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Denons Cara im Test : Heimkino schwungvoll verpackt

  • -Aktualisiert am

Schnittig statt klotzig: Denons Heimkino-Zentrale Cara Bild:

Wer das wahre Heimkino-Erlebnis will, darf sich von aufwändigen Installationen normalerweise nicht abbschrecken lassen. Dass sich tolle Bilder und bester Klang aber auch in einer schnittigen, kleinen Anlage verbinden lassen, zeigt Denon mit seiner Cara.

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          Den wahren Heimkino-Freak können sperrige Installationen nicht schrecken: Ein vierschrötiger Mehrkanal-Receiver ist Ehrensache, der passende Bluray-Player hat mit kongenialer Panzerung anzutreten, als Lautsprecher kommen nur Korpulenzen in Frage. Weniger ambitionierte Zeitgenossen greifen lieber zum kompakten Komplettset, zu dem dann noch eine Handvoll Lautsprecherzwerge gehören, alles aus einem Karton.

          Der Vorteil liegt auf der Hand: Solche Gerätschaften fügen sich eher unaufdringlich ins Mobiliar, der häusliche Frieden muss nicht am divergierenden Grad der Elektronik-Vorlieben scheitern. Das ganz große Kino aber bleibt so ein frommer Wunsch - zumindest sein hörbarer Teil.

          Denon, bisher vor allem für die kompromisslose Fraktion eine Bezugsquelle erster Güte, versucht sich nun mit einem Angebot des dritten Weges: einer Anlage, die auf potente Technik nicht verzichtet, aber alles Nötige in einem schwungvoll gerundeten Gehäuse verstaut, um so provozierende Klotzigkeit zu vermeiden.

          Die Wahl der Lautsprecher überlässt der Hersteller ganz dem Geschmack des Kunden; das Leistungsangebot der Anlage - die Datenblätter vermelden 5×75 Watt - sollte für jeden wohnzimmertauglichen Schallwandler von zierlich bis halbfett reichen.

          Der komplette Apparat trägt den für Elektronikverhältnisse fast poetischen Namen Cara, kostet knapp 2.000 Euro und vereint in seinem Inneren drei Funktionsgruppen: ein Laufwerk für die Bluray Disc, einen Heimkino-Verstärker und ein Radio-Empfangsteil für UKW und Mittelwelle. Die Rotationsabteilung kann natürlich auch herkömmliche DVDs abspielen, selbst solche, die einem privaten Brennerlaufwerk entstammen. Auf Musik-CDs und ihre selbstgebrannten Derivate versteht sie sich ebenfalls.

          USB-Buchse und Kartenleser gut versteckt

          Als alternative Datenmedien kommen USB-Sticks, USB-Festplatten oder SD-Karten in Frage; sie können Musikdateien in MP3, in Windows Media, im iTunes-Format AAC oder in unkomprimiertem PCM anliefern. Auch Digitalfotos oder Divx-Filmchen lassen sich von solchen Speichern wiedergeben. Der USB-Anschluss taugt sogar für Direktkontakte zum iPod. Der so angestöpselte Mobilplayer gibt sein Repertoire - anders als mit gewöhnlichen Dockingstationen - in digitaler Form aus, also ganz ohne Qualitätsverlust.

          Elegant gelöst zudem: Die USB-Buchse und der Karten-Leseschacht verstecken sich hinter schwenkbaren Klappen rechts und links auf der Geräte-Vorderseite. Weitere Zuspielgeräte können auf Caras Rückseite andocken, darunter alle Apparate, die Bild und Ton über eine HDMI-Verbindung ausgeben. Ältere Bild- und Tonmaschinen finden über analoge oder digitale Audio-Eingänge und über eine S-Video-Buchse Anschluss. Für die Lautsprecher bietet Cara Anschlussmöglichkeiten an, die selbst exotische Konfígurationen erlauben.

          Wiedergabe mit Testsignalen kalibrierbar

          Die klassische Heimkino-Variante geht so: Über fünf Paar Lautsprecherklemmen speist die Heimkinozentrale die Boxen für Stereo rechts und links, Mitte und die beiden Surround-Kanäle. Als passenden Subwoofer verlangt Cara ein aktives Modell mit eigenem Verstärker; ein Cinch-Ausgang zu seiner Ansteuerung liegt auf der Rückseite.

          Wer selbst die letzten Finessen des Bluray-Tons auskosten will, kann die Lautsprecher auf sieben plus Subwoofer erweitern; dann muss aber eine zusätzliche Stereo-Endstufe mitspielen. Fast überflüssig zu erwähnen: Natürlich kann die Denon-Zentrale Formate wie Dolby True HD oder DTS HD Master Audio dekodieren, die den 7.1-Kanal-Ton in verlustfreier Kompression anbieten.

          Selbstverständlich funktioniert auch die Stereowiedergabe über zwei Lautsprecherboxen - entweder pur oder mit Tiefbass-Unterstützung durch einen Subwoofer. Hilfreich fanden wir, dass die Cara-Elektronik von sich aus erkennt, wie viele Lautsprecher angeschlossen sind, und automatisch alle nötigen Weichen stellt. Darüber hinaus bietet das Gerät an, die Wiedergabe mit Testsignalen zu kalibrieren, um Unzulänglichkeiten der Raumakustik oder der Lautsprecher auszugleichen. Dazu schließt man ein kleines Messmikrofon an, das zum Lieferumfang gehört.

          Nur der Ventilator stört

          Im realen Einsatz hat uns die schmucke Heimkino-Zentrale sehr gut gefallen - schon während der vorbereitenden Arbeiten: Die meisten wichtigen Einstellungen erledigen sich automatisch, aber wer mag, kann sich in unzählige Justage-Optionen vertiefen, die selbst verwegenen Ansprüchen Rechnung tragen. Die Bildqualität der Bluray-Abteilung ist schlicht hervorragend: Cara kann sich, was Farbtreue und Klarheit betrifft, mit den besten Playern messen, die derzeit zu haben sind.

          Auch die klanglichen Leistungen überzeugen. Die Verstärkerabteilung spielt straff und präzise, inszeniert Surround-Szenarien mit guter räumlicher Übersicht und last but not least: Das Heimkino-Gerät macht auch als HiFi-Baustein für die feinfühlige Wiedergabe von Stereomusik eine ausgezeichnete Figur. Schade nur, dass es einen Ventilator zur Kühlung braucht. Der arbeitet zwar leise, im Pianissimo aber ist sein Wirken hörbar.

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