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Bluetooth-Lautsprecher : Mobile Musik aus der Funkflasche

  • -Aktualisiert am

Zwei Hersteller machen derzeit mit solchen Gerätschaften auf sich aufmerksam Bild: Hersteller

Zwei runde Bluetooth-Lautsprecher von Ultimate Ears und Scosche wollen am Rahmen des Fahrrads mitfahren. Und sie können auch im Freibad für Partyspaß sorgen.

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          Für Radler mit sportiven Ambitionen ist die Trinkflasche am Rahmen ihres Drahtesels ein Muss. Spaßfahrer, die Dehydrierung nicht fürchten, können in der Halterung für den Wassernachschub jetzt aber auch andere Utensilien deponieren - flaschenförmige Funklautsprecher, die über den Kurzstreckenfunk Bluetooth Musik aus dem Handy empfangen. Zwei Hersteller machen derzeit mit solchen Gerätschaften auf sich aufmerksam: Ultimate Ears bietet für 199 Euro eine kompakte Schallrolle mit dem programmatischen Namen UE Boom an, der amerikanische Zubehörspezialist Scosche wirbt für seine Boombottle, die demnächst für etwa 150 Euro zu haben ist.

          Von beiden Apparaten zeichnen die Hersteller sommerliche Einsatzszenarien: Über eine am Boden angeschraubte Öse und einen Karabinerhaken lässt sich die UE Boom am Hosenbund befestigen. Gern begleiten die beiden Rundlinge ihre Besitzer auch auf die Gartenparty oder zum Schwimmen im Freibad. Die Boombottle ist für den Einsatz am Beckenrand besonders gut gerüstet: Sie steckt in einem Gummigehäuse, das zwar keine Tauchtiefen überlebt, ein paar Spritzer aber durchaus abhält. Das verleiht ihr eine etwas rustikale Anmutung. Die UE Boom gibt sich da eleganter: Sie schmückt sich rundum mit einem textilartigen Grill, den eine breite Gummileiste dekorativ ergänzt. Beide Geräte gibt es in allen erdenklichen Farben. Scosche bevorzugt, von einer mausgrauen Version abgesehen, eher knalliges Bunt, die UE Boom setzt auf Zwischentöne von Pink bis Türkis, wobei Grill und Gummileiste jeweils reizvolle Farbkontraste bilden. Auch deshalb wirkt die kleinere, aber paradoxerweise etwas schwerere UE Boom insgesamt zierlicher.

          Die Musikflasche von Scosche macht am Fahrradrahmen eine gute Figur
          Die Musikflasche von Scosche macht am Fahrradrahmen eine gute Figur : Bild: Hersteller

          Die beiden Probanden kommen mit nur wenigen Bedienelementen aus: dem Ein- und Ausschalter und zwei weiteren Tasten für laut und leise. Vor ihrem ersten Auftritt aber brauchen die Lautsprecher zunächst Energiezufuhr für ihre eingebauten Lithium-Akkus. Dazu liefern die Hersteller USB-Kabel mit. Ultimate Ears legt seiner Boom obendrein noch ein passendes USB-Steckernetzteil in die Verpackung, Scosche vertraut darauf, dass sich solche 5-Volt-Quellen in jedem Haushalt finden lassen. Sind die Stromspeicher gefüllt, kommt die Einschalttaste zu Zug.

          Die UE Boom quittiert ihr elektrisches Erwachen mit einem allerliebsten Trommelwirbel, die Musikflasche von Scosche lässt eine amerikanische Dame „Power on“ sagen. Dann darf sich der geneigte Nutzer seinem Smartphone zuwenden, die Bluetooth-Funktion einschalten und ein paar Sekunden warten, bis der Name des jeweiligen Lautsprechers in einer Liste aller erreichbaren Bluetooth-Geräte auftaucht. „Pairing“, sagt die Scosche-Rolle dann sachlich zutreffend, und wenn man sie in der Bluetooth-Liste als Funkadressaten auswählt, meldet sie „Connected“. Die UE Boom quittiert diese Prozeduren nonverbal.

          Die UE Boom quittiert ihr elektrisches Erwachen mit einem allerliebsten Trommelwirbel
          Die UE Boom quittiert ihr elektrisches Erwachen mit einem allerliebsten Trommelwirbel : Bild: Charlie nucci photography

          Damit sind die Vorbereitungen dann auch schon erledigt. Wir haben als Zuspieler ein iPhone ausgewählt. Im Bluetooth-Betrieb bietet die Musik-App am unteren Bildschirmrand einen Menüpunkt an, der unter verschiedenen Wiedergabe-Optionen wählen lässt; besteht Funkkontakt zu beiden Lautsprechermodellen, kann man direkt zwischen ihnen hin- und herschalten und komfortabel vergleichen, wie sie den vom Smartphone gelieferten digitalen Rohstoff musikalisch umsetzen. Beide Geräte versprechen Rundum-Abstrahlung; beim Scosche-Modell kann man sogar durch schmale Lochblech-Schallöffnungen am oberen und am unteren Ende des runden Korpus erkennen, wie sie funktioniert: Kleine Kegel reflektieren den Ton in alle Himmelsrichtungen.

          Bevor wir deren reale Wirkung erörtern, geben wir noch ein paar weitere Technikdetails zu Protokoll: Beide Lautsprecher taugen auch als Freisprech-Einrichtung zum Telefonieren - Bluetooth und eingebaute Mikrofone machen es möglich. Und beide können auch kabelgebunden musizieren. Dazu bieten sie Klinkenbuchsen für alle erdenklichen Zuspieler an. Ultimate Ears stellt zudem eine App für seine Boom bereit, die ein zweites Exemplar in die Wiedergabe einbinden kann. So funktioniert sogar der zweikanalige Stereobetrieb.

          Die Scosche Boom Bottle lässt eine amerikanische Dame „Power on“ sagen
          Die Scosche Boom Bottle lässt eine amerikanische Dame „Power on“ sagen : Bild: Hersteller

          HiFi-Großtaten allerdings haben wir von beiden Mobil-Lautsprechern nicht erwartet, dazu sind sie einfach allzu zierlich. Gerade die Boombottle von Scosche zeigt: Aus dem Volumen einer Trinkflasche kommen keine kräftigen Bässe, auch der Grundtonbereich wirkt ein bisschen mager, aber immerhin: Für den flinken Spaß am Fahrradrahmen oder eben dem Grill taugt der robuste Drahtlos-Tubus durchaus, zumal er mit kräftigen Höhen für bemerkenswerte Klarheit sorgt.

          Die UE Boom macht ihre Sache noch besser: Sie zeichnet Grundtöne kräftiger, verleiht Stimmen und Instrumenten dadurch mehr Volumen und spielt folglich insgesamt erwachsener - trotz ihres kompakteren Formats, das zwei aufeinandergestapelten Cola-Dosen ähnelt. Die Boom-Stimme tönt sogar noch sonorer, wenn man den Lautsprecher flach auf einen Tisch legt; die Reflexionen von der Platte wirken sich akustisch günstig aus. So würde uns die Wahl nicht allzu schwer fallen: Die UE Boom ist zwar etwas teuerer, hat aber im Klang die Nase vorn.

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