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Action Cams im Test : Das dritte Auge für den Sportler

  • -Aktualisiert am

Abgehoben: Was die Kamera festhält, ist reine Kopfsache Bild: IMAGO

Video-Kameras für Schussfahrt und Springen heißen Action Cams. Leicht, loopingfest, helmtauglich und unerschütterlich müssen sie sein. Modelle von GoPro, Rollei und JVC im Test.

          4 Min.

          Ob Skifahrer, Skateboarder oder Reiter: Sie alle haben noch mehr Spaß, wenn eine Minikamera die Schneeabenteuer mitschneidet. Leicht, loopingfest, helmtauglich und unerschütterlich muss sie sein. Wir haben uns drei passende Winzlinge näher angeschaut: ein neues Modell des amerikanischen Action-Cam-Spezialisten GoPro, ein kongeniales Modell von Rollei und ein Kleinkaliber aus der Camcorder-Sparte von JVC.

          Hero von GoPro

          Die GoPro heißt mit vollständigem Namen Hero 3+ Black Edition und kostet um 420 Euro. Sie ist kaum größer, nur ein bisschen dicker als eine Streichholzschachtel, und Kenner identifizieren sie sofort: Die Hero 3+ ist das Resultat moderater Modellpflege.

          Äußerlich zumindest unterscheidet sie sich kaum vom Vorläufermodell Hero 3; sie geriet nur etwas flacher. Sogar deutlich kompakter als der Vorgängertyp wirkt sie in ihrem neuen, leichten Gehäuse, mit dem sie sich nicht nur vor Schneematsch schützt. Auch Tauchgänge hält die transparente Behausung aus; bis zu 40 Meter, sagt GoPro, darf es abwärts gehen. Zuvor allerdings sind kräftige Finger gefragt: Der Bügelverschluss des Gehäuses ist eine etwas sperrige Angelegenheit. Einen Monitorbildschirm sucht man an der Kamera vergebens. Er ist aber als Sonderzubehör zu haben und lässt sich auf der Rückseite an eine Kontaktleiste stecken. Die Aufnahmen kann man allerdings auch ohne Steckmonitor kontrollieren: Eine GoPro-App macht das Smartphone - egal ob Android oder Apple - zur komfortablen Fernsteuerung.

          Die GoPro ist kaum größer und nur ein bisschen dicker als eine Streichholzschachtel
          Die GoPro ist kaum größer und nur ein bisschen dicker als eine Streichholzschachtel : Bild: Hersteller

          Über eine W-LAN-Verbindung funkt die Kamera Vorschaubilder, die mit nur geringer Verzögerung im App-Fenster erscheinen. Auch die Voreinstellungen der Kamera lassen sich mit der Smartphone-Software bequem erledigen. Die GoPro selbst bietet dazu nur ein fingernagelgroßes, monochromes Display auf ihrer Vorderseite an. Puristen, die lieber ohne Smartphone auf die Piste gehen, haben noch eine andere Möglichkeit, die GoPro fernzusteuern: Zum Lieferumfang gehört eine Funk-Fernbedienung, die sich mit einem Armband am Handgelenk fixieren lässt. Die mitgelieferten Befestigungsutensilien für die Kamera - dazu gehören Aufklebeplatten und ein Schwenkarm - bieten das Nötigste. In seinem Zubehörprogramm aber bietet GoPro Befestigungen für alle Lebenslagen an, darunter Gurtsysteme für den Kopf und für die Brust. Schade nur: Ein klassisches Stativgewinde ist nicht dabei.

          Als Speichermedium dient der Kamera eine Micro-SDHC-Karte. Ein HDMI-Anschluss erlaubt die Direktverbindung mit einem Fernseher, und eine USB-Schnittstelle dient zum Laden des Akkus, zur Übertragung der Bilddaten und zum Anschluss eines Mikrofons. Interessant sind die Aufnahmemodalitäten: Die kleine GoPro kann Videos mit Ultra-HD-Auflösung, also mit 3640 mal 2160 Bildpunkten, aufnehmen, allerdings nur mit 15 Einzelbildern je Sekunde. Wir haben es ausprobiert; tatsächlich ist dieser Modus nur in der Theorie reizvoll, denn die langsame Bildfolge sorgt für kräftiges Ruckeln. In HD-Auflösung dagegen kann der kleine Apparat bis zu 60 Vollbilder je Sekunde aufnehmen - und die sehen erstaunlich gut aus.

          Selbst bei schwachem Licht hält sich Rauschen in Grenzen; scheint die Sonne, bestechen die Videos mit kräftigen Farben und geringen Kompressionsartefakten. Nur wenn es allzu heftig über Stock und Stein geht, sieht man schon mal an Klötzchenstrukturen im Bild, dass der Elektronik die Bits zu knapp geworden sind. Allerdings: Die weitwinklige Sichtweise des kleinen Objektivs bringt es wie üblich mit sich, dass gerade Kanten im Bild sich zu den Rändern hin deutlich verbiegen. Noch stärker wird die Verzeichnung, wenn die Kamera in einem extrabreiten, Superview genannten Modus aufnimmt - ein unvermeidlicher Schönheitsfehler, der den insgesamt guten Eindruck nicht schmälert.

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