Vereinigten Staaten erfinden die Anhänger hochpräziser Geräte aus handwerklicher Kleinserien-Fertigung den Begriff High End – als Motto für eine Gegenbewegung, die eher auf Klasse denn auf Masse setzt. Auf der hiesigen Seite des Atlantik, genauer: im Westen der damals noch geteilten Stadt Berlin, legt zur selben Zeit ein junger Ingenieur und passionierter Rock-Musiker die Gitarre vorübergehend zur Seite, um sein professionelles Engagement auf Elektronik der klangvollen Art zu konzentrieren: Dieter Burmester lötet seinen ersten Vorverstärker und legt damit den Grundstein zu einer der renommiertesten Marken, die heute in der High-End-Welt den Ton angeben.

          Eigentlich war Burmesters Premieren-Werk eher ein Akt der Selbsthilfe. Denn sein gleich nach dem Studium gegründetes Ingenieurbüro befasste sich zunächst mit einer ganz anderen Materie – mit der Konstruktion medizinischer Präzisionsgeräte. Aber dann gab seine HiFi-Anlage den Geist auf, und weil der junge Mensch mit der zeitgenössischen Langhaar-Frisur damals schon viel zu viel von Elektronik verstand, um Ersatz in Form einschlägiger Schlicht-Produkte zu akzeptieren, machte er sich kurzerhand eigenhändig ans Werk.

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          Von da an ließ ihn die Audio-Elektronik nicht mehr los. Mit dem Chrom-Look seiner HiFi-Boliden schuf er ein unverkennbares Markenzeichen, und was sich hinter den fetten, massiven Metallfassaden verbarg, stand immer wieder für höchst innovative Technik-Lösungen: Mit dem Modell 808 entwickelte Burmester 1980 den ersten Vorverstärker mit steckbaren Modulen, der sich für verschiedene Signalquellen optimal anpassen ließ, 1983 verwendete er erstmals die aus der Studiotechnik stammende vollsymmetrische Signalverarbeitung in Heimstereo-Komponenten, 1987 bot er als erster einen gleichstromgekoppelten Signalweg vom Tonabnehmersystem bis zum Lautsprecher an, im gleichen Jahr folgte die erste ferngesteuerte Lautstärkeregelung über eine Relaisschaltung, und 1991 erfand Burmester das CD-Riemenlaufwerk. 1994 entwickelte er eine Aufsehen erregende Universal-Lösung zur Reinigung der Netz-Versorgung, den aktiv regelnden Power Conditioner 948, und 1995 brachte er das erste Lautsprechersystem auf den Markt, das die freie Wahl zwischen aktiver und passiver Signalweiche bot.

          Edel-Einbauten der Marke Burmester

          Von der High End 2001 berichtete Technik und Motor über Burmesters aufblühende Liebe zum spektakulären Mehrkanal-Sound: Ganz im Geist der Zeit beeindruckte der Berliner mit seinem Surroundprozessor 007, der hochauflösenden Digitalsignale acht Kanäle wiedergeben konnte. Acht Jahre später eroberte Burmester auch die mobile Welt: Nach einem Pilotprojekt für den Bugatti EB 16.4 Veyron tat sich der Berliner mit den Autobauern von Zuffenhausen zusammen – und Technik und Motor überschrieb einen Erlebnisbericht über faszinierende Burmester-Einbauten im Panamera: „Burmester, Porsche und die Achse des Schönen“. Es folgten viele weitere Systeme für Porsche-Modelle, bis auch Mercedes in seinen Ausstattungskatalogen nicht mehr auf Edel-Einbauten der Marke Burmester verzichten mochte.

          Dieter Burmester, Jahrgang 1946, starb am 15. August nach kurzer schwerer Krankheit. Seine Ehefrau Frau Marianne Burmester und seine Mitarbeiter werden das Unternehmen fortführen. Und uns bleibt die Erinnerung an die letzte, herzliche Begegnung mit ihm während der High End im Mai. 

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