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Bluetooth-Kopfhörer im Test : Für Reisende und Pendler gibt’s was auf die Ohren

Reisekopfhörer mit Noise-Cancelling und Bluetooth sind enorm praktisch Bild: Frank Röth

Es kann so schön ruhig sein im Flugzeug oder Zug. Passagiere brauchen nur einen Kopfhörer mit Noise-Cancelling. Wir haben zwei Bluetooth-Modelle von Bose und Sennheiser getestet.

          3 Min.

          Es kann so schön ruhig sein im Flugzeug oder Zug. Passagiere brauchen nur einen Kopfhörer mit Noise-Cancelling, der die Außengeräusche unterdrückt. Mikrofone in den Muscheln nehmen die störenden Töne auf, ein Chip wandelt die Signale phasenverkehrt um, was zu ihrer Auslöschung führt. Es bleibt die Musik. Produkte von Bose waren lange Zeit das Nonplusultra und sind immer noch sehr beliebt. Schließlich ist das amerikanische Unternehmen Pionier auf diesem Gebiet.

          Deshalb haben wir das neueste Modell getestet, mit dem sich die Konkurrenz messen muss. Der QC 35 ist mit Bluetooth ausgestattet, so dass der Hörer kein lästiges Kabel mehr zu seinem Smartphone führen muss. Mittlerweile gibt es einige Hersteller, die solche Reisekopfhörer anbieten. Einer davon ist Sennheiser. Das deutsche Unternehmen hat fast gleichzeitig den PXC 550 Wireless herausgebracht, der mit dem neuesten Modell von Bose einiges gemeinsam hat. Beide unterdrücken aktiv die Außengeräusche, kommen ohne Kabel aus und kosten zirka 400 Euro. Wir wollten wissen, welches Produkt das bessere ist und haben sie verglichen.

          Mit beiden Produkten ist man für den Flug oder das tägliche Pendeln gut vorbereitet. In den schwarzen Etuis lassen sich die Kopfhörer - auch dank der faltbaren Bügel - gut verstauen. Die Hülle von Bose ist etwas kompakter, stabiler und effizienter aufgebaut. Mit an Bord sind bei beiden die üblichen Kabel und Stecker: USB zum Aufladen, Mini-Klinke als Bluetooth-Ersatz und der Adapter fürs Flugzeug. Auch beim Tragekomfort sind sich der QC 35 und PXC 550 ähnlich. Der Sennheiser sitzt noch bequemer. Auch wenn der Bose mit 310 Gramm schon sehr leicht ist, sind die 227 Gramm des Sennheiser noch weniger spürbar. Zudem vermitteln die sehr weichen Polster eine echte Wohlfühlatmosphäre.

          Ein Käufer von kabellosen Bose-Kopfhörern verlangt Schadenersatz.
          Ein Käufer von kabellosen Bose-Kopfhörern verlangt Schadenersatz. : Bild: Frank Röth

          Der erste große Unterschied macht sich bei der Bedienung bemerkbar. Bose bleibt konservativ, setzt auch beim QC 35 auf kleine Knöpfchen an der rechten Muschel. Einer ist für Anschalten der aktiven Geräuschunterdrückung zuständig, mit den drei anderen, die im unteren Bereich sitzen, lassen sich Lautstärke einstellen, Titel unterbrechen oder überspringen und Telefonate annehmen. Um die Knöpfe zuverlässig zu treffen, braucht es etwas Erfahrung, weil sie sich doch recht dicht nebeneinander befinden. Der Sennheiser lässt sich unseres Erachtens besser bedienen, weil er auf ein anderes Konzept setzt. Allein wie man den PXC 550 ein- und ausschaltet, ist pfiffig gemacht. Dreht man die Muscheln an ihrer Aufhängung um 90 Grad, meldet sich der Kopfhörer an und ab. Das Management der Musik und der Anrufe läuft über die Oberfläche der rechten Muschel, die berührungsempfindlich ist. Tipp- und Wischbewegungen steuern den PXC 550 zuverlässig.

          Wie es sich gehört, gibt es von beiden Herstellern eine App. Notwendig für den Betrieb sind beide nicht, da sich die Kopfhörer schnell als Bluetooth-Gerät mit dem Smartphone koppeln lassen. Während Bose Connect nur eine nette Ergänzung ist, die etwa den Batteriestand und die Liste der gekoppelten Geräte aufführt, hat sich Sennheiser mit Cap Tune einiges einfallen lassen. Mit ihr kann man den Klang mit einem Equalizer verändern mit den üblichen Genre-Einstellungen wie Jazz, Rock, Pop oder aber manuell, indem man den Frequenzverlauf entsprechend manipuliert. Sehr fein ist die Integration des Streamingdienstes Tidal. Direkt aus der Sennheiser-App heraus ist also sowohl lokal gespeicherte als auch im Netz abrufbare Musik verfügbar.

          Sennheiser PXC 550
          Sennheiser PXC 550 : Bild: Frank Röth

          Im täglichen Einsatz machen beide Kopfhörer sehr viel Spaß. Nur wenige Sekunden nachdem man sie einschaltet, meldet eine Frauenstimme die erfolgreiche Kopplung mit dem Smartphone. Die Abschottung von der Außenwelt funktioniert bei beiden sehr gut. Beim PXC 550 kann man die Geräuschunterdrückung über die App dosieren, was in bestimmten Situationen praktisch ist. Dafür macht der Bose-Kopfhörer wirklich komplett dicht, wenn man ihn aufsetzt. Was den Klang betrifft, leisten sich beide Modelle keine Schwäche. Es dürfte letztlich Geschmacksache sein, welcher Klang einem besser gefällt. Der QC 35 Bose klingt sehr gefällig, hat eine leichte Wanne, sodass tiefe und hohe Frequenzen leicht nach oben kommen. Sennheiser legt Wert auf korrekten und brillanten Klang. Die Bühne ist größer als beim Bose, der Bass noch druckvoller.

          Welcher Kopfhörer ist nun der bessere? Da beide bezüglich Funktionalität, Tragekomfort, Klang, Geräuschunterdrückung und Preis auf Augenhöhe sind, könnte das Aussehen das entscheidende Kaufkriterium sein. Und da geht der Punkt klar an Sennheiser. Weil die Bedienelemente in das Touchpad auf der Muschel integriert sind, hat der PXC 550 ein klares und edles Design, mit dem Flug- und Zugpassagiere gern auffallen dürften. Im Übrigen stehen kabellose Kopfhörer mit Noise-Cancelling nicht nur Reisenden und Pendlern. Sie machen sich auch gut zu Hause.

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