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Apple TV und Fire TV im Test : Wer bestimmt die Zukunft des Fernsehens?

Schwarze Kisten, die unseren Blick verändern: Apple TV und Fire TV von Amazon Bild: Hersteller

Mit den neuen Streaming-Boxen von Amazon und Apple wird sich die Zukunft des Fernsehens noch schneller wandeln. Welches Gerät überzeugt mehr: Apple TV oder Fire TV?

          Das klassische Fernsehen verschwindet bald von der Bildfläche. Unternehmen wie Netflix und Amazon erhöhen den Druck, weil sie exklusive Inhalte anbieten. Apple drängt mit seinem Konzept ins Wohnzimmer vor. Wer Fernsehen erleben will, braucht weder eine DVB-Antenne noch einen Kabelanschluss oder eine Satellitenschüssel. Internetverbindung, Bildschirm und eine kleine schwarze Kiste genügen.

          Apple und Amazon haben gerade ihre Set-Top-Boxen in neuen Versionen auf den Markt gebracht. Unter anderem sind sie leistungsstärker: Apple TV kommt mit einem A8-Prozessor, Amazons Fire TV setzt auf einen Quadcore-Prozessor mit 2-Gigahertz-Taktung. Nach wie vor werden die Kisten mit dem HDMI-Eingang des Fernsehgeräts verbunden, mit Strom versorgt und ins heimische Netzwerk integriert.

          Nach einem kurzen Installationsprozess geht es schnell weiter. Dank der üppigen Hardwareausstattung navigiert man flott durch das Menü. Verzögerungen beim Ansteuern und Auswählen gibt es kaum. Filme starten nach wenigen Sekunden, was auch auf die gute Serverstruktur zurückzuführen ist. Es empfiehlt sich, einen DSL-Zugang mit mindestens 6 Megabit pro Sekunde zu haben. Viel mehr Bandbreite muss für diesen Zweck nicht unbedingt sein.

          Flatrate gegen Einzelabruf

          Die Einstiegskosten sind 100 Euro bei Amazon und knapp 180 Euro bei Apple. Auch die laufenden Kosten unterscheiden sich. Wer bei Apple etwas schauen will, bezahlt wie in der Videothek je Film oder Sendung. Die Preise bewegen sich für eine 48-stündige Ausleihe zwischen 99 Cent für ausgewählte Schnäppchen und aktuelle Filme für 5 Euro. Amazons Konzept funktioniert anders. Prime-Mitglieder haben für 49 Euro im Jahr Zugriff auf „Tausende Filme“. Dieses Angebot sorgt immer wieder für Diskussionen. Ein Kollege sagt, er fände immer einen Film, der ihn interessiert. Dem stimmen wir zu. Eine Auswahl der „neuen Filme bei Prime Video“: The Wolf of Wall Street, Ziemlich beste Freude, Memento, L.A. Crash, Black Hawk Down, Moon, Buffalo 66, Stromberg, Mr. and Mrs. Smith, Die 3 Tage des Condors. Das sind sehenswerte Filme.

          Die Box ist nur etwas höher geworden, dafür ist die Fernbedienung bei Apple TV komplett neu Bilderstrecke

          Manche Cineasten kritisieren hingegen, dass so ein Pauschalangebot ihre Wunschfilme nicht enthielte. Sie seien meist kostenpflichtig. Auf ganz aktuelle Titel trifft dies sicherlich zu. Dann kostet ein Film etwa so viel wie bei Apple TV. Je nach Geschmack ist es also eine Mischkalkulation: Schaut man bei Amazon mindestens zehn Filme im Jahr, die in Prime Video enthalten sind und bei der Konkurrenz etwas kosten, hat sich die Mitgliedschaft gelohnt. Apple TV hatte bisher immer diesen Nachteil: Keine Flatrate, jeder Film kostet. Das ändert sich mit der neuen Version. Apple hat seine Plattform für Anbieter wie Netflix geöffnet. Dann hat man auch ein Pauschalangebot an Bord. Allerdings kostet diese Flatrate mit mindestens 96 Euro jährlich fast doppelt so viel wie die Prime-Mitgliedschaft.

          Apple hat Netflix so eingebunden, dass die Suche nach einem Film die Ergebnisse auf iTunes und bei weiteren Anbietern anzeigt. Das Repertoire verschmilzt gewissermaßen. Der Nutzer kann entscheiden, wo er den Film schaut. Ist er auf Netflix kostenlos, wird er ihn wohl dort schauen. Allerdings beschränkt sich die Universalsuche auf wenige Apps, in Fire TV sogar nur auf Prime Video. Es wäre wünschenswert, dass die Suche etwa auch die Mediatheken der Öffentlich-Rechtlichen durchforstet - oder gar das Youtube-Angebot.

          Fire TV kann 4K-Filme streamen

          Amazon setzt sich in einem Punkt von Apple deutlich ab. Fire TV kann hochaufgelöste Filme wiedergeben. Das hat bisher nur funktioniert, wenn ein 4K-Fernsehgerät die Prime-Video-App von Amazon installiert hatte. Nun geht es auch mit der schwarzen Box und somit auf jedem 4K-Gerät. Hochaufgelöste Filme gibt es zwar im Streaming noch selten. Es dürfte aber nur eine Frage der Zeit sein, bis das Angebot derart wächst, dass es für manche Cineasten ein entscheidendes Kaufkriterium sein könnte.

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