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Aktiv-Lautsprecher im Test : Professionelle Studioboxen fürs Wohnzimmer

Bei nicht allzu großer Abhörentfernung können kleine Aktivmonitore eine gut klingende und smarte Lösung ohne viel Kabel sein. Bild: Hersteller

Die Zeit der teuren HiFi-Anlagen mit meterhohen passiven Standboxen könnte bald vorbei sein. Wer brillant klingende Lautsprecher sucht, wird schnell mit aktiven Boxen aus dem Studiobereich glücklich.

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          Auf den Toningenieur hört jeder. Wenn Musiker ihr neues Album aufnehmen, bestimmt der Mann am Mischpult, wie die Lieder klingen sollen. Und wenn Hörer zu Hause vor ihren Lautsprechern sitzen, lauschen sie unweigerlich der Konzeption des Toningenieurs. Doch in einem Punkt weigern sich Musikliebhaber seit vielen Jahren, dem Klangmeister zu folgen: bei der Nutzung aktiver Boxen. Nach wie vor stehen in den meisten Wohnzimmern passive Lautsprecher neben mächtigen Vollverstärkern. Warum eigentlich?

          Aktive Lautsprecher sind praktisch. Sie lassen sich direkt an MP3-Player, Smartphone, Tablet oder Computer anschließen. Audiophile hängen noch einen Digital-Analog-Wandler dazwischen. Den Verstärker kann man sich sparen, weil dieser bei Aktivboxen gleich eingebaut ist. Aber taugen die Lieblinge der Toningenieure auch für den Musikliebhaber zu Hause? Wir haben fünf kompakte Modelle von Adam-Audio, Focal, Genelec, KS-Digital und Neumann zum Paarpreis von etwa 1000 Euro bis 1300 Euro ausprobiert. Genelec zeigt mit seiner brandneuen G Three, wohin die Reise im Wohnzimmer geht. Der finnische Hersteller hat seine Profi-Reihe äußerlich und namentlich aufgehübscht, um sie den Heimhörern schmackhaft zu machen.

          Alle fünf Lautsprecher spielen ihre Vorteile gegenüber der passiven Technik aus: Verlustfreie Signalverarbeitung, saubere und tiefe Bässe aus kleinem Gehäuse und einstellbare Filter zur Raumanpassung. Denn bei Aktivlautsprechern spaltet die elektronische Weiche verlustfrei das Signal der Musikquelle auf und gibt es dann erst an die Verstärker weiter.

          Bei den getesteten Modellen sitzt vor jeder Membran ein eigener Verstärker, was eine optimale Abstimmung zwischen beiden ermöglicht. Passive Lautsprecher hingegen bekommen ein vom externen Verstärker aufbereitetes Signal, das die passive Weiche dann den Membranen zuweist. Die Spaltung des verstärkten Signals führt zu Leistungsverlusten, weil es auf große Widerstände der Frequenzweiche trifft, die das Signal verfälschen können.

          Genelec G Three

          Im Studiobereich ist Genelec Industriestandard. Die neu aufgelegte G-Serie gleicht der erfolgreichen 8000-Serie aus dem Profisegment. Lediglich der Lautstärkeregler und der Ein/Aus-Schalter sind auf die Rückseite gewandert. Der G-Serie hat Genelec zusätzlich Cinch-Eingänge spendiert, um die Verbindung mit Heimelektronik zu erleichtern. Das aus Aluminium gefertigte Testmodell G Three weist keine Kanten auf, damit sich die Schallwellen vom Gehäuse aus ungestört ausbreiten können. Mit je 40 Watt Verstärkerleistung für Hoch- und Tieftöner reicht die Box bis 55 Hertz. Im Test brilliert die Genelec mit homogener Wiedergabe und üppiger Räumlichkeit. Dem warmen und sauberen Bass schließen sich differenzierte Höhen an, die auch bei hoher Lautstärke nicht spitz klingen.

          Die Genelec G Three gibt es für 1300 Euro (Paar) wahlweise in mattem Schwarz oder Weiß. Sie klingt ausgewogen und rund. Der Bass ist weich und dennoch genau.

          Adam A7X

          Der A7X ist das bekannteste Modell von Adam-Audio. Wie alle Lautsprecher des Berliner Unternehmens besitzt auch der in mattem Schwarz gehaltene A7X einen Bändchenhochtöner statt einer Kalotte. Die Entwickler versprechen sich dadurch höhere Dynamik und verbesserte Auflösung. Betrachtet man die bloßen Daten, reicht der A7X wegen des großen Gehäuses und der Gesamtleistung von 150 Watt mit 42 Hertz am tiefsten. Im Test überzeugt der Lautsprecher durch fein aufgelöste Höhen, denen kaum etwas entgeht. Auf der anderen Seite fehlt der Musik ein wenig das Volumen, so dass manche Instrumente etwas leblos wirken.

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