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Bluetooth-Lautsprecher : Alle Mann an Deck

Das Plastik des Gehäuses wirkt sehr wertig Bild: Hersteller

Endlich mal wieder ein wirkliches Gadget: Der Bluetooth-Lautsprecher Deck sieht schick aus, klingt ordentlich und hat ein paar sinnvolle Funktionen, die zudem viel Spaß machen.

          3 Min.

          Es ist gar nicht so lange her, dass das Wort „Gadget“ eine durchweg positive Bedeutung hatte. Man assoziierte damit kleine, praktische Produkte der Unterhaltungselektronik, die zudem schön aussahen. Ihr Anwendungszweck war stets zu erkennen, und die meisten, die sich das Gadget kauften, benutzten es häufig und gerne. Dann kamen Unternehmen wie Samsung und fluteten die Welt mit vermeintlichen Gadgets. Jüngstes Beispiel ist die Computeruhr Galaxy Gear: Keiner braucht das Ding. Doch es gibt sie noch, die Gadgets. Sol Republic und Motorola geben mit ihrem neuesten Produkt dem Ausdruck wieder den ursprünglichen Sinn. Deck ist ein Bluetooth-Lautsprecher, der sofort auffällt, auf den zweiten Blick durchdachte und sinnvolle Funktionen aufweist und bei längerer Benutzung weiterhin gefällt.

          Marco Dettweiler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Deck soll ein „soziales“ Gadget sein. Deswegen kommt erst richtig Spaß auf, wenn mehr als eine Person mit dem Lautsprecher Musik hört. Einzige Voraussetzung fürs Mitspielen ist ein Smartphone: Einfach per Bluetooth verbinden und das Lieblingsstück starten - egal ob mit dem Standardplayer, Youtube oder Spotify. Letztlich gibt der kleine Lautsprecher alle Töne des Smartphones aus, so dass sich Deck auch als mobile Freisprechanlage benutzen lässt. Laut Hersteller darf man sich von dem Gerät wegen des verbesserten Bluetooth-Empfangs sogar bis zu 90 Meter entfernen. Das gilt - wenn überhaupt - nur auf freiem Feld. Innerhalb der Wohnung hatten wir mit dem Deck die gleichen Schwierigkeiten wie mit anderen Geräten: Mehrere Wände gleichzeitig sind meist unüberwindbar.

          360-Grad-Sound verteilt den Klang rundherum

          Eine ähnliche Funktionalität mit weniger Reichweite findet man bei vielen anderen Bluetooth-Lautsprechern auch. Doch Deck nimmt Kontakt mit bis zu fünf Personen gleichzeitig auf und lässt sie nach Belieben mitspielen. Dabei hat jeder das gleiche Recht. Sobald jemand die Play-Taste auf seinem Smartphone drückt, wird das laufende Lied unterbrochen und das angewählte abgespielt. Das wird natürlich anstrengend, wenn jeder ständig versucht, seinen Musikgeschmack durchzudrücken. Aber es wird entspannend, wenn sich ein paar Leute irgendwo treffen, um nebenbei ein bisschen Musik zu hören. Jeder hat dann übrigens sein eigenes Erkennungsmerkmal: Auf der Oberseite leuchtet jeweils die Farbe des aktiven DJs.

          Damit sich die Gruppe nicht in Reih und Glied vor den Lautsprecher setzen muss, um bestmöglichsten Klang genießen zu können, haben Sol Republic und Motorola einen „360 Grad Full Sound“ eingebaut. 360-Grad-Sound meint, dass die Musik rundherum verteilt wird. Diese Technik nutzen auch andere Hersteller. Es gibt keinen besten Platz wie vor einem klassischen Lautsprecherpaar. Das System funktioniert auch beim Deck ordentlich. Dafür muss man natürlich Monoklang in Kauf nehmen.

          Streng Audiophile werden dieses Gadget vermutlich genauso wenig anfassen wie die meisten anderen Bluetooth-Lautsprecher. Normalhörern kann allerdings Entwarnung gegeben werden. Die Klangqualität des Decks ist genauso gut, wie man es für ein Gerät dieser Größe erwarten darf. Die Mitten sind etwas hervorgehoben. Schließlich kann der Bass bei dieser Membranfläche wenig ausrichten. Dabei haben sich Sol Republic und Motorola etwas Nettes einfallen lassen. Eine Bassreflex-Öffnung an der Unterseite des Gerätes holt etwas mehr Wumms heraus. Für sehr tiefe Frequenzen hilft das wenig. Die fehlen nämlich. Alles in allem ist der Klang aber einigermaßen ausgewogen.

          Nun weist Deck eine weitere nette Funktion auf. Dem Gerät wurde ein Ein- und Ausgang in Mini-Klinken-Format verpasst. Damit lässt sich der Lautsprecher beispielsweise über ein Mini-Klinke-Cinch-Kabel mit der heimischen Anlage verbinden. Dann können bis zu fünf Leute mit ihren Smartphones einen richtigen Verstärker mit Boxen per Bluetooth bespielen. Der Spaß kann laut Hersteller bis zu zehn Stunden dauern.

          Das Aussehen ist bei einem solchen Gadget natürlich mindestens so wichtig wie der Klang und die Funktionen. Die Oberfläche mit den verschieden großen quadratischen Löchern und dem farbig blinkenden Zeichen sieht stylisch aus, das Plastik des Gehäuses wirkt sehr wertig, Form und Größe sorgen für gute Transportmöglichkeiten, und die Gummierung der Unterseite hält auch auf schrägem Untergrund. Beim Preis kann man streiten. 200 Euro sind sicherlich nicht wenig. Aber wer sich den Deck leisten kann, dürfte seinen Spaß damit haben.

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