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Schlusslicht : Anflug zum Anpfiff

Der Greenpeace-Aktivist auf dem Weg ins Münchner Stadion. Bild: dpa

Die Fußballnationalmannschaft fährt Bus. Von Siegerflieger mit der Lufthansa ist keine Rede mehr. Wobei der Titel Verliererflieger der Woche an die Umweltorganisation Greenwar geht.

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          Wir müssen über Fußball reden. Es ist Europameisterschaft. Und übers Fliegen. Es ist Europameisterschaft. Die Kicker kicken diesmal bekanntlich quer durch Europa, was sich suboptimal mit dem Fahrrad erledigen lässt. Da hätte die UEFA bei der Aufstellung des Spielplans ja mal dran denken können in Zeiten der Klimakrise. Immerhin ist die deutsche Nationalmannschaft vorbildlich und absolviert alle Vorrundenspiele in München, wohin sie von ihrem Basislager mit dem Bus fährt. Sollten Jogis Jungs weiterkommen, wird es allerdings knifflig. Statt im Siegerflieger von der Lufthansa will die Elf dann im litauischen Billigflieger KlasJet von Spiel zu Spiel denken. Die von Corona gebeutelte Lufthansa sponsert nicht mehr, der von allem möglichen gebeutelte DFB spart, das hat das im Glanze brühende Fußballglück nun davon. Wir vermuten, Emmanuel Macron hätte Mbappé & Co. seinen Präsidenten-Airbus ge­schickt, statt die Equipe in einen Verliererflieger zu quetschen, womöglich Economy.

          Holger Appel
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Wobei der Titel Verliererflieger der Woche an die Umweltorganisation Greenwar geht. Die kommt in ihrem Kleinkrieg gegen Volkswagen eigentlich gut voran. Zuletzt ist sie in ein Auslieferungslager eingebrochen, hat 1200 Schlüssel versandfertiger Autos geklaut und die auf der Zugspitze wieder abgelegt. Während Messen auf Autodächer klettern ist auch so eine feine Idee, mit der der gemeine Aktivist Applaus erheischt. Nur Fliegen wäre noch zu üben. Der Anflug eines motorbetriebenen (!) Gleitschirmgreenpeacers auf das Münchener Stadion zum Anpfiff des Spiels Frankreich – Deutschland endete in einer Bruchlandung mit zwei Verletzten. Und hätte schlimmer ausgehen können, wäre die touchierte Tribüne wegen Corona nicht nahezu menschenleer gewesen. Während Quax Flugstunden nimmt, damit der Protest gegen den Hauptsponsor VW pünktlich zum Endspiel schwebend wirksam werden kann, sähen wir lieber Aktivisten im deutschen Sturm.

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