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Apple iPad : Probleme mit Print und PDF

Mac-Software Printopia leitet vom iPad an den Drucker weiter Bild: Spehr

Drucken mit dem iPad? Da hat sich Apple nicht mit Ruhm bekleckert. Denn das Airprint-Protokoll beherrschen nur wenige Drucker. Aber mit passenden Apps kommt man doch zum Ziel. Printopia oder Expert für den Mac helfen weiter.

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          Drucken mit dem iPad oder iPhone: Das hört sich nach einer der einfachsten Übungen der Welt an, ist jedoch eine komplizierte Angelegenheit. Wer mit Bordmitteln seine E-Mails, Zeichnungen oder Web-Sites ausgeben will, findet zwar in fast allen Apps ein Symbol mit einem schwungvoll nach links oder rechts oben zeigenden Pfeil. Aber spätestens im dann aufploppenden Menü ist die Frage aller Fragen aufgeworfen: Wie integriere ich hier meinen Drucker? Bei den meisten Printern stellt sich eine gewisse Ratlosigkeit ein. Denn Apple unterstützt für iOS nur Drucker mit dem hauseigenen Airprint-Protokoll. Das sind jeweils ein gutes Dutzend Modelle von Brother, Canon, Epson, Hewlett-Packard und Lexmark. Mit allen anderen oder älteren Produkten bleibt das Papier weiß, selbst wenn der netzwerkfähige Drucker beispielsweise an einer Fritzbox hängt.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Auch Airport-Express, Apples Universalzubehör für knifflige Verbindungen, muss hier passen. Zwar heißt es in der Produktbeschreibung, man könne einfach ein Gerät via USB an die Basisstation anschließen und schon stehe dem kabellosen Drucken „nichts mehr im Wege“. Mit iPad und iPhone funktioniert das jedoch nicht.

          Auf Umwegen schließlich doch am Ziel: Der PDF Printer von Dar Soft

          Selbst die naheliegende Idee, am iPhone oder iPad ein PDF zu erstellen, hat Apple nicht vorgesehen. Warum nicht, fragt man sich, schließlich gehört doch die PDF-Ausgabe seit Jahr und Tag zum Betriebssystem der Mac-Rechner. Eine kleine App, die noch im vergangenen Jahr hilfreich einsprang und sich als universeller PDF-Drucker bewährte, wurde im Herbst von Apple aus dem App Store verbannt. Ärgerlich, denn Print2PDF war eine ordentliche Universallösung für nahezu alle Ansprüche. Wir haben also nach anderen Wegen rund um Print und PDF gesucht - und mehrere Alternativen gefunden.

          Zunächst die zahlreichen PDF-Apps, die wie gehabt für iPhone und iPad im Angebot sind. Sie erlauben zwar eine PDF-Erstellung. Aber leider nicht über das Druckmenü, sondern nur aus der App heraus. Das alles ist ziemlich umständlich, wie das Beispiel des „PDF Printer“ von Dar Soft (5 Euro) zeigt: Um eine Web-Site in eine PDF-Datei zu überführen, muss man sie ein zweites Mal im Browser der App öffnen und kann dann konvertieren. E-Mail-Anhänge lassen sich im Mail-Programm mit einem längeren Fingerdruck auf das Anhängsel-Symbol und das Menü „Öffnen in“ an den PDF Printer übergeben und in einem zweiten Schritt konvertieren. Aber die gesamte E-Mail-Nachricht lässt sich nicht auf die Schnelle umwandeln. Nur im Umweg über die Zwischenablage funktioniert das, allerdings ohne die Kopfzeilen. Immerhin bietet der PDF Printer eine Dropbox-Integration, so dass sich Dokumente von dort holen und als PDF ausgeben lassen. Aber komfortabel ist das nicht.

          Anmerkungen per Fingerstreich: PDF Expert ist jeden Euro wert

          Schneller und schöner wird das Ganze, wenn ein Mac-Rechner oder Windows-PC im gleichen W-Lan eingebucht ist und pfiffige Zusatzsoftware eine Airprint-Freigabe herstellt. Das funktioniert auch mit älteren Geräten, nur müssen während des Druckens sowohl der PC wie auch der Drucker eingeschaltet sein. Wir haben die kleine Software „Printopia“ von Ecamm Network für den Mac ausprobiert. Sie kostet 20 Dollar, eine Probeversion ist unentgeltlich auf der Internetseite des Herstellers ladbar. Das Mini-Programm ist nach der Installation in den Systemeinstellungen des Mac zu finden, auf dem iPhone oder iPad muss man nichts laden oder einrichten.

          Printopia integriert nicht nur vorhandene Drucker. Vielmehr ist auch ein praktischer PDF-Export vorgesehen. Mit „Send to Mac“ wird die erzeugte PDF-Datei im Dokumentenordner des Rechners abgelegt. Mit „Send to Dropbox on Mac“ landet das PDF gleich im Cloud-Speicher des Nutzers und steht damit allen verbundenen Dropbox-Geräten zur Verfügung. Am iPad oder iPhone wählt man Printopia als Drucker, gibt die gewünschten Seiten an, und alles andere ist geradezu ein Kinderspiel. Sieht man von der kleinen Einschränkung des eingeschalteten Mac einmal ab, erfüllt dieses Programm alle Wünsche. Wir können es empfehlen. Im Einsatz mit verschiedenen Apps gab es nur sehr selten kleine Probleme mit der Formatierung.

          Akte im Überblick: PDF Expert im Seitenmodus

          Ähnlich arbeitet „Fingerprint“ von Collobos. Es kostet 10 Dollar und steht auch in einer Windows-Version zur Verfügung. Diese haben wir unter Windows 7 ausprobiert - sie funktionierte bei uns nicht. Wer das Microsoft-Betriebssystem einsetzt, kommt gegebenenfalls schon mit Bordmitteln zum Ziel. Der Programmierer Stephan Mühl stellt auf seiner Homepage den „Airprint Activator“ vor, er setzt iTunes und Apples Bonjour voraus, und lässt sich unentgeltlich laden. Schließlich „Netgear Genie“, eine Gratis-App, die mit den Routern dieses Herstellers zusammenarbeiten und die Drahtlos-Druckausgabe übernehmen soll - aber eben nur mit Netgear-Geräten. Alles in allem hat sich Apple beim Thema Drucken nicht mit Ruhm bekleckert. Zumindest eine universelle PDF-Ausgabe wie im Mac-Betriebssystem sollte von Haus aus in den iOS-Geräten eingebaut sein.

          Abschließend ein Blick auf die Apps zum Lesen und Bearbeiten von PDF-Dokumenten. Hier wird man von der Fülle der Möglichkeiten geradezu erschlagen. Um es anders auszudrücken: Man kann auf dem iPad selbst die allerdicksten Akten im PDF-Format unterwegs komfortabel lesen oder mit Anmerkungen versehen. Wir haben einen DIN-A4-Ordner mit mehr als 300 Seiten eingescannt, mit einer OCR-Zeichenerkennung durchsuchbar gemacht und aufs iPad übertragen. Man hantiert damit nahezu ohne Einschränkungen, kann mit flinken Fingerstreichen schnell durch die Seiten blättern - oder nutzt die Volltextsuche, um einzelne Passagen zu finden. Wir probierten den PDF Expert von Readdle (für 8 Euro). Die PDF-Dateien kommen entweder mit einer iTunes-Synchronisation auf das Gerät, oder man greift über Cloud-Dienste wie Dropbox auf sie zu. Es gibt Optionen zum Hervorheben und Markieren, zum Anbringen von Notizen, und es lassen sich sogar PDF-Formulare am Bildschirm ausfüllen. Bei geänderten Versionen muss man allerdings die Synchronisation manuell anstoßen. Anmerkungen in Fingerschrift sind zudem eine kritzelige Angelegenheit, davon sollte man sich nicht zu viel versprechen. Das alles schmälert jedoch die Begeisterung nicht, hier wird das iPad zum professionellen Arbeitsgerät. Vergleichbare und ebenfalls hochgelobte Apps sind „iAnnotate“ des Herstellers Aji (8 Euro) sowie „Good Reader“ von Good iWare (4 Euro).

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