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Tech-Talk : Freizügig im Netz

  • -Aktualisiert am

In der vergangenen Woche ist ans Licht gekommen, dass sämtliche Daten von 31 Millionen Nutzern der Keyboard-App mit der Eigenschreibweise „ai.type“ frei einsehbar im Netz standen.

          In der vergangenen Woche ist ans Licht gekommen, dass sämtliche Daten von 31 Millionen Nutzern der Keyboard-App mit der Eigenschreibweise „ai.type“ frei einsehbar im Netz standen. Alles unverschlüsselt, offen, darunter Nutzername, E-Mail-Adressen, Kontakte aus Telefonbüchern.

          Die App hatte sich die Berechtigung für schlichtweg alles vom Nutzer geben lassen. Sie speicherte also auch Informationen aus Social-Media-Profilen, die Seriennummer des Geräts, Standorte, Bewegungsprofile und sogar Tastatur-Eingaben. Bislang konnten Sicherheitsforscher aus dem Gesamtbestand der ai.type-Daten von rund 600 Gigabyte schon mehr als 300 Millionen Einträge extrahieren, die aus synchronisierten Adressbüchern stammen. Man muss also nicht einmal Nutzer dieser App gewesen sein, wenn jetzt persönliche Informationen in den Händen Dritter sind.

          Auf der Website verspricht der Anbieter, dass die Privatsphäre von Nutzern an erster Stelle stehe und sämtliche Daten verschlüsselt und anonymisiert gespeichert würden. Genau das Gegenteil war indes bei „ai.type“ der Fall. Keine Verschlüsselung, kein Schutz, nichts. Und man erfährt auf der Website nicht einmal, wo das Unternehmen sitzt und wer die Geschäftsführer sind. Einmal vom Leichtsinn abgesehen, einer Tastatur-App sämtliche Berechtigungen zu gewähren: Wann bitte schön hören wir auf, diesen Versprechungen zu glauben? Hat es sich wirklich noch nicht herumgesprochen, wie solche kleinen Start-ups ihr Geld verdienen? Mit der Funktionalität der App oder ihrem Kaufpreis gewiss nicht.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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