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Bridgekamera Sony Cybershot RX 10 : Viermal bestellt und viermal wieder zurückgeschickt

  • -Aktualisiert am

Buckelbrücke: Die wuchtige Erscheinung der Bridge-Kamera Sony Cybershot RX 10 verschwindet beinahe hinter dem mächtigen Vario-Sonnar, das über den gesamten Brennweitenbereich die Lichtstärke 1:2,8 hat. Bild: Foto Hersteller

Die teure Bridgekamera Sony Cybershot RX 10 gelangt wegen ihres Objektivs zu einer eher unrühmlichen Prominenz - weil die Bildschärfe alles andere als zufriedenstellend ist.

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          Das vielleicht Bemerkenswerteste über diese bemerkenswerte Kamera steht in keiner Fachzeitschrift zu lesen, nicht im Werbematerial von Sony und auch hier nur als Hinweis: In den Kundenbewertungen bei Amazon findet man einen ellenlangen Bericht eines, wenn wir richtig orientiert sind, Mikrobiologen, der an der Universität Bayreuth eine Doktorarbeit zum Thema „Die Bedeutung des Regenwurm-Ökotyps auf die Aktivierung von boden-bürtigen Denitrifikanten“ eingereicht hat. Nebenbei hat er aber noch die Zeit gefunden, in rund drei Wochen nicht weniger als vier Exemplare der landauf, landab unter anderem als „Rolls-Royce unter den Bridgekameras“ bejubelten Sony Cybershot RX 10 bei Sony und bei Amazon zu ordern - und sie alle vier wieder zurückzuschicken. Und zwar, weil ihre Objektive, auf denen stolz Carl Zeiss Vario-Sonnar T* 2,8/8,8-73,3 (entsprechend 24 bis 200 Millimeter Kleinbild-Brennweite) prangt, zu unbefriedigend scharfer Abbildung neigten - mal rechts, mal links, mal in der Mitte des Bildfelds.

          Diese Arie reicht von anfänglicher Begeisterung bis zu Hohn und Spott über Sonys Qualitätskontrolle angesichts eines Marktpreises von rund 1200 Euro. Nebenbei erzählt sie die Geschichte, wie es heute im Kamerahandel zugeht: nämlich nicht wie im Fotofachhandel, sondern wie beim Schuhekaufen - ordern, vor Glück schreien und zurückschicken. Der Fleißarbeit des Mannes, der es offenbar besonders mit der Schärfe hat und der prompt eine Nikon mit schwer behebbarem Autofokusfehler erwischte, lässt sich in manchen Kritikpunkten wie etwa der Fummeligkeit des Speicherkartenschlitzes oder des trägen Tempos der Brennweitenverstellung zustimmen. An den einschlägigen Digitalstammtischen hat die Rezension natürlich für Furore gesorgt. Allerdings kann man sich dort immer wieder nur wundern, wie wenig praktische Erfahrung offenbar für wie viel Meinung ausreichend ist.

          Bei dem Exemplar mit der (Vor-?)Seriennummer 0000126 und dem daneben klebenden Vermerk „Not for sale or lease“, das Sony der Redaktion leihweise schickte, gab es keine Schwierigkeiten mit einem schlecht justierten Objektiv. Die 18-Megapixel-Bilder (im Format 3:4, bei 3:2 sind die Bilder maximal 20 Megapixel groß) des Ein-Zoll-Sensors (13,2 × 8,8 Millimeter) waren technisch in Ordnung und konnten sich hinsichtlich der Bildqualität durchaus neben mit einer APS-C-Spiegelreflex gemachten Bildern sehen lassen.

          Ein bisschen mehr an Spielereien

          In der Bridgekamera steckt so ziemlich alles, was man sonst in einer DSLR erwarten darf, sogar ein bisschen mehr an Spielereien. Sie hat einen sehr guten Sucher, einen kippbaren Monitor und einen traditionellen Blendenring, der wahlweise rastet. Zwei Dinge unterscheiden die RX 10 deutlich von einer DSLR: das fest verbaute Objektiv und ihre Langsamkeit. Ob man sie ein- oder ausschaltet, fokussiert oder einen Digitalfilter eingeschaltet hat, sie braucht für alles einen Moment. Das tut auch der Benutzer wegen des gewöhnungsbedürftigen Bedienkonzepts.

          Die betriebsbereit rund 820 Gramm schwere Kamera macht taktil einen robusten Eindruck und ist laut Hersteller wetterfest gedichtet. Bei der geringsten Bewegung, man muss sie nicht einmal leicht schütteln, hört man, dass sich etwas - zwecks optischer Bildstabilisierung - in dem aus 14 Linsen in elf Gruppen bestehenden Objektiv bewegen kann. Vielleicht darf man die RX 10 einfach nicht zu heftig schütteln, damit sie scharfe Bilder macht?

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