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Consumer Electronics Show : Zarte Hoffnungen jenseits der Krise

  • -Aktualisiert am

Besucher der CES tragen spezielle Brillen um die 3D-Show von Sony zu sehen Bild: AFP

Mit der alljährlichen Consumer Electronics Show in Las Vegas startet die Unterhaltungstechnik nicht ganz glücklich ins neue Jahr. Denn mit dem Glanz von früher ist es vorbei, obwohl die Entwickler auch diesmal große Fortschritte vorweisen können.

          Noch vor zwölf Monaten war die CES-Welt in Ordnung: Bill Gates gab ein letztes Mal den Gottvater der Branche, Panasonic zeigte den größten Bildschirm der Welt, Pioneer hatte den dünnsten. Ein paar weitere Superlative, aufzählbar an den Fingern einer Hand, prägten das Messegeschehen auf plakative Art, und alle Welt wähnte: Die ersten Januar-Tage sind Las-Vegas-Zeit. Wer nicht hier ist, sieht vom Zug der Unterhaltungselektronik-Branche nur noch die roten Lichter.

          Und heute? Matadoren von einst pflegen den Ruhestand, die Wirtschaft hinkt, die Trends sind subtiler, vielfältiger und nicht immer so einfach zu verstehen. Dennoch: Die Technik schreitet auf vielen Feldern weiter voran - stetig und auf evolutionäre Veränderungen angelegt.

          Jetzt wird Strom gespart

          LCD-Fernseher mit stromsparenden, Kontrast und Farbtreue fördernden LED-Hinterleuchtungen, im CES-Jahr 2008 eher noch ein wissenschaftliches Thema, erobern nun auf breiter Front den Markt: Samsung zeigt in Las Vegas gleich drei serienreife Modellreihen, LG, Toshiba und Sharp demonstrieren mit ihren Varianten, wie moduliertes LED-Licht neue Qualitätsmaßstäbe in der LCD-Welt setzt.

          Panasonic präsentierte den Unterwasser-Camcorder SDR-SW21

          Panasonic arbeitet weiter an der Verfeinerung seiner Plasma-Boliden: Der jüngste Prototyp des Herstellers, ein 50-Zoll-Kaliber, trat mit einer Tiefe von gerade einmal 9 Millimeter an - hart an der Grenze der Zerbrechlichkeit und mit dem Versprechen, den mit der aktuellen Plasma-Generation halbierten Stromverbrauch abermals um ein Drittel zu senken.

          Dass Sony die Bildschirmzukunft in der selbstleuchtenden OLED-Technik sieht, unterstreicht der Hersteller mit neuen Prototypen und mit einem flexiblen Labormuster, das sich im laufenden Betrieb zusammenknuddeln lässt wie eine Frühlingsrolle.

          Die Super-Bildschirme von morgen

          Immer schnellere Videoprozessoren leisten weitere Beiträge zur Bildverbesserung. Ob Sony, Toshiba, Samsung oder LG - sie alle haben neue Geräte im Programm, die mit der vierfachen Bildfrequenz der Signalquelle arbeiten; in Europa sind das 200 Hertz. Das neue Rekordtempo soll helfen, schnelle Bewegungen sauberer und ohne verwischte Konturen darzustellen.

          Ein Prototyp von Toshiba lagert die Elektronik zur Bildschirmansteuerung sogar in eine separate Box aus. Hier lässt der mit acht Kernen rechnende Cell-Prozessor, der auch in Sonys Playstation 3 steckt, seine Muskeln spielen. Der Chip kann Videosignale sogar mühelos auf die vierfache Auflösung heutiger HDTV-Bildschirme hochskalieren. Der Antrieb für die Super-Bildschirme von morgen ist damit heute schon startklar.

          Toshibas Cell-Außenborder steht auch noch für einen anderen Trend, den bereits alle großen Hersteller mit eigenen Entwicklungen unterstützen: Er kann die Verbindung zu High-Definition-Quellen drahtlos nach dem eben erst festgezurrten Standard Wireless HD herstellen.

          Die neue Funknorm könnte sich schon bald zum Gegenstück der HDMI-Verbindung etablieren: Auf ultrahohen Frequenzen um 60 Gigahertz transportiert Wireless HD High-Definition-Signale unkomprimiert und in ihrer ganzen Pracht - samt Mehrkanalton, versteht sich.

          Video der 3. Dimension

          Ein anderes Thema, eigentlich fast schon ein technischer Evergreen, nimmt auf der CES beachtlich konkrete Formen an: die Videodarstellung in der dritten Dimension. Sony demonstriert eindrucksvolles 3D-Pantoffelkino nach dem Standard „Reald“, Panasonic kündigt gar an, sich für die Standardisierung einer kompletten 3D-Infrastruktur stark zu machen, die als Transportmedium die Bluray-Disc nutzt.

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