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Tech-Talk : Amazon to go

Man muss es erlebt haben: In einem Amazon-Go-Laden gibt es keine Kasse. Einmal die App auf dem Smartphone am Eingang scannen lassen - und fertig.

          Die Regale sind voll mit Getränken, Süßigkeiten, Baguettes und Joghurt. Auch Wein und Bier gibt es in der hintersten Ecke. Hunger und Durst kommen quasi von allein. Ohne Einkauf geht hier keiner raus. Angestellte sind keine zu sehen. Nun passiert, was passieren muss. Wir stecken ungesehen eine Flasche Wasser, zwei Tafeln Schokolade, einen Energieriegel sowie Gummibärchen in den Rucksack und verlassen das Geschäft. Nichts piepst, keiner rennt uns hinterher. Natürlich holt uns das schlechte Gewissen ein – und verlässt uns genauso schnell. Alle anderen machen es doch genauso. Kommen rein, packen sich die Taschen voll und gehen raus. Das geschieht in Seattle jeden Tag.

          Dieser Amazon-Go-Laden ist im Erdgeschoss der eigenen Zentrale. Wer dort rein und raus geht, ist kein spontaner Dieb, sondern registrierter Kunde. Eintritt in diesen kassenlosen Mini-Supermarkt erhalten Amazon-Kunden, die zudem die Go-App auf dem Smartphone installiert haben. Der QR-Code öffnet die Tür. Danach gilt das Selbstbedienungskonzept. Sobald ein Lebensmittel aus dem Regal genommen wird, setzt die App es auf die Rechnung. Legt man es zurück, wird es wieder abgezogen. Holt man für einen anderen Kunden die Tafel Schokolade aus dem Regal und gibt sie ihm in die Hand, ist es ein Geschenk. Denn diese Handreichung ignoriert die Software.

          Das alles hat nichts mit den Selbst-Scan-Kassen bei Ikea, Hornbach und anderen experimentierfreudigen Unternehmen zu tun. Amazons Läden stecken voller Kameras, die jeden einzelnen Kunden erfassen. Betritt er den Laden, verfolgen die Kameras mit Hilfe der Software den Kunden, beobachten seine Handbewegungen, wissen so, was er einkauft, und begleiten ihn zum Ausgang. Die Rechnung kommt als Nachricht und Mail auf das Smartphone. In dieser steht auch, wie lange der Einkauf gedauert hat: unter einer Minute. So schnell holt uns also die Zukunft ein.

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