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Burmester 151 Musiccenter : Da glänzt nicht nur die Chromfassade

  • -Aktualisiert am

Musikalisches Schwergewicht: Burmesters Musik-Server 151 Bild: Foto Hersteller

Der neue Musikserver der Extraklasse von Burmester ist im Vergleich zum Vorgänger ein Leichtgewicht. Wer es sich leisten kann, bekommt gespielte Festplatten, symmetrische Signalführung und einen eindrucksvollen Klang.

          War es der Teuerste der Welt? Kann sein. Der Schwerste aber war es sicher: Als Burmester, der Berliner Hersteller für tönendes Highend der finalen Klasse, anno 2011 seinen ersten Musikserver namens Music Center 111 vorstellte, gab es kaum einen Superlativ, den die Maschine ausließ. Nun muss und kann nicht jeder Musikliebhaber einen solchen Tontresor ins Wohnzimmer hieven. Folglich legte Burmester jetzt ein zierlicheres Modell auf, 151 genannt, so flach, wie HiFi-Komponenten üblicherweise sind, und mit einem Preis, der immer noch am oberen Ende rangiert: 15.800 Euro will der Händler für den Neuling haben.

          Dafür bekommt der hellhörige Kunde einen 8,5 Kilogramm schweren Prachtbau: fette verchromte Front mit ebenfalls silbern glänzendem, von grüner Schrift illuminiertem Display, massives Aluminiumgehäuse, ein mechanischer Aufbau, der ein Menschenalter währende Wertbeständigkeit signalisiert - das Burmester-Übliche halt. Dazu passen sichtbare Details der Elektronik: Das Gerät kann den Ton über symmetrische XLR-Anschlüsse ausgeben, aber natürlich auch nach HiFi-Sitte über analoge Cinch- und optische wie elektrische Digitalverbindungen.

          Über ein Slot-in-Laufwerk zieht der Apparat CDs ins Innere und gibt sie wie ein CD-Player wieder. Wenn er soll, kopiert er die Silberscheiben in verlustfreier Flac-Kodierung in seinen eingebauten Speicher. Der besteht aus zwei jeweils 2 Terabyte großen Festplatten. Eine davon, sie enthält auch die auf Linux-Basis programmierte Systemsoftware, ist ein mechanikfreies SSD-Modell. Die beiden Platten sind im Raid-1-Modus geschaltet, archivieren die Daten also gespiegelt und damit sicher.

          Versteht sich auch bestens mit dem Heimnetzwerk

          Für die Musik stehen folglich ein bisschen weniger als 2 Terabyte zur Verfügung - genug selbst für sehr große Musiksammlungen. Natürlich lassen sich nicht nur CD-Tonspuren, sondern auch Musikdateien aus dem Rechner ins Archiv kopieren. Die Maschine akzeptiert alle üblichen Digitalformate, also unkomprimiertes PCM in WAV und AIFF, Flac, MP3, OGG, AAC und Apple Lossless. Die Wandler-Elektronik nimmt sich dieser Konserven mit höchster Auflösung von 192 Kilohertz/24 Bit an.

          Mit dem Heimnetzwerk kann sich der 151 sowohl über W-Lan als auch über ein Ethernet-Kabel verbinden. Die Vernetzung nutzt er, um Musik aus anderen Speichern nachzuladen, Internet-Radio ins Wohnzimmer zu holen und um sich komfortabel über eine iPad-App steuern zu lassen. Android-User können ihre Tablets ebenfalls nutzen, müssen die Steuerung aber dem Browser überlassen. Das klappt durchaus, wenn auch nicht ganz so elegant und flüssig wie mit der App, die auch das Blättern mit Apples Cover Flow erlaubt. In seiner Eigenschaft als Server unterstützt der 151 das UPnP-Protokoll; Netzwerkplayer und sogar vernetzte Fernseher finden seine Musikarchive also automatisch. Auch Geräte wie die Sonos-Komponenten können auf die im 151 archivierte Musiksammlung zugreifen.

          Alle technischen Funktionen meistert der Server so souverän, wie man es von einem Gerät dieser Güte- und Preisklasse erwarten darf. Aber ein Burmester muss sich auch klanglich weit vom Mainstream abheben. Kann er das? Er kann: Der Server verleiht der Musik Flügel, lässt sie luftig und transparent in den Hörraum schweben, lotet dessen Tiefe eindrucksvoll aus, agiert scheinbar mit leichter Hand, aber zeichnet konturenscharf und verleiht dem Bassfundament Kraft und Stabilität. Weniger allerdings hätten wir auch nicht akzeptiert.

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