https://www.faz.net/-gy9-acfj2
Frank-Holger Appel (hap.)

Der Verbrenner lebt : Die Realität

  • -Aktualisiert am

Im Audi E-Tron GT steckt Antriebstechnik der Konzernschwester Porsche. Bild: Hersteller

Audi hat entschieden, jetzt doch noch weiter am Verbrennungsmotor zu arbeiten. Schließlich sei auch in China 2030 jedes zweite Auto ein konventionelles.

          1 Min.

          Audi hat eines der drei besten Elektroautos auf dem Markt. Der e-tron GT setzt, auch dank Geschwisterhilfe von Porsche, Maßstäbe. Das ist umso bemerkenswerter, als der Volkswagen-Konzern wie so oft spät auf der Techno-Party erschienen ist, sie nun aber rockt. Dank des großen Entwicklungsbudgets sind weitere Fortschritte absehbar, selbstverständlich wird Volkswagen, werden alle Hersteller diesen Weg weitergehen.

          Aber nun folgt der Kracher, wenn man das bemühte Bild gelten lassen will, der China-Kracher: Während Audi noch vor einiger Zeit überzeugt gewesen sei, dass in China bald kein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor mehr in Städte werde fahren dürfen, sei dies inzwischen anders, zitiert das Fachblatt auto, motor und sport Audi-Entwicklungsvorstand Oliver Hoffmann. „Heute sehen wir in unseren Prognosen, dass in großen Märkten wie China und USA im Jahr 2030 voraussichtlich immer noch rund 50 Prozent aller Neuzulassungen auf Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor entfallen werden“, sagte Hoffmann der Zeitschrift. Daher „haben wir entschieden, unsere Verbrennungsmotoren weiterzuentwickeln“.

          Mit Blick auf die politischen Entscheidungsträger in Berlin und Brüssel spricht er von durch Diskussionen um Verbote geschürten Ängsten unter der Kundschaft und fordert, die künftige europäische Abgasnorm Euro 7 so auszugestalten, dass sie mit modernen Verbrennungsmotoren erreicht werden könne. Das ist aus dem im öffentlichen Diskurs alles auf die elektrische Karte setzenden VW-Konzern ein beachtliches Bekenntnis zu Wettbewerb und Technologieoffenheit. Oder einfach Realismus.

          Holger Appel
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Deutscher Sieg über Portugal : Ein Abend, an dem Funken sprühen

          Mit der überwältigenden Mischung aus Wucht und Wille erfüllt die DFB-Elf ihren Auftrag gegen Portugal. Auch die Konkurrenz in Fußballeuropa dürfte diese deutsche Verwandlung mit einigem Staunen gesehen haben.

          Deutsche Einzelkritik : Müller nervt Portugal, Gosens ragt heraus

          Beim Sieg über Portugal macht Robin Gosens wohl die Partie seines Lebens. Auch andere DFB-Akteure zeigen sich deutlich verbessert. Aber einer scheint nicht der Lieblingsspieler von Bundestrainer Joachim Löw zu sein.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.